Mit welchem Anbieter «Roaming» günstig ist

Wer sein Handy im Ausland nutzt, betreibt sogenanntes «Roaming». Für Schweizer ist das immer noch sehr teuer. Der Ständerat wollte aber heute keine Kosten-Obergrenze festlegen. Wie gross die Preis-Unterschiede sind, zeigt ein Vergleich am Beispiel von Deutschland.

Handy

Bildlegende: SRF

Wer sein Handy in einem im Ausland betreibt, befindet sich mit seinem Gerät im sogenannten Roaming. Dabei wird dem Kunden eine Info SMS gesendet, dass spezielle Preise gelten.

Der Internetvergleichsdienst iCompare hat im Auftrag des «Kassensturz» am Beispiel von Deutschland die Preisunterschiede für Private ermittelt.

Abos: Swisscom liegt vorn

Deutlich sichtbar ist, dass von den grossen drei Anbietern Swisscom bei den Gesprächen für Roaming in Deutschland am günstigen ist. Bei den Daten, wozu im Grunde genommen auch die MMS gehören, hat Sunrise einen attraktiven Fixpreis.

Roaming-Tarife Deutschland - mit Abo

Anrufe nach CHEingehende AnrufeSMS nach CHMMS nach CHDaten
Swisscom0.750.400.401.801.40 ─ 7.-
Sunrise1.700.800.501.-1.-
Orange1.700.600.452.352.- ─ 4.-

Alle drei grossen Anbieter erlauben die Aktivierung der Spar-Optionen – welche üblicherweise dann innerhalb von Minuten aufgeschaltet wird.

Allerdings bringen die Spar-Optionen bei Sunrise mit der einzigen verfügbaren Option «Sunrise Roaming» (CHF 5.-/Mt), sowie bei Orange mit der Option «Travel Option» (CHF 3.-/Mt) nur für Gespräche und SMS Preisvorteile. Der Preis für die Daten reduziert sich jedoch nicht.

Orange hält fest, dass für den Fall der Datennutzung im Ausland, verschiedene «Travel Pakete» zur Auswahl stehen, welche für den Fall von Datennutzung im Ausland gewählt werden sollen (s. unten).

Die Telefonate werden im Roaming bei allen Anbietern leider immer noch im Minutentakt abgerechnet.

Bezahlbares Roaming mit Swisscom Prepaid

Bei Prepaid mit genügender Aufladung (Orange mind. CHF 10.-) ist das Roaming zumindest allen Anbieterngrundsätzlich möglich und muss normalerweise nicht extra aktiviert werden.

Roaming-Tarife Deutschland - mit Prepaid

Anrufe nach CHEingehende AnrufeSMS nach CHMMS nach CHDaten
Swisscom0.800.400.501.801.60 bis 8.-
Sunrise1.700.800.50/ 0.80*1.-/ 1.50*15.36
Orange1.700.600.452.358.-

Mobiles Surfen im Ausland ist immer noch teuer

Wer bei Auslandaufenthalten nicht auf mobile Daten verzichten möchte, der sollte sich möglich im Voraus für das eine oder andere Travel-Paket entscheiden.

Damit sinken die Preise für Datenroaming in Deutschland um bis zu 74% resp. bis zu 37 Rappen pro MByte (bei konkreter Betrachtung- s. unten - sogar tiefer). Doch mobile Daten im Ausland bleibt teuer.

Daten-Roaming Tarife: Paketpreise für Deutschland

PaketePaket PreisMengeGültigkeitPreis/ MBSMS inkl.min inkl
SwisscomOhne PaketNA5 MB24h1.40 bis 7.-
SwisscomData Travel 5024.-50 MB7 Tage0.48
SwisscomData Travel 20074.-200 MB30 Tage0.37
OrangePaketeNA2 MB24 h2.- bis 4.-
OrangeTravel Pack 1010.-/ Mt.10  MB1 Monatmax 1.-1010
OrangeTravel Pack 5030.-/ Mr.50 MB1 Monatmax 0.605050
OrangeTravel Pack200100.-/ Mt.200 MB1 Monatmax 0.50200200

Die Preise für Travel Pakete für im Ausland (Roaming) lassen sich nur schwierig vergleichen, da bei Orange die Pakete gleichzeitig auch Gesprächsguthaben (auch für ankommende Gespräche), sowie SMS enthalten.

Travel Paket läuft automatisch weiter

Aufgepasst: Bei Orange werden die Travel-Pakete automatisch verlängert. Sie müssen manuell deaktiviert werden. Bei Swisscom dagegen müssen die Pakete nach Ablauf erneuert werden, was eine Kostenfalle verhindert.

Sunrise bietet grunssätzlich keine Datenpakete an, was für Europa mit 1.-/MB durchaus konkurrenz­fähig, jedochs z.B. für die U.S.A. mit 15.-/MB problematisch ist.

Bei Swisscom lassen sich die Pakete auch zusätzlich zu bestehendem Inklusive-Guthaben von deren «Infinity» Angeboten kaufen .

Abos mit Roaming-Leistungen

Bei den Angeboten mit Inklusive Leistungen für Roaming hat Swisscom mit den Infinity Tarifen die beste Angebotsauswahl. Orange hat kein Abo mit Inklusive-Leistungen für Roaming -  bietet jedoch die Travel Optionen an.

Sunrise hat nur mit dem teuren Flat 7 Abo zwar Gesprächsminuten im Ausland, doch diese gelten nicht, wenn man angerufen wird!

Auch Triotel hat ein Angebot, bei welchem man jedoch aufpassen muss: Die Inklusive Leistungen müssen vor der Reise ins Ausland zuerst über die Hotline (nur Bürozeiten) aktiviert werden. Sie bleiben auch dann nur 30 Tage aktiviert. Vermutete Inklusive Leistungen können bei Triotel also rasch zur Kostenfalle werden.

Ob Kunden besser ein Angebot mit Inklusive Leistungen (Roaming) wählen, hängt vor allem davon ab, ob diese die die Inklusive Leistungen sowieso benötigen, resp. ob man sich öfter im Ausland aufhält und sich vielleicht gerade darum nicht jedesmal erneut um Optionen, resp. Travel-Pakete kümmern möchte.

Kostenkontrolle ist möglich

Wer mit eingeschaltetem Handy ins Ausland geht, erhält beim Wechsel auf ein Fremdnetz umgehend eine SMS mit den Kostenhinweisen für Roaming. Spätestens dann sollte Kunden klar werden, dass grundsätzlich hohe Kosten anfallen können.

 Doch bieten auch die Provider selber inzwischen aktive Lösungen: Mit SMS bei Erreichen eines gewissen Kosten-Levels, oder mit Selbstlimitierung (Swisscom), resp. automatischer Sperrung, bei zu hohen Kosten (Swisscom 200.-/ Monat bzw. Jugendabos 100.-/Monat).

Auch Sunrise informiert seine Knden online ausführlich über Roaming und sendet dem Anwender nach erreichen von 50.- eine SMS Warnung und blockiert bei Erreichen von 300.- im Roaming den Datenverkehr provisorisch, was mittels einer SMS (Text UNBLOCK an 3310) wieder aufgehoben werden kann.

Eine solche Möglichkeit bietet Orange derzeit nicht und blockiert erst bei mangelnder Kreditwürdigkeit.

«Kassensturz»-Beitrag über teures Roaming

Ein politischer Vorstoss wollte die überrissenen Roaming-Kosten ändern: Die Schweiz sollte wie die EU einen Höchsttarif fürs Roaming festlegen. Doch der Ständerrat hat ihn am Dienstagmorgen abgelehnt.

Video «12.03.13: Handy-Abzocke: Hohe Roaming-Gebühren ohne Ende?» abspielen

12.03.13: Handy-Abzocke: Hohe Roaming-Gebühren ohne Ende?

15 min, aus Kassensturz vom 12.3.2013