«Drei Mal eincremen täglich ist gut»

«Kassensturz» hat zwölf Handcremen getestet. Das Resultat: Auch Günstige können gut sein. Doch: Wie oft soll man diese überhaupt benutzen? Der Leiter der Dermatologie des Kantonsspitals St. Gallen, Mark Anliker, gibt Auskunft über Hände-Hygiene und Cremen.

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Bildlegende: Dr. med. Mark Anliker. SRF

«Espresso»: Wie sinnvoll ist der Gebrauch von Handcreme?

Mark Anliker: Sinnvoll ist es für alle mit trockener Haut, einer Neurodermitis-Vergangenheit, Menschen, die viel mit Wasser in Kontakt kommen und die Hände schützen wollen.

«Espresso»: Wie finde ich die richtige Creme für mich?

Anliker: Es gibt primär zwei verschiedene Arten von Cremen: Schutzcremen und regenerierende Cremen, welche die Hautbarriere wieder aufbauen. Die passende Creme ist auch vom persönlichen Hauttyp abhängig.

«Espresso»: Was macht eine gute Creme aus bezüglich Inhaltsstoffe?

Anliker: Schutzcremen für den Schutz gegen Wasser sollten Paraffin oder Lanolin enthalten, welche abdichten. Regenerierenden Cremen wird Salicyl-Glycerin, Milchsäure oder Harnstoff beigemischt.

«Espresso»: Wie oft soll man die Hände eincremen?

Anliker: Drei Mal pro Tag ist gut. Wer viel mit Wasser in Kontakt kommt (mehrmals pro Tag oder länger als zwei Stunden), sollte häufiger cremen. Am besten wird vor dem Kontakt mit Wasser eine Barriere-Creme aufgetragen. Nach einer Exponierung oder einer möglichen Schädigung sollte eine regenerierende Creme benutzt werden, welche den Schutz wieder aufbaut.

«Espresso»: Kann man auch von Handcreme «süchtig» werden, wie von Lippenpomade?

Anliker: Süchtig machen können sie nicht. Problematisch für die Haut ist mehr, dass die Hände zu oft gewaschen werden. Denn auch ohne Seife ist Wasser toxisch für die Hautbarriere. Bei Lippenpomaden haben die Nutzerinnen den Geschmack wohl sehr gern und werden wohl darum die Lippen oft abschlecken. Dies kann Ekzeme verursachen. Pomaden enthalten auch mehr allergieerzeugende Stoffe wie z.B pflanzliche Beistoffe, Duftstoffe oder Perubalsam.

Mit diesen Handcremes trocknet man nicht aus

«Kassensturz» liess zwölf Handcremes im Stuttgarter Institut Ipi testen. Grosse Unterschiede gabs bei den Preisen von unter einem Franken bis über sechzehn Franken für 100 Milliliter. Von der schlechtesten bis zur besten Handcreme im Test beträgt der Unterschied eine Note. Zum Artikel

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Handcreme-Test: Mit diesen trocknet man nicht aus

6:13 min, aus Kassensturz vom 24.9.2013