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Etiketten-Schwindel Ein Schweizer Bett aus dem Ausland

Der Basler Bettenhersteller Hasena wirbt mit einem prominent platzierten Schweizerkreuz und den Worten «Swiss bed concept». Dies sei irreführend, meint ein «Kassensturz»-Zuschauer. Er entdeckte nämlich, dass sein Wunsch-Bett weder aus Schweizer Holz, noch in der Schweiz produziert wird.

Screenshot der Hasenahomepage mit Schweizerkreuz.
Legende: Auf der Internetseite von Hasena prangt das Schweizer Kreuz. Hasena

Der Vorwurf:

Ein Zuschauer entdeckte bei Hasena ein Bett, welches ihm sehr gefiel. Da er aber auf der Homepage nirgends eine explizite Deklaration zur Holzherkunft oder zum Produktionsort finden konnte, wurde er stutzig. Er fragte darum direkt bei Hasena nach, ob es sich auch wirklich um ein Schweizer Bett handelt.

Die enttäuschende Antwort: Das Holz für sein gewünschtes Bett komme aus den USA oder aus Europa. Produziert wird das Bett in Vietnam. «Der Kunde wird damit klar getäuscht und aus ökologischer Sicht ist dies eine Katastrophe», meint der Zuschauer. Er fordert eine klar ersichtliche Deklaration – nicht erst auf Anfrage.

Die Rubrik Produktionsstätte als Screenshot.
Legende: Die Rubrik Produktionsstätte auf der Homepage von Hasena lässt vermuten, dass die Produktion in der Schweiz stattfindet. Hasena

«Kassensturz» besuchte die Homepage der Firma Hasena: Tatsächlich finden Konsumenten dort keine Angaben zu Holzherkunft und Herstellungsort. Dafür hebt Hasena die «Schweizer Erfolgsgeschichte» der Firma hervor. Selbst unter dem Titel «Produktionsstätte» findet man keinerlei Hinweise, dass auch ausserhalb der Schweiz produziert wird.

«Kassensturz» wollte es genau wissen und fragte Hasena, wie viele Betten denn aus Schweizer Holz in der Schweiz produziert werden. Die Antwort ist ernüchternd: Aus wirtschaftlichen Gründen finde keine Serien-Produktion in der Schweiz statt, Schweizer Holz werde darum ebenfalls nicht verwendet.

Das steht nirgends im Internet, wichtige Angaben fehlen und führen den Seitenbesucher in die Irre. Somit sind die Hasena-Betten für «Kassensturz» ein weiterer klarer Kandidat für den Titel «Etikettenschwindel 2015».

Die Stellungnahme von Hasena:

«Bei uns im Hause läuft aus wirtschaftlichen Gründen lediglich noch die Produktion von Prototypen, Muster, Sonderanfertigungen in Kleinmengen und Displaymaterial.

Seit dem 1.10.2010 ist jede Person, welche Holz und Holzprodukte an Konsumentinnen und Konsumenten abgibt, verpflichtet, Holzart und Holzherkunft zu deklarieren. Die Deklaration wird also von unseren Handelspartnern (Möbelhandel, Bettenfachgeschäfte usw.) vorgenommen. In der Regel findet man die entsprechenden Informationen auf den am Produkt angebrachten Etiketten. Das müsste auch beim angesprochenen Produkt so gewesen sein, die Verantwortung dafür liegt beim Detailhändler.

Wir deklarieren die Holzherkunft wie vom Gesetzgeber vorgegeben in unserem Katalog, welcher bei jedem unserer Händler aufliegt. Wir kommunizieren offen, die gesuchten Informationen sind ohne grössere Bemühungen zu kriegen. Sollte aus irgendeinem Grunde die Deklaration an der Ware nicht vorhanden sein (Etikette entfernt oder zerstört worden, Auszeichnung vergessen) ist spätestens mit einer Durchsicht des Kataloges oder einer simplen Frage an das Verkaufspersonal vor Ort alles geklärt.

Wir sind bemüht, allen Deklarationspflichten jederzeit korrekt nachzukommen und konnten bislang nicht feststellen, dass hier Fehler entstanden, noch sind uns solche vorgeworfen worden.

Wir sind ein Schweizer Betrieb, entwickeln unsere Produkte in der Schweiz, und vor allem unser Swiss Bed Concept ist ein in der Schweiz entwickeltes Konzept wonach Schlafzimmer individuell im Sinne von Modulen komponiert werden können. Gewisse unserer Produkte werden im Ausland produziert, weil eine konkurrenzfähige Produktion in der Schweiz oder mit Schweizer Rohmaterialien zuweilen schlicht nicht mehr möglich ist, was wir sehr bedauern. Dass es auch anderen Betrieben so geht, ist notorisch. Wir bewerben unsere Produkte jedoch nicht mit ‹Swiss Made› noch behaupten wir in einer anderen Art und Weise wahrheitswidrig, Schweizer Holz zu verwenden oder in der Schweiz zu produzieren, wenn dies nicht so ist.

Also schweizerisches traditionelles Familienunternehmen bemühen wir uns um faire Produktionsbedingungen und qualitativ hochwertige Produkte, wie wir sie in der Schweiz gewohnt sind. Unsere Produkte werden in der Schweiz entwickelt, das Design hier bestimmt und kontrolliert. An unserem Standort in Biel-Benken beschäftigen wir über hundert Mitarbeitende. Die derzeitige wirtschaftliche Situation und der starke Franken verunmöglichen es uns, in der Schweiz in Serie zu gehen und Schweizer Holz zu verwenden.»

4 Kommentare

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  • Kommentar von M. L., Sempach
    Wir haben ein Hasena Bett, dass es nicht aus Schweizer Holz und hier gefertigt hat finden wir sehr schade. Hasena hat auf unsere Nachfrage kein Geheimnis gemacht und die Fakten auf den Tisch gelegt. Das Problem ist das gute, nachhaltige Produkte meistens hohe Kosten verursachen, die die Konsumenten nicht zahlen wollen.
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  • Kommentar von B. von Gunten, 3001 Bern
    Ich habe auch ein Bett von Hasena gekauft. Ich war nicht so naiv zu denken, dass das Holz (Eiche) aus der Schweiz stammt, dafür war das Bett zu günstig. Aber ich bin auch davon ausgegangen, dass das Bett in der Schweiz produziert wird. Auf keiner der Verpackungen oder Zusammenbauanleitungen ist mir ein Hinweis aufgefallen. Sie sollen ehrlich zu den Leuten sein, und sich nicht hinter dem Kleingedruckten verstecken. Für ein Bett aus Vietnam ist es dann wieder recht teuer.
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  • Kommentar von K.D.Waldeck, Bellinzona
    Auch wenn ich den Kassensturz für sehr gut und notwendig halte, so liegt er jedoch in diesem Fall falsch. Die sehr klare Stellungnahme der Firma sagt alles, von Irreführung oder Vertuschung kann da keine Rede sein. Dieser Fall stellt das heutige Dilemma vieler schweizer Betriebe sehr gut dar. Man versucht das Ueberleben der Firma durch Verwendung des langjährigen Know-Hows sicherzustellen ... vielleicht kommen ja einmal wieder bessere Zeiten.
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    1. Antwort von Patrick Müller, Bremgarten BE
      Im Prospekt welcher an die Kunden abgegeben wird, sind KEINE Hinweise zur Holzherkunft oder dem Produktionsort angegeben. Jedoch sehr markant das Schweizer Kreuz! Dass dies im Katalog des Händlers vermerkt ist, nützt dem Konsumenten gar nichts. (Erwähnt dies der Verkäufer im Beratungsgespräch riskiert er weniger zu verkaufen.) Ein solides Bett aus einheimischer Produktion sollte den wohlhabenden Schweizern auch etwas wert sein. Etwa 1/3 des Lebens verbringen wir schliesslich schlafend.
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