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Preisüberwacher will mehr Transparenz an Tankstellen
Aus Kassensturz vom 10.05.2022.
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«Kassensturz»-Analyse Viele Universalerden enthalten Schadstoff-Rückstände

«Kassensturz» hat 14 viel verkaufte Allzweck-Erden im Labor auf Schadstoffe testen lassen. Und ist fündig geworden.

Acht Erden enthalten polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), drei Erden enthalten Mineralöl-Rückstände, eine Erde enthält Rückstände eines Pestizids – so lautet das Fazit der «Kassensturz»-Stichprobe. Nur in vier der getesteten Proben fand das Labor keine Schadstoffe.

So wurde getestet

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Ein renommiertes Schweizer Labor analysierte die Erden auf drei Schadstofftypen:

  • auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): Diese krebserregenden Schadstoffe entstehen beim Verbrennen etwa von Holz, Treibstoff oder Tabak
  • auf Rückstände von Mineralölen wie Heizöl, Diesel oder Schmierölen
  • auf Rückstände von 31 verschiedenen Pestiziden

Für Universalerden gibt es in der Schweiz keine gesetzlichen Regelungen und auch keine Grenzwerte für die Schadstoffe, welche in der «Kassensturz»-Analyse gefunden wurden.

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Beat Sutter, Geschäftsführer Ricoter AG: «Wir gehen davon aus, dass diese Stoffe vom Gartenkompost kommen.»
Aus Kassensturz vom 09.05.2022.
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PAK – krebserregend, aber weit verbreitet

PAK entstehen bei Verbrennungen. Sie finden sich in Abgasen, Kohle und Asche, aber auch in gegrilltem Fleisch und Zigarettenrauch. «In die Erden gelangen diese Stoffe wahrscheinlich durch den Grüngut-Kompost», erklärt Beat Sutter, Geschäftsführer des grössten Schweizer Erdenherstellers Ricoter. Kompost ist eine der Hauptzutaten vieler Erdenmischungen. «Insbesondere Grillkohle und -asche werden wohl oft fälschlicherweise in den Kompost geworfen», vermutet Sutter. Auch über abgasbelastete Pflanzenteile können PAK in den Kompost gelangen.

Toxikologe: Keine Bedenken für Hobbygärtnerinnen

Humantoxikologe Lothar Aicher schätzt die gefundenen Schadstoffmengen für Kassensturz ein. Er kommt zum Schluss: Wünschenswert sei die PAK-Belastung in den Erden nicht, aber eine Gesundheitsgefahr durch diese sei sehr unwahrscheinlich: «Man hat hier relativ niedrige Mengen gefunden. Und glücklicherweise werden diese Schadstoffe über das Erdreich und die Wurzeln nur sehr schlecht in die Pflanzen aufgenommen.»

Pestizid-Rückstand – in niedriger Menge

Das Labor fand in einer Erde Rückstände des Anti-Pilzmittels Propiconazol. Der Hersteller schreibt Kassensturz, auf Äpfeln oder Aprikosen beispielsweise seien deutlich mehr Rückstände des Spritzmittels erlaubt, als in der Erde gefunden wurden. Es sei daher naheliegend, dass der Rückstand aus der Produktion von Gartenkompost in die Erde gelangt sei. Die internen Qualitätsvorgaben würden nun jedoch überprüft.

Bezüglich des gefundenen Pestizidrückstands kommt Toxikologe Lothar Aicher zu einem beruhigenden Schluss: «Die gefundene Menge des Pestizids ist so niedrig, dass man mehrere Kilogramm Erde täglich essen müsste, um in einen Bereich zu kommen, der gesundheitsbedenklich wäre.»

Es geht auch ohne Schadstoffe

In vier Erden fand das Labor keine Rückstände. Was ist an den unbelasteten Erden anders? Beat Sutter, dessen Firma auch unbelastete Erden in der Stichprobe herstellt, klärt auf: «Rohstoffe wie Holz, Baumrinde oder Landerde sind homogener als Kompost aus gesammeltem Grüngut. Je homogener die Rohstoffe, desto grösser ist die Chance, dass die Erde sauberer ist.» Die unbelasteten Erden enthielten mehr von diesen Rohstoffen.

Giftstoffe im eigenen Kompost vermeiden

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Um Schadstoff-Rückstände im Kompost im eigenen Garten zu verhindern, gehören folgende Stoffe besser nicht in den Kompost:

  • Asche und Grillkohle
  • Konventionell hergestellte Zitrusfrüchte oder Schnittblumen. Diese sind oft stark mit Pflanzenschutzmitteln behandelt
  • Belastete Gartenabfälle, etwa mit Pestiziden behandelter Rasenschnitt oder Rosenteile
  • Behandelte Hölzer
  • Plastik (einzige Ausnahme: Kompostbeutel mit Gitterdruck, diese sind biologisch abbaubar) und andere Fremdstoffe wie Metall, Glas oder Textilien

    Die Regeln, was in der kommunalen Grünabfuhr entsorgt werden darf unterscheiden sich, je nach dem ob aus dem gesammelten Grüngut Kompost oder Biogas hergestellt wird. Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde.

«Kassensturz» ist an Ihrer Meinung interessiert

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Kassensturz, 10.05.22, 21:05 Uhr

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