Mit der Mitarbeiter-Beurteilung nicht einverstanden – was tun?

Bei der Leistungsbeurteilung seiner Mitarbeitenden sollte sich ein Vorgesetzter an den im Betrieb üblichen Massstab halten. Dennoch hat er einen gewissen Ermessenspielraum. Das sorgt häufig für Frust.

Eine Frau blickt traurig zu ihrem Chef

Bildlegende: Das Mitarbeitergespräch ist für viele Arbeitnehmer frustrierend. Colourbox

Immer wieder kommt es vor, dass Angestellte in ihrem Mitarbeitergespräch unverhofft mit Kritik oder Vorwürfen konfrontiert werden. In solchen Momenten verschlägt es vielen die Sprachen.

Das können Sie tun, wenn Sie überrumpelt oder mit der «Quali» nicht einverstanden sind:

  • Sprechen Sie aus, was in Ihnen vorgeht: «Diese Vorwürfe sind für mich völlig neu. Darauf bin ich jetzt nicht vorbereitet. Ich brauche etwas Zeit, darüber nachzudenken.»
  • Bitten Sie um eine Pause oder um eine Verschiebung, wenn das Gespräch emotional wird oder aus dem Ruder zu laufen droht.
  • Ist Ihr Verhältnis mit dem Vorgesetzten angespannt, können sie den nächsthöheren Vorgesetzten oder eine Vertreterin der Personalabteilung bitten, am Gespräch teilzunehmen.
  • Lassen Sie pauschale Kritik oder Vorwürfe nicht im Raum stehen. Fragen Sie nach konkreten Beispielen.
  • Fragen Sie bei Kritik nach, welches konkrete Verhalten man von ihnen wünscht und welche konkreten Anforderungen erfüllt werden sollen. Bestehen Sie darauf, dass diese Konkretisierungen im Gesprächsprotokoll festgehalten werden. Nur so lassen sich Verbesserungen im nächsten Jahr überprüfen.
  • In ein Mitarbeitergespräch gehören ausschliesslich arbeitsplatzbezogene Themen, nicht aber, was sie in Ihrer Freizeit tun.
  • Unterschreiben Sie ein Gesprächsprotokoll nur, wenn Sie mit dem Inhalt einverstanden sind. Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck zu einer Unterschrift drängen.

Quelle: Gabriela Baumgartner/Irmtraud Bräunlich Keller «Fair qualifiziert», Mitarbeitergespräche, Arbeitszeugnisse, Referenzen, Edition Beobachter.