Elektrovelos: Auch günstige sind gut im Rennen

«Kassensturz» und Velojournal haben 13 E-Bikes im Labor und auf der Strasse geprüft. Bei der Motorenunterstützung und der Reichweite gibt es grosse Unterschiede. Erfreulich: Auch zwei günstige Modelle können mithalten.

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Auch günstige E-Bikes sind gut im Rennen

8:52 min, aus Kassensturz vom 31.5.2011

Können die günstigen E-Bikes von Migros und Co. mit Elektrovelos bekannter Marken mithalten? Und welche teuren High-Tech-Bikes sind die besten?

Cresta, Flyer und Watts an der Spitze

«Kassensturz» hat die Antworten. In Zusammenarbeit mit dem Velojournal hat er 13 E-Bikes der «langsamen Klasse» testen lassen. Die Berner Fachhochschule in Biel hat die Elektrovelos auf einem speziellen Messstand getestet, über 50 Fahrerinnen und Fahrer haben die Elektrovelos in der Praxis bewertet.

Das Niveau ist überraschend hoch: 10 der 13 E-Bikes überzeugen. Darunter sind auch die günstigen Elektrovelos von Coop (Fr. 1400.–) und Jumbo (Fr. 1900.–). Am besten schneiden aber ab:

  • Cresta E-Drive Giro (Fr. 3500.–),
  • Flyer L8 (Fr. 3900.–),
  • Watts Swing (Fr. 3000.–)

Stärkste Unterstützung durch den Motor

Cresta Giro geht vor allem dank der besten Noten in der praktischen Prüfung als Sieger durchs Ziel. Die Unterstützung des Motors empfanden die Testfahrer als nahezu ideal.

Fahrrad im Test

Bildlegende: Radstand an der Berner Fachhochschule SRF

Auch auf dem Messstand im Labor stellte sich heraus, dass der Cresta-Motor der leistungsfähigste im Test ist. Er liefert über längere Zeit die stärkste Unterstützung.

Grosse Unterschiede bei der Reichweite

Schwachpunkt von Cresta ist aber seine Reichweite: Bei einem Tempo von 20 Stundenkilometer und einer Steigung von 2,5% reicht der Akku nur 46 Kilometer.

Andere E-Bikes kommen auf Distanzen von 68 (Leopard), 72 (Watts) oder 90 Kilometern (Raleigh). Die enorme Reichweite des Raleigh-Velos wird allerdings durch eine ungenügende Motorenleistung relativiert. Einfach gesagt: Raleigh bietet wenig Unterstützung und hat deshalb länger Energie im Akku.

Watts: Starker Motor, gute Reichweite

Nur wenig schlechter als Cresta abgeschnitten haben Flyer L8 und Watts Swing. L8 und Swing holten sich gute Noten bei der Reichweite. Flyer L8 kann aber bei der Motorenunterstützung nicht mit Cresta und Watts Swing mithalten.

Swing gehört bei der Motorenunterstützung und bei der Reichweite zu den besten Elektrovelos im Test. Bei der Beurteilung der Velokomponenten liegt er aber hinter Cresta und Flyer zurück. Auch vergaben die Testfahrer dem L8 für die Reaktion des Motors und das Fahrgefühl etwas schlechtere Noten.

Preisknüller Leopard E-City

Von den vier Elektrovelos unter 2000 Franken haben zwei das Gesamturteil «gut» erreicht. Damit sind sie gleichauf mit E-Bikes der Marken Raleigh, Villiger und Koga.

Ein besonders attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis bietet Leopard E-City. Überzeugt hat es vor allem bei der Reichweite: Das Coop-Elektrovelo fährt mit einer Akkuladung 68 Kilometer weit.

Migros und Athleticum sind «genügend»

Nicht ideal beim Leopard ist Motorensensorik, und bei den Velokomponenten kann es nicht mit den viel teureren E-Bikes mithalten. Ähnliches gilt für die California E-Concept aus dem Jumbo.

«Genügend» sind die Elektrovelos von Migros und Athleticum. Bei Crosswave von Migros ist immerhin die Velotechnik passabel, ebenso die Motorensensorik. Beim E-Racer Comfort (Athleticum) müssen Käufer bei allen Kriterien Abstriche machen. Die Unterstützung durch den Motor ist sogar «ungenügend».

Schlechtestes E-Bike: Nachfolger steht bereit

Das Elektrovelo von Landi verpasste gar ein «genügendes» Gesamturteil. Zu gross waren die Mängel beim Motor und bei der Reichweite.

Landi schreibt dem «Kassensturz», das Velo sei bereits durch ein stark verbessertes Modell ersetzt worden. Wie viele alte Modelle noch in den Läden stehen, kann Landi gemäss eigenen Angaben nicht feststellen.

Neben den bewerteten Punkten kann auch das Gewicht und der Preis für einen Ersatzakku ein Kaufargument sein. Neben den vollständigen Testresultaten sind auch diese Angaben zu finden.

So wurde getestet

«Kassensturz» und Velojournal haben 13 E-Bikes an der Berner Fachhochschule für Informatik und Technik (BHF) in Biel testen lassen.

Technische Prüfung

  • Auf einem für Elektrovelos konstruierten Radstand haben Professor Heinrich Schwarzenbach und sein Team an der Berner Fachhochschule die technischen Tests durchgeführt.
  • Zwei Veloexperten beurteilten die Komponenten. Diese Noten zeigen, wie gut die Velos abgesehen von Akku und Motor sind.

Praktische Prüfung

  • Über 50 Testfahrerinnen machten mit den E-Bikes Probefahrten und füllten einen Fragebogen zum Fahrverhalten und zur Bedienung aus.

Detailliertere Angaben zum Test finden Sie in der Box «Mehr zum Thema» unter «So wurde getestet» (PDF-File).

Neuer «Kassensturz«-Test

Den aktuellen «Kassensturz»-Test aus dem Jahr 2014 lesen Sie hier