So entsteht sortenreiner Honig

David Zampini bringt von jeder Motorrad-Reise einen Honig mit nach Hause. Darunter auch Sorten-Honig wie Kastanien-, Akazien- oder Lavendel-Honig. Er fragt sich, wie ein Imker garantieren kann, dass der Honig wirklich von diesen Pflanzen stammt. «Espresso Aha!» kennt die Antwort.

Bienen in einer Wabe

Bildlegende: Sammeln Bienen wirklich nur sortenreinen Honig? Keystone

Wichtig sei, das Bienenvolk in einer Gegend zu platzieren, wo die entsprechende Pflanze dominiert, sagt Richard Wyss, Präsident der Deutschschweizer Bienenfreunde: «In einem Kastanien-Hain ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass es auch Kastanien-Honig gibt.» Jeder Sorten-Honig hat auch seine Jahreszeit. Jetzt, im Frühling, ernten die Imker in der Schweiz Löwenzahn-Honig: «Und wenn einer im August behauptet, er habe gerade Löwenzahn-Honig geerntet, dann glaube ich ihm das nicht ganz», schmunzelt Richard Wyss. Genauso wenig könne im Frühling Weisstannen-Honig geerntet werden.

Schweiz wenig geeignet für Sorten-Honig

Die Schweiz eigne sich jedoch nur sehr beschränkt, um Sorten-Honig zu machen, erklärt Imker Richard Wyss: «Unsere Landschaft hat eine zu kleinräumige Struktur, als dass die Bienen nur auf eine Sorte fliegen würden.» Deshalb gebe es von Schweizer Bienen vor allem Mischhonig wie Blüten- oder Waldhonig.

Damit ein Honig als Sorten-Honig verkauft werden kann, muss er einen vorgeschriebenen Anteil an Pollen oder Nektar der entsprechenden Pflanze enthalten. «Ein Kastanien-Honig muss 90 oder mehr Prozent Anteil an Kastanien-Pollen enthalten», erklärt Richard Wyss von den Deutschschweizer Bienenfreunden. Dies lässt sich mit verschiedenen Verfahren überprüfen: Beispielsweise mit einer Pollenanalyse oder ein Imker kann die elektrische Leitfähigkeit des Honigs messen. Diese ist je nach Pollenanteil verschieden.

Honig im Zweifelsfall analysieren lassen

Bei Schweizer Sorten-Honig mit dem Goldsiegel verpflichtet sich der Imker zu solchen Analysen. «Hat ein Konsument Zweifel, ob ein Goldsiegel-Honig auch wirklich der Deklaration entspricht, dann kann er ihn uns zur weiteren Abklärung schicken», sagt der Präsident der Deutschschweizer Bienenfreunde. Oder er könne den betreffenden Imker direkt auf das Zertifikat für den fraglichen Honig ansprechen.

«Espresso Aha!»

«Espresso Aha!»

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