Keine Angst vor der Selfscanning-Kontrolle

Was passiert, wenn ich meine Einkäufe selber einscanne und bei einer Stichprobe festgestellt wird, dass ich einen Artikel vergessen habe? «Espresso Aha!» hat bei Migros und Coop nachgefragt.

Die Selfscanning-Systeme von Migros («Subito») und Coop («passabene») sind beliebt. Bei Coop nutzen 10 bis 15 Prozent der Kunden das System. Bei Migros sind es je nach Filiale bis zu 20 Prozent.

Und all diese «Selfscanner» dürften die Situation kennen: Man steht an der Kasse und plötzlich fragt man sich, ob der Wein oder die Zahnpasta wirklich eingescannt wurde. Und was passiert, wenn es nun eine Stichprobe gibt und tatsächlich ein nicht gescannter Artikel in der Einkaufstasche ist?

«Wir behandeln niemanden als Dieb»

Sowohl Migros wie Coop betonen, dass grundsätzlich niemand etwas befürchten muss. «Wird bei der Stichprobe festgestellt, dass ein Artikel nicht gescannt worden ist, weist man Sie darauf hin», sagt Migros-Sprecher Urs Peter Naef.

Der Artikel werde dann nachträglich erfasst und man könne den Laden «ganz unbehelligt verlassen». Coop-Sprecher Urs Meier ergänzt: «Ob es sich beim nicht gescannten Artikel um das Rindsfilet oder den Joghurtbecher handelt, spielt keine Rolle.» Beiden Detailhändlern ist die Feststellung wichtig, dass kein Kunde als Dieb behandelt wird, der einmal einen Artikel nicht eingescannt hat.

Mehr Stichproben bei Unregelmässigkeiten

Ganz ohne Folgen bleibt ein nicht eingescannter Artikel aber trotzdem nicht. Die Selfscanning-Systeme sind so ausgelegt, dass jeder Kunde, der damit einkauft, hie und da kontrolliert wird.

Denn da man sich bei Coop mit der Supercard und bei der Migros mit der Cumulus-Karte jeweils vor dem Einkauf registrieren muss, weiss das System, wann und wie oft man per Selfscanning einkauft. Hinterlegt ist ein nicht fixer Intervall.

Das System weiss, dass der Kunde innerhalb einer bestimmten Anzahl Einkäufe einmal kontrolliert werden muss. «So kann es auch vorkommen, dass Sie zweimal hintereinander in eine Stichprobe kommen», erklärt Migros-Sprecher Naef.

Wird nun festgestellt, dass gewisse Artikel nicht eingescannt worden sind, wird die Anzahl Einkäufe kleiner, innerhalb derer eine Stichprobe vorgesehen ist. Vertrauensstufe heisst das bei Coop. Sprecher Urs Meier: «Kunden, die sich neu für ‹passabene› anmelden, werden in die höchste Vertrauensstufe eingeteilt. Bei Unregelmässigkeiten kommt man auf die nächst tiefere Stufe.»

Probleme nur bei offensichtlichem Betrug

Für den Kunden spürbare Konsequenzen haben nicht eingescannte Artikel nur bei wiederholtem und umfangreichem «Vergessen». In solchen Fällen dürfen Kunden das Selfscanning-System nicht mehr nutzen, sondern müssen sich mit ihren Einkäufen wieder an die normale Kasse stellen.

In Fällen von offensichtlichem Betrug, wenn also beispielsweise die Hälfte der Einkäufe nicht eingescannt wurde, drohen auch rechtliche Konsequenzen.

«Espresso Aha!»

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