Mit diesen Handcremen trocknet man nicht aus

«Kassensturz» liess zwölf Handcremes im Stuttgarter Institut Ipi testen. Grosse Unterschiede gabs bei den Preisen von unter einem Franken bis über sechzehn Franken für 100 Milliliter. Von der schlechtesten bis zur besten Handcreme im Test beträgt der Unterschied eine Note.

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Handcreme-Test: Mit diesen trocknet man nicht aus

6:13 min, aus Kassensturz vom 24.9.2013

«Es waren Cremes dabei, die sehr fettig waren, nicht leicht eingezogen oder die einen feuchten, klebrigen Film hinterliessen», stellt die Testleiterin Maria Torounidou vom Stuttgarter Institut Ipi fest.

Das ist auch das Hauptproblem des Konzentrats «Handcreme unparfümiert» von Neutrogena, das mit der Gesamtnote 4,2 am schlechtesten bewertete Produkt im Test. Die Probandinnen und Probanden (siehe «So wurde getestet«) bemängelten ausserdem die Konsistenz und den Geruch.

Schraubverschluss unbeliebt

Ausserdem gefiel ihnen der Schraubverschluss von Neutrogena nicht (Kriterium «Handhabung»). Der Testleiterin Maria Toroudidou fiel generell auf, «dass der Deckel doch sehr wichtig ist für die Probanden. Ein Klappdeckel wird definitiv bevorzugt.»

Auch Garniers «Handrepair» für sehr trockene Haut verliert wegen des Schraubverschlusses Punkte. Dank der sonst eher guten Bewertung reichts aber für die Gesamtnote 4,8 und damit für ein »gut«.

Keine Hautirritationen

Erfreulich: Alle getesteten Handcremes schneiden beim Kriterium »Hautirritationen« mit «sehr gut» ab. In der Regel muss man sich also keine Sorgen um die Verträglichkeit der Handcremes machen.

Ähnliche Resultate – grosse Preisdifferenz

Zwischen dem zweitletzten (Prix Garantie aus dem Coop, Gesamtnote 4,6) und dem ersten Platz («Nivea Soft & Intensiv Handcreme», Gesamtnote 5,2) liegt nur gut eine halbe Note. Fast hätte es eine der billigsten Cremen auf den ersten Platz geschafft. Lediglich 0,1 Noten «schlechter» als der Testsieger ist eine der billigsten Handcremes im Test: Ombia aus dem Aldi, mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis.

Testsieger Nivea

Bei den Hauptkriterien «Einziehen», «Geschmeidigkeit», «Konsistenz» und «Pflegewirkung» erzielt die Nivea Soft- & Intensiv-Handcreme die besten Noten im Test. Beim «Glätten von Rissen» allerdings bewerteten die Testpersonen Ombia von Aldi (Note 5.3) deutlich besser als das Nivea Produkt (Note 4.9).

Selbst die drittplatzierte Kamill »Hand- und Nagelcreme« ist hier etwas besser (Note 5.0). Nur die Nivea Handcreme und Ombia von Aldi erhalten bei allen Kriterien gute Noten.

Grosse Unterschiede beim Einziehen

Vom Einziehen einer Handcreme hängt ab, wie schnell man wieder mit seinen Händen arbeiten kann. Dieses - im Test mit 20% am höchsten gewichtete - Kriterium bringt grosse Unterschiede zutage. Am besten schneiden hier die »Soft- & Intensiv-Handcreme von Nivea (Note 5.1) und das «Hand- und Nagelbalsam» von Atrix (Note 5,0) ab.

Die schlechteste Bewertung erhält die «Handcreme unparfümiert» von Neutrogena (Note 3.8), vom Hersteller als Konzentrat deklariert, von dem nur eine kleine Menge aufgetragen werden soll. Alle übrigen Handcremes sowie die Nivea Allzweckcreme stuften die Testpersonen beim Hauptkriterium «Einziehen» als «genügend» ein.

Unbeliebte Konsistenz von Atrix und Tal

Zwei Handcremes mochten die Probandinnen und Probanden von der Konsistenz her nicht: die Produkte von Atrix (Note 3.5) und Neutrogena (Note 3.8).

Auch die Nivea Allzweckcreme fiel von der Konsistenz her durch (Note 3.6). Drei Handcremes wurden als «genügend» eingestuft (Prix Garantie, Dove und Cien von Lidl), die restlichen sechs als «gut» (Garnier, Tal, Kamill, Ombia von Aldi, Denner und Nivea).

Preisunterschied Faktor siebzehn

Die Ombia «Pflegecreme mit Kamille» von Aldi, die nur ganz knapp den Sieg verpasst hat, ist eine der vier getesteten Handcremes, die weniger als einen Franken pro 100 ml kosten. Sage und schreibe mehr als siebzehn Mal soviel kosten der Testverlierer von Neutrogena (Fr. 16.20/100 ml) und die noch teurere Tal Creme (Fr. 16.67/100 ml).

Beide fielen bei den Testpersonen beim Kriterium «Geruch» durch, wo auch Prix Garantie aus dem Coop mit «ungenügend» abschneidet. Die teure «Handcreme unparfümiert» von Neutrogena erzielt weitere ungenügende Noten beim «Einziehen» und der «Konsistenz».

So wurde getestet

  • Der Praxitest wurde als «Home-Use-Test» mit Onlinebefragung vom Stuttgarter Institut Ipi durchgeführt.
  • 16 Probandinnen und fünf Probanden im Alter von 18 bis 65 Jahren beurteilten alle Cremes.
  • Jede Person testete jede Creme genau zwei Tage lang.
  • Nach dem Händewaschen mit Flüssigseife und dem Abtrocknen wurden die Hände mindestens zweimal pro Tag eingecremt, im Abstand von mindestens zwei Stunden. Während der Testphase durften keine anderen Produkte verwendet werden.
  • Am Abend des zweiten Testtages bewerteten die Testpersonen jeweils das Produkt auf einem Online-Fragebogen mit geschlossenen und offenen Fragen.
  • Auswahl: «Kassensturz» wählte die meistverkauften Handcremes sowie ergänzend bekannte Produkte aus. Migros-Produkte fehlen im Test, weil der Detaillist gegenwärtig sein Sortiment umstellt.

Resultate-Tabelle

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Tipps

Wie oft soll man Cremen überhaupt benutzen? Mark Anliker, Leiter der Dermatologie des Kantonsspitals St. Gallen, gibt Auskunft über Hände-Hygiene. Zum Artikel

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