Warum ist destilliertes Wasser so teuer?

Wer beim Grossverteiler einen Liter destillatgleiches Wasser kauft, etwa für das Dampfbügeleisen oder die Autobatterie, der bezahlt um die 60 Rappen. In der Apotheke aber kostet destilliertes Wasser über 10 Mal mehr, nämlich rund 8 Franken. Warum dieser Riesenunterschied?

Wasserblasen

Bildlegende: Beim Wasser gibt es grosse Unterschiede - vor allem im Preis. Colourbox

Die chemische Behandlung des Wassers macht‘s aus. Bei einfach behandeltem Wasser werden Salz und Mineralien entzogen, so enthält es auch keinen Kalk mehr, ist also ideal für Haushaltgeräte. Dies ist dann destillatgleiches Wasser. Dieses stehen bei den Grossverteilern im Angebot.

Mehrfach filtern ist aufwändig

Destillieren ist aber ein weitaus komplizierteres Verfahren, das beim Rohstofflieferanten für Apotheken, bei der Firma Hänseler AG in Herisau (AR), durchgeführt wird. Verkaufsleiter Thomas Allenspach präzisiert: «Das Wasser wird immer wieder in unserer Spezialanlage gefiltert, mit Hilfe von Nanotechnologie. So lange, bis die Laborwerte den Vorgaben entsprechen, die bei destilliertem Wasser, sogenanntem «aqua purificata» nach internationalen Standards gelten.» Das Wasser ist dann weitgehend von Bakterien, Mineralien und Salzen befreit.

Zur Herstellung von Arzneimitteln

Destilliertes Wasser wird im medizinischen Bereich verwendet, etwa zur Herstellung von Hustensirup, Cremen oder für individuelle Rezepte, die Apotheker für Patienten auf Geheiss eines Arztes zusammenstellen. «Eine weitere Stufe ist dann das sterile Wasser», erklärt Thomas Allenspach weiter, «dieses wird in erster Linie in Spitälern und Arztpraxen für das Aufziehen von Spritzen verwendet, oder auch bei der Herstellung von Augen-und Ohrentropfen.» Steriles Wasser ist absolut keimfrei.