Schweizer Jugend testet: Die Ränge 4 bis 7

Leuchtmarker, Joghurt, Handreiniger und Schnittrosen gehören zu den besten der rund 100 eingesandten Tests für «Schweizer Jugend testet». «Kassensturz» stellt die zehn Favoriten vor: Schüler aus den Kantonen, Basel-Stadt, Obwalden und Bern haben es auf die Ränge 7, 6, 5 und 4 geschafft.

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Schweizer Jugend testet: Schüler machen «Kassensturz»

8:58 min, aus Kassensturz vom 16.6.2015

Rang 7: Der Erdbeerjoghurt-Test

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Schweizer Jugend testet: Rang 7

1:59 min, aus Kassensturz vom 16.6.2015

Mit ihren 11 bis 13 Jahren gehören sie zu den jüngsten Teilnehmern im Wettbewerb «Schweizer Jugend Testet»: Die Fünft- und Sechstklässler der Primarschule Gals im Berner Seeland. Für ihren Test mit 16 Erdbeerjoghurts verschiedenster Hersteller organisierten sie zunächst eine Blind-Degustation mit über 50 Schülern, Lehrern und Verwandten. «Das teuerste Joghurt war eindeutig am besten. Aber auch günstigere Joghurts haben gut abgeschnitten», fasst Schülerin Anne diese erste Testrunde zusammen.

Dann lassen es die Schüler krachen: Aus exakt einem Meter Höhe lassen sie die Joghurts auf den Pausenplatz fallen, um herauszufinden, wie stabil die Becher sind. Klar, dass bei diesem Einsatz nicht alles sauber bleibt: Die mit Joghurt verkleckerten Shirts nutzen die Primarschüler für den Waschtest:

«Nur ein Joghurt brachten wir nicht weg», erklärt Basil. «Es hat kleine Erdbeerteilchen drin, die zwar sehr gut schmecken, aber am Stoff kleben bleiben.» Auch die Stabilität der Deckel, die Schimmelbildung und die Recyclierbarkeit der Becher waren Teil des Tests. Gewonnen hat in diesem Schülertest das Erdbeerjoghurt von Hirz. Die fünfköpfige Jury ist von den Jungtestern angetan: «Der Test umfasst ein grosses Spektrum, die Kinder sind das sehr kreativ und originell angegangen – es ist ein ganz gelungenes Beispiel.»

Rang 6: Der Leuchtstift-Test

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Schweizer Jugend testet: Rang 6

1:45 min, aus Kassensturz vom 16.6.2015

«Wir haben Leuchtstifte getestet, weil wir als Schüler sie fast täglich benutzen. Viele aber machen Probleme: Sie trocknen aus, verschmieren, oder drücken durch», erklärt Gymnasiast Ivan die Motivation zum Test. Die 5. Gymi-Klasse in Sarnen testete die Schreibdauer von neun Markern. Ein Metronom stellte sicher, dass alle Tester pro Zeile gleich viel Farbe verbrauchen. Die Unterschiede sind erstaunlich: «Mit dem Stabilo Boss Original haben wir neun Seiten markieren können. Mit dem Highlighter konnten wir nur eineinhalb Seiten markieren», stellt Eliane fest.

Die Gymnasialklasse mit Fachausrichtung Wirtschaft arbeitet oft mit dem Obligationenrecht: «Das hat sehr dünne Seiten. Wenn wir da was markieren, dann drückt es oft auf der anderen Seite durch, und wir wissen später nicht mehr, welche Passage wir hervorheben wollten. Das ist mühsam», sagt Raffaela. Im Test überzeugte nur gerade ein Stift im Paragraphendschungel. Daneben testete die Klasse unter anderem auch, wie fest die Stifte schmieren, wie gut die Deckel halten und wie schnell die Stifte austrocknen. Die Schüler küren den Marker von Schneider Job zum besten Stift im Test. Lea zum Schlussergebnis: «Uns hat überrascht, dass der Günstigste für 90 Rappen am besten abgeschnitten hat in unserem Test, und der für 3.95 Franken hat am zweitschlechtesten abgeschnitten.» Die Jury zeigt sich von der präzisen Gestaltung dieser Arbeit beeindruckt und lobt die Darstellungsweise im Schlussbericht.

Rang 5: Der Schnittrosentest

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Schweizer Jugend testet: Rang 5

1:46 min, aus Kassensturz vom 16.6.2015

Die zweite Klasse am Basler Gymnasium Bäumlihof kaufte bei drei Detailhändlern und zwei Floristen je 24 Rosen ein. «Wir wollten herausfinden, wo wir als Kunden die besten Rosen erhalten. Man kann sie beim Floristen kaufen oder beim günstigeren Discounter; da liegt dann doch ein deutlicher Preisunterschied dazwischen», betont Johannes. Die Schüler stellten die Rosen in Reagenzgläser – und pflegten sie auf unterschiedliche Weise:

  • Wie bleiben die Rosen länger frisch: geschnitten oder ungeschnitten?
  • Nur mit purem Leitungswasser?
  • Mit Haushaltschrysal - das oft im Beutelchen den Blumen beiliegt?
  • Oder wirkt Rosendünger am besten?

«Wir hatten 120 Rosen mit sechs Behandlungsmethoden getestet, woraus sich eine unglaublich Datenmenge ergeben hat», umschreibt Annina eine der Herausforderungen, und erklärt: «Wir haben versucht, diese Daten möglichst übersichtlich in einer Excel-Tabelle darzustellen, damit man auf einen Blick sehen konnte, wie es den Rosen geht.» Zwei Wochen dauerte der Test. Das Resultat: Rosendünger bringt bei Vasen-Rosen wenig. Die besten Werte erzielte die Klasse im Test mit Chrysal und überraschend: «Die ungeschnittenen Rosen haben sich besser gehalten als die geschnittenen», kommentiert Florentina die Testergebnisse. Interessant auch: Teure Rosen vom Floristen halten kaum länger als jene vom Discounter. Für die Jury ist klar: Ein starker Test!

Rang 4: Der Handreiniger-Test

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Schweizer Jugend testet: Rang 4

1:31 min, aus Kassensturz vom 16.6.2015

Der 15-jährige Nick aus Gümligen bei Bern hat seinen Test in Alleinregie durchgeführt: «Ich schraube gerne an meinem 30-jährigen Moped rum, bekomme davon aber schwarze Finger und wollte wissen, welcher Handreiniger den Schmutz am besten entfernt.» Sein Lehrer motivierte ihn, den Test als Abschlussarbeit an der Sekundarschule durchzuführen.

Zunächst kaufte Nick in verschiedenen Baumärkten insgesamt elf verschiedene Handreiniger und bereitete sie für den Test vor: Er füllte die Produkte in neutrale Becher ab. Danach organisierte er zehn Freunde aus seiner Sekundarschule in Gümligen. Der Auftrag: Die schmutzigen Hände mit einem Löffel Handreiniger während 20 Sekunden trocken, und dann noch einmal nass einreiben. Zum Schluss galt es, den ganzen Schmutz mit viel Wasser abzuwaschen. Die Seifen setzten der Haut oft zu. Nicht nur die günstigen ab 8 Franken, sondern auch die teureren bis 33 Franken. «Ein spannendes Ergebnis für mich war, dass je sauberer die Seifen reinigen, desto weniger hautverträglich scheinen sie zu sein – und umgekehrt.» Nicks Favorit ist der Handreiniger Perforclean Gel grün von Bauhaus. Die Jury lobt das Engagement des Jungtesters: «Er hat etwas gemacht, das mit ihm persönlich zu tun hat, und den Test intelligent durchgeführt.»

Das Publikum wählt die Medaillenplätze

Aus über 100 eingereichten Tests von Jugendlichen zwischen 13 und 19 Jahren hat eine Jury zehn Tests ausgewählt – diese werden in drei Sendungen (02., 16. und 30. Juni) vorgestellt.

Die ersten drei Plätze erhalten Geldpreise (3000 Franken für den Sieger, 2000 Franken für den zweiten und 1000 Franken für den dritten Rang). Die drei Siegerbeiträge werden in der Final-Sendung vom 30. Juni vorgestellt. Das Publikum kürt live via SMS-Voting den Siegertest.

Dossier:

Dossier:

Hier finden Sie umfangreiche Informationen zu dieser Rubrik und die Sieger der vergangenen Jahre.

Jury-Mitglieder:

Jury-Mitglieder:

  • Wim Nellestein (Vorstand Schweiz. Arbeitsgemeinschaft der Jugenverbände SAJV)
  • Marion Heidelberger (Vorstand Schweiz. Lehrerverband)
  • Sara Stalder (Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz)
  • Rolf Muntwyler (Testredaktor Kassensturz)
  • Tobias Fischer (Redaktor Kassensturz/Espresso).