Billig-Shampoos besser als Edelmarken

Kassensturz und K-Tipp haben zwölf der meistverkauften Shampoos auf gesundheitlich bedenkliche Inhaltstoffe getestet. Erfreulich: Vier der Shampoos sind absolut unbedenklich, darunter auch das mit Abstand günstigste Shampoo im Test, jenes von M-Budget.

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Shampoos im Test: Billigprodukte besser als Edelmarken

5:08 min, aus Kassensturz vom 8.2.2005

Shampoo ist nicht gleich Shampoo. Das wissen vor allem Allergikerinnen und Allergiker. Viele Shampoos enthalten Duftstoffe, die bei ihnen Entzündungen und Ekzeme auslösen können.

«Duftstoffe in Shampoos sind eigentlich nur dazu da, dass das Shampoo besser riecht. Für die Reinigung von Haar und Kopfboden braucht es das nicht. Für Allergiker ist es in vielen Fällen ein unnötiges Risiko, dass solche Duftstoffe in den Shampoos sind», sagt Allergologe Peter Schmid.

Ein weiterer bedenklicher Inhaltsstoff in Shampoos sind sogenannte Moschusverbindungen. Auch sie werden zur Parfümierung verwendet. Das Problem bei Moschusverbindungen: In höheren Dosen können sie zu Organschäden führen.

Shampoos können zudem Diethylphtalat und Formaldehyd enthalten. Phtalate sind nicht abbaubar und deshalb für die Umwelt problematisch. Formaldehyd kann Allergien auslösen.

Kassensturz und K-Tipp haben zwölf der meistverkauften Shampoos auf solch bedenkliche Inhaltsstoffe untersucht. Das erfreuliche am Test: Konsumentinnen und Konsumenten haben eine grosse Auswahl von Shampoos, die ohne bedenkliche Inhaltsstoffe auskommen. Die Hälfte der getesteten Shampoos kann Kassensturz empfehlen. In vier Produkten konnten praktisch keine schädlichen Substanzen nachgewiesen werden.

Mit dem Prädikat «sehr empfehlenswert» ausgezeichnet wurden Testsieger Nivea Hair Care Glanz (2 Franken/100 ml), Weleda Kastanien-Shampoo (Fr. 9.80/100 ml), das Kräuter-Shampoo von M-Budget (mit 32 Rappen/100 ml das mit Abstand günstigste Shampoo im Test) sowie das Olive Glossing Shampoo von Body Shop (Fr. 5.16/100 ml).

Als «nicht empfehlenswert» eingestuft wurden die beiden L'Oréal-Shampoos Elsève Color Vive und Kérastase sowie Pantene Pro-V von Procter&Gamble: Alle drei enthalten zum Teil grössere Mengen Formaldehyd und Diethylphtalate. In Elsève und Pantene wies das Labor zudem grössere Mengen an Moschusverbindungen nach.

L'Oréal schreibt Kassensturz: «Kosmetische Mittel werden intensiven Kontrollen unterworfen. So wird gewährleistet, dass sie für Konsumenten gesundheitlich unbedenklich sind.»

Procter&Gamble äussert sich ähnlich: «Wir bringen nur Produkte auf den Markt, von deren Sicherheit wir überzeugt sind.» Der Test zeigt: Die Kosmetikindustrie kann Shampoos ohne bedenkliche Inhaltsstoffe herstellen. Die Wahl liegt bei den Konsumentinnen und Konsumenten.