Deos im Test: Schädliche Duftstoffe

Kassensturz und K-Tipp haben 16 Deoroller für sie und ihn getestet. Nur einer hat mit "sehr gut" bestanden.

Video «Deos im Test: Schädliche Duftstoffe» abspielen

Deos im Test: Schädliche Duftstoffe

7:55 min, aus Kassensturz vom 27.2.2007

Pro Jahr geben Schweizerinnen und Schweizer
 74 Millionen Franken für Deos aus - Stifte und Sprays eingerechnet.

Langanhaltende Frische und einen angenehmen Duft - das verlangen Konsumenten von einem Deo. Doch viele Duftstoffe, die in Deos enthalten sind, können zu Allergien führen.

Zu Barbara Ballmer-Weber in die Allergiestation der Dermatologischen Klinik am Universitätsspital Zürich kommen viele Patienten, die unter Duftstoffallergien leiden:
 "Man weiss, dass Leute, wo duftstoffhaltige Deos anwenden, ein dreifach
 erhöhtes Risiko habe, eine Duftstoffallergie zu entwickeln.
 Duftstoffallergie: Das führt zu Ekzemen, wenn man den entsprechenden
 Duftstoff auf der Haut anwendet, zu Knötchenbildungen, Rötungen,
 Entzündungen der Haut, im schlimmsten Fall zu Blasenbildung, verbunden mit
 einem starken Juckreiz", sagt die leitende Ärztin der Allergiestation.

Kassensturz und K-Tipp haben Deo-Roller zum Test antreten lassen. Enthalten die Deos Duftstoffe, die zu Allergien führen? Und: Sind sie korrekt deklariert, wie es das Gesetz verlangt? Weiter testete das Labor die Deos auf Weichmacher und polyzyklische Moschusverbindungen, die in der Umwelt schlecht abbaubar sind und auf Aluminiumsalze, die zu Hautreizungen führen können.

Männderdeos

Von den sechs Männerdeos erreicht kein einziges die Note sehr gut

  • Ungenügend schneidet Denim ab: Viel Weichmacher, Aluminiumsalze und drei Duftstoffe mit einem hohen

 Allergierisiko, ungenügend deklariert. Die Herstellerfirma schreibt:
 Da keine Reklamationen von Konsumenten aufgrund allergischer Reaktionen vorlägen, bestünde keine Veranlassung, die Formulierung von Denim zu ändern.

  • Ebenfalls ungenügend: Rexona. Es enthält Aluminiumsalz, Diethylphtalat - sogenannten Weichmacher - sowie polyzyklische Moschusverbindungen.

"Das Diethylphtalat und die polyzyklischen Moschusverbindungen lassen sich schlecht abbauen. Das heisst, sie können sich in der Natur akkumulieren, sie können in Gewässer kommen, man weiss, dass gerade die polyzyklischen Moschusverbindungen sich im Fisch anreichern können, sie können in die Nahrungskette kommen, unter anderem auch in die Muttermilch", erklärt Dermatologin Ballmer.

Unilever schreibt: Beim kritisierten Stoff handle es sich nicht um eine polyzyklische Moschusverbindung. Und: Diethylphtalat sei sicher und nicht verboten.

  • Die Note genügend erhalten Explonic, eine Eigenmarke der Migros, sowie Adidas.
  • Ein gut erhalten Nivea und Mum.

Frauendeos

Auch bei den sechs Frauendeos schafft kein einziges die Note „sehr gut“.

  • Ungenügend schneiden Rexona und Nivea ab.

Beiersdorf schreibt: Der Roll-On sei seit je her mit dem gleichen Parfum auf dem Markt und zeige eine ausgezeichnete Verträglichkeit.

  • Genügend sind Explonic von Migros, Fa und Adidas.
  • Die Note gut bekommt Fenjal.

Ein weiteres Labor testete, ob die Deos Flecken auf weisser Wäsche hinterlassen. Die Proben mit dem aufgetragenen Deo werden vier mal gewaschen. Dann untersucht die Laborantin, ob Farbunterschiede erkennbar sind. Das Resultat: Keines der 16 getesteten Deos färbt.

Vier Deo-Roller wenden sich an Frauen und Männer.

  • Der Roller von M-Budget, der günstigste im Test, erhält die Note gut. Ebenso ph-Balance von der Migros und Tonga von Coop.
  • Die Bewertung sehr gut erhält einzig das teuerste Deo im Test. Nur Lavera (Fr. 12.50/50 ml) enthält keine Aluminiumsalze. Alle anderen Deos werden deshalb abgewertet.

Mehr zum Thema