Wie misst man die Wasserdichtigkeit von Regenjacken?

Viele Regenjacken haben ein Etikett, auf dem steht, sie seien «wasserdicht bis zu einer Wassersäule von x Millimeter». Konsumenten können damit nicht viel anfangen. «Espresso Aha!» mit einer Übersetzung.

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So funktioniert der Wassersäulentest

2:29 min, vom 23.10.2015

Es gibt verschiedene Varianten, um die Wasserdichte einer Regenjacke zu testen. Beim Zürcher Prüfunternehmen Testex wird das Textilstück in einer Maschine auf einen Ring gespannt. Von der Aussenseite wird Wasser gegen die Jacke gedrückt.

Nach und nach wird der Wasserdruck gesteigert. Wenn auf der Innenseite der Jacke drei Tropfen Wasser zu sehen sind, ist die Wasser-Undichte erreicht.

Wie hoch steigt das Wasser?

Entscheidend ist, bei welchem Wasserdruck die Regenjacke undicht wird. Gemessen wird der Druck digital, einerseits in Bar, andrerseits in Zentimetern. Die Zentimeter-Angabe zeigt Folgendes: Wenn man den Druck auf die Jacke alleine durch das Gewicht von Wasser erzeugen will, braucht es dazu entsprechend eine gewisse Menge Wasser. Diese Menge wird dann in einer Säule in Zentimeter gemessen. Dass die Produzenten bei den Regenjacken die Angabe in Millimetern verwenden, liegt daran, dass es besser klingt, wenn die Zahl höher ist.

Ein paar Stunden wasserdicht

Als wasserdicht gilt eine Regenjacke, die eine Wassersäule von 1300 Millimetern aushält. Gemäss Ralph Sontheim, Leiter Textil-Physik/-Chemie bei Testex, bedeutet das, dass eine Jacke bei normalem Schweizer Regen ein paar Stunden dicht hält.
Schwachstellen einer Jacke sind die Nähte und der Reissverschluss. Die sollten mit einem Kunststoff-Band geschützt sein. Da ein Laie in der Regel nicht sieht, ob das der Fall ist, bleibt nichts anderes übrig, als bei Fachpersonal nachzufragen.

«Espresso Aha!»

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