Smartphone-Apps: Vorsicht mit der Freigabe persönlicher Daten

Smartphone-Apps sind in vielerlei Hinsicht ganz praktisch. Sie weisen den Weg, sie verkuppeln oder sie verhelfen zu sozialen Kontakten. Das Problem: Viele Apps greifen auf persönliche Daten im Smartphone zu. Die Nutzer sind sich dessen häufig nicht bewusst. Datenschützer warnen.

Das neuste Beispiel betrifft Parship, Friendscout 24, Tinder und Konsorte. Die Dating-Apps greifen ungehindert auf Smartphone-Daten zu. Gemäss einer Auswertung des Internetportals «Singlebörsen-Vergleich» können die meisten der getesteten Apps auf Fotos und andere Dateien zugreifen.

Dazu braucht es zwar die Einwilligung der Nutzer. Diese sind sich allerdings häufig nicht bewusst sind, was diese Zugriffe bedeuten.

«Unsere Daten sind Geld wert»

Das Problem sei bekannt, sagt dazu der Sprecher des eidgenössischen Datenschützers, Francis Meier. Betroffen seien aber keineswegs nur Dating-Apps. Sobald ein App auf die persönlichen Daten zugreifen wolle, sei Vorsicht geboten. Prominente Datensammler sind etwa Social-Media-Apps, welche häufig auf Fotos und Kontakte zugreifen können.

Sammelt eine App Standortdaten, so könnten daraus ohne weiteres Schlüsse auf Arbeitsort, Wohnort, Hobbies und Freunde gezogen werden, so Francis Meier. Oder wie er gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 sagt: «Unsere Daten sind Geld wert, so einfach ist es», denn die Daten liessen sich für Werbung und Marketing weiterverkaufen.

So geben Sie nicht zu viel von sich Preis:

  • Apps vergleichen: Nicht alle Applikationen arbeiten seriös.
  • Vorsicht bei Gratis-Apps: Viele kostenlose Apps sammeln unnötig viele Daten, welche die Firmen dann weiterverwenden.
  • Hinweise genau lesen: Eine Zugriffs-Erlaubnis sollte nicht leichtfertig erteilt werden.
  • Hinterfragen: Wenn ein App auf die eigenen Daten zugreifen möchte, muss man sich unbedingt fragen, ob dieser Zugriff wirklich nötig ist.
  • Keinen Zugriff auf Kontakte und Fotos erteilen: Jeder hat ein Recht auf seine eigenen Daten. Drittpersonen müssen daher die Erlaubnis erteilen.