Wie einbruchsicher ist mein Haus?

Die Einbrüche nehmen zu. Viele Häuser und Wohnungen sind nicht ausreichend geschützt. Espresso zeigt, wo die häufigsten Mängel liegen.

Eine maskierte Person bricht ein Fenster auf.

Bildlegende: Hier haben Einbrecher ein leichtes Spiel. Das muss nicht sein. Colourbox

In der Schweiz wird alle neun Minuten eingebrochen. Doch es gibt verschiedene Möglickeiten, um es den Langfingern schwer zu machen. Im letzten Herbst besuchte «Espresso» mit Bruno Lüthi, Sicherheitsexperte bei der Kantonspolizei Bern, ein Haus und sammelte wichtige Tipps.

Die Besichtigung begann bei der Eingangstür. Hier viel dem Experten gleich auf, dass die Hausbesitzerin nicht sieht, wer vor der Tür steht. Er empfiehlt einen Weitwinkelspion. Eine andere Möglichkeit wäre ein Glaseinsatz in der Tür. «Ob sich ein Umrüsten lohnt oder doch besser eine neue Tür eingebaut werden soll, dass muss von Fall zu Fall entschieden werden», erklärt Bruno Lüthi.

Auch der erste Stock ist nicht sicher

Auch die Fensterfront zum Sitzplatz ist laut Experte nicht ausreichend gesichert, obwohl die Griffe verstärkt sind: «Die Griffe sind oft gesichert, doch das reicht nicht. Auch die Bandseite, also dort, wo die Scharniere sind, stellt eine Schwachstelle dar.» Und sogar der erste Stock ist vor Einbrechern nicht sicher: Bruno Lüthi entdeckt hier ein Vordach, dass ohne grosse Mühe erklettert werden kann. Und einen Baum, der nahe am Fenster steht.

Sicherheit bereits bei der Hausplanung berücksichtigen

Es kann sich also durchaus lohnen, das Sicherheitssystem des Hauses oder der Wohnung genauer unter die Lupe zu nehmen. Wer das tun will, kann sich bei der Prävention der kantonalen Polizei melden. Dann wird von Fall zu Fall entschieden, wie die Abklärungen verlaufen sollen. Die Beratung kostet grundsätzlich nichts.

Idealerweise wird aber ein Sicherheitskonzept bereits bei der Planung eines Bauprojekts miteinbezogen. Das erspart zusätzliche Auslagen und spätere Umtriebe.

Tipps zu den häufigsten Sicherheitslücken

Berücksichtigen sollte man dabei vor allem folgende Bereiche:

Die komplette Broschüre der Schweizerischen Kriminalprävention finden Sie hier.

Türen:

  • Nur verschlossene Türen aus festem Material mit einem Sicherheitsschloss und einem soliden, gut verankerten Türrahmen sind einbruchhemmend. Dabei dürfen auch Nebentüren nicht vergessen werden (Estrich-, Balkon-, Garagentüren etc.). Mit einem Türspion wird der Besucher auch bei geschlossener Tür erkannt.
  • Schlösser:
    Zu empfehlen sind zweitourige Schlösser oder Einsteckschlösser mit doppeltem Riegelhub. Und: Als Gegenstück zum Schloss sollte immer ein Sicherheitsschliessblech montiert werden. Allenfalls können an ungenügend gesicherten Türen auch Zeitschlösser angebracht werden.
  • Schlüssel:
    Es sollten nur Schliesssysteme verwendet werden, die das unberechtigte Kopieren von Schlüsseln verunmöglichen.
  • Fenster:
    Fenster sollten einbruchhemmende Sicherheitsbeschläge haben. Die Füllung ist idealerweise aus Verbundsicherheitsglas. Oder man zieht nachträglich eine Sicherheitsfolie auf. Leicht zugängliche Fenster oder Türen sollten mit abschliessbaren Griffen ausgestattet werden. Ein gutes Hindernis für Einbrecher sind auch Fenstergitter, wenn sie richtig konstruiert und in der Mauer verankert sind.
  • Rollläden:
    Diese müssen so gesichert sein, dass sie von aussen nicht hochgeschoben werden können.
  • Lichtschächte:
    Stabile Gitterroste erschweren den Einstieg.
  • Licht:
    Eine möglichst lückenlose Aussenbeleuchtung schreckt Einbrecher ab. Dasselbe gilt für die Beleuchtung von Innenräumen. Über eine automatische Zeitschaltuhr können Räume während Abwesenheit beleuchtet werden.
  • Alarmanlagen:
    Sie erhöhen die Sicherheit. Bevor man sich aber für ein Alarmsystem entscheidet, sollte man sich unbedingt von Fachleuten einer polizeilichen Beratungsstelle oder in einem Fachgeschäft beraten lassen.