Fasnachtschüechli im Test: Von trocken bis zartschmelzend

Dünn und knusprig sollen sie sein und beim Schmelzen auf der Zunge die hohe Kalorienzahl vergessen lassen. «Kassensturz» hat acht Produkte aus dem Detailhandel von geprüften Gaumen testen lassen. Fazit: Nur die Schweizer Fasnachtschüechli kommen bei der Jury gut an.

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Fasnachtschüechli im Test: Von trocken bis zartschmelzend

8:41 min, aus Kassensturz vom 4.2.2014

Was wäre die Fasnachtszeit ohne das Fasnachtschüechli. Kassensturz hat acht der meistverkauften Fasnachtschüechli aus dem Detailhandel von einer Fachjury degustieren lassen. Vier der Produkte sind klassisch rund und dünn und werden in der Schweiz hergestellt. Die anderen vier verfügen über eckige oder andere Formen und stammen aus Italien.

Die Test-Jury

  • Jasmin Enzler, Konditor-Confiseuse, Drittplatzierte an den Berufsweltmeisterschaften 2011
  • Rolf Jeker, Präsident der beiden Basler Bäcker-Confiseur-Verbände
  • Rolf Mürner, Pâtissier-Weltmeister 2007 und preisgekrönter Dessertbuchautor
  • Vanessa Schnyder, Konditor-Confiseuse, Mitglied der Schweizer Kochnationalmannschaft (Taiwan, März 2014)
  • Kaspar Sutter, Präsident des Schweizer Bäcker-Confiseuren-Verband

Ranziger Nachgeschmack

Die Experten degustieren alle Fasnachtschüechli und bewerten Aussehen, Geruch, Konsistenz, Aroma und Geschmack. Sie verteilen Schulnoten von eins bis sechs.

Am schlechtesten abgeschnitten in der Degustation mit einer Gesamtnote von 3,9 hat das Fasnachtschüechli MaÎtre Pâtissier von Aldi. Mit 1.29 Franken pro hundert Gramm ist es das günstigste Produkt im Test. Das Produkt war den Testern zu dick, der Teig zu kompakt. und er hatte einen ranzigen Nachgeschmack. Aldi schreibt «Kassensturz», dass man die Rezeptur des Produktes mit dem Lieferanten überprüfen wolle.

Knapp genügend sind einige Produkte im Test. Das Fasnachtschüechli von Dulcis Mania, eingekauft bei Manor mit einer Gesamtnote von 4,1 war zu wenig gebacken und ein wenig teigig. Nur wenig besser:

Das Fasnachtschüechli von Il Fornio di Giuseppe, eingekauft bei Globus und mit 2.97 Franken pro hundert Gramm das teuerste im Test, bekommt die Gesamtnote 4,3. Originelle Form, aber zu dick und fettig, lautet das Urteil der Tester.

Italienische Chüechli kommen nicht an

Dicht dahinter: Die eckige Variante von Dulcis Mania, eingekauft bei Spar. Diese Chüechli erhalten die Gesamtbewertung 4,5. Laut den Testern war es zwar sehr fein im Geruch, aber im Geschmack zu kompakt, fast wie ein Blätterteig.

Auffällig: Auf den vier letzten Rängen sind alle Fasnachtschüechli platziert, die aus Italien stammen. Die Jury befand die exotischeren Formen zwar als ansprechend, aber im Geschmack überzeugten sie dann doch nicht.

Das erste traditionell Schweizerische Fasnachtschüechli in der Degustations-Rangliste stammt aus der Gross-Bäckerei Wallisellen und ist im Manor erhältlich. Es erhält die Gesamtnote 4,8. Das Gebäck ist gemässTester leicht und knusprig, aber etwas fade im Geschmack. Das Fasnachtschüechli von der Migros erhält eine gute Gesamtbewertung, Note 5,1. Das Produkt kam bei den Degustatoren gut an, allerdings sei der Geruch etwas besser gewesen als der Geschmack. Nur wenig besser mit Gesamtnote 5,2 schneidet das Fasnachtschüechli Qualité & Prix von Coop ab. «Knusprig, frisch und ausgewogen», befand die Fachjury.

Testsieger ist das Produkt von Swiss Industries, eingekauft bei Denner. Mit 1.32 Franken pro 100 Gramm zudem das zweitgünstigste Produkt im Test. Es erhält Gesamtnote 5,3. Die Jury befand das Chüechli als nicht fettig, knusprig, und es vergehe auf der Zunge beim Essen. Genau so müsse ein Fasnachtschüechli sein. Der Testsieger ist zudem auch bei Volg und Spar erhältlich. Allerdings nicht zum gleichen Preis.

Testtabelle

Testtabelle

Die detaillierten Testresultate finden Sie hier.

Woher kommen die Chüechli?

Woher kommen die Chüechli?

Fasnachtschüechli – auch bekannt unter Chnöiblätz oder Chilbiblätz – sind seit dem Mittelalter ein traditionelles Wintergebäck. In Basel zum Beispiel kam man lange zum «Chüechli-Schmaus» zusammen. Beim Heische-Brauch zogen Männer von Haus zu Haus, um bei jungen Frauen für Chüechli und mehr zu singen.