«Schweizer Jugend testet»: Das Publikum wählte den Sieger!

Sie alle wollten den Wettbewerb «Schweizer Jugend testet» 2015 gewinnen: Mehrere hundert Jugendliche haben gemessen, getüftelt und Testapparaturen gebaut. Kathrin Winzenried begrüsst die drei besten Teams im «Kassensturz»-Studio und die Zuschauer kürten das Siegerprojekt live während der Sendung.

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Final «Schweizer Jugend testet»: Das Publikum wählt die Sieger

11 min, aus Kassensturz vom 30.6.2015

Finalist A: Der Bleistift-Test

Simon, Yves, Dario und Yigitalp von der zweiten Sekundarschule in Neuendorf SO testeten sechs Bleistifte aus dem Fach- und Detailhandel: «Wir wollten wissen, ob die teuren Bleistifte im Test besser abschneiden als die günstigen», erklärt Jungtester Yigitalp. Die erste Überraschung gab es schon nach dem ersten Testkriterium: Wie stark schrumpfen die Bleistifte nach zehn Umdrehungen im Spitzer? «Uns hat überrascht, dass beim Spitzertest die zwei teuersten Bleistifte am schlechtesten abgeschnitten haben», so Dario.

Sehr einfallsreich: Aus Restholz bauten die Buben eigene Testapparaturen. Mit diesen testeten sie einerseits die Stabilität der Bleistiftspitzen und anderseits die Bruchresistenz der Stifte an sich. Dabei gingen die vier Freunde äusserst wissenschaftlich vor: «Um möglichst genaue Ergebnisse zu erreichen, haben wir jeden Test mehrmals durchgeführt und den Durchschnitt errechnet», erläutert Yves. Zum Schluss liessen die Buben 200 Schüler, Verwandte und Bekannte Schreibkomfort und Aussehen der Stifte benoten. Es gewinnt der Stift von Faber Castel: «Der Testsieger ist einer der teureren Stifte. Uns hat aber erstaunt, dass auch günstige Stifte im Test recht gut abgeschnitten haben», fasst Simon das Testresultat zusammen.

Dieser Test wurde Ideenreich und sorgfältig gemacht, findet auch die Jury: «Überzeugt hat die Kombination aus Publikumstest mit 200 Personen und Laborversuchen mit selbstentwickelten Testapparaturen.»

Finalist B: Der Spanplatten-Test

«Wir wollten wissen, wie gut Baumärkte Auftragsarbeiten im Vergleich zum meist teureren Schreiner ausführen. Für unseren Test liessen wir Regale für ein Büchergestell anfertigen», erklärt Lehrling Robin die Motivation zum Test. Die Zimmermannsklasse 1b der Berufsschule Weinfelden TG kaufte in fünf Baumärkten und bei einem Schreiner Spanplatten ein. Ihr Auftrag: Die Platten mit einer Kante belegen und zuschneiden. «Ein gewöhnlicher Schreiner benötigt für das Leimen der Kante und das Zuschneiden 10 bis 15 Minuten», betont Oliver. Für die gleiche Arbeit verlangen die meisten Baumärkte aber drei bis vier Tage. «Da Baumärkte zum Teil weit weg sind und es deshalb oft mühsam ist, zuerst für die Auftragserteilung und dann für die Abholung nochmals hinfahren zu müssen, haben wir auch das Internetangebot der jeweiligen Baumärkte getestet», erklärt Amato. Aber: Nur in drei der sechs getesteten Geschäfte ist es ohne Probleme möglich, die Auftragsarbeit online zu bestellen.

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Bildlegende: SRF

Kaum sind alle Spanplatten beschafft, geht es an die Kontrolle der ausgeführten Arbeiten: Stimmen die Schnittmasse? Wie gut sind Kanten angeschliffen und wie sauber die Ecken verleimt? Und stimmt die Farbe der angebrachten Kante? Die Preisspanne ist gross: Zwischen 10.20 und 52 Franken. Die beste Arbeit liefert der Baumarkt Bauhaus: «Mich hat erstaunt, dass die günstigste Platte die beste war und bei der teuersten – jene der Schreinerei – haben wir nicht bekommen, was wir wollten, und es dauerte drei Wochen bis sie fertig war», fasst Josua das Testergebnis zusammen. Ein lehrreicher Test, lobt die Jury: «Die jugendlichen gingen mit Herzblut an die Arbeit, ihr Test ist gut reflektiert und im Bericht sehr gut dargestellt.»

Finalist C: Raclette-Öfeli mit Kerzen

Zunächst benoteten die Schüler der 1. Realklasse in Eschenbach SG die Gebrauchsanweisungen und den Zusammenbau der Öfeli. «Es gibt mehrere Raclette-Öfeli, die sehr einfach zusammenzubauen sind. Aber es gibt auch andere, die nach mehrfachem Zusammenbau zu lottern beginnen», stellt Jaro fest. Und Sarina betont: «Mich hat sehr erstaunt, dass die günstigsten Öfeli die beste Gebrauchsanweisungen haben.»

Dann heizten die Jugendlichen den Geräten ein: Wie lange dauert es, bis der Käse geschmolzen ist? Die Zeitmessung läuft, bis das Raclette 80 Grad erreicht. Und: Wie gut gleitet der Käse vom Schüfeli? Jungtesterin Jaqueline: «Die Heizleistungen sind sehr unterschiedlich: Die einen benötigten nur vier Minuten bis sie fertig waren, die anderen zehn Minuten und mehr.» Auch Finalisten kommen um den Abwasch nicht herum: Wie gut lassen sich Ecken und Kanten von Hand abwaschen? Und wie gut überstehen die Schüfeli den Geschirrspüler? «Beim Spülen von Hand lassen sich die Ecken nicht gut reinigen, im Geschirrspüler allerdings beginnen die Schüfeli zu rosten und die Holzgriffe werden rauh», erklärt Lars.

Am besten schmeckte den Jungtestern das Raclette mit dem Öfeli von Kisag. Gemundet hat der Test auch der Jury: «Die Schüler haben gute Kriterien für die Bewertungen aufgestellt: Wie gut kann man sie waschen, wie schwer sind sie, um sie herumzutragen, wie schnell schmilzt der Käse. Und sie haben das dann sehr schön tabellarisch dargestellt, so dass man es einfach verstehen kann.»

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