Mit heisser Luft zur heissen Frisur

Nur einer von zwölf getesteten Haarföhnen hat einen gravierenden Mangel. Die meisten Föhne schneiden mit Gesamturteil «gut» ab. Im Praxistest bekamen die Föhne mit Ionisation die besseren Noten.

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Diese machen eine gute Frisur

7:31 min, aus Kassensturz vom 23.11.2010

Bei einem von zwölf Haartrocknern im Test hat das Labor einen Sicherheitsmangel festgestellt: Dem teuren Braun Satin Hair 7 HD 750 solo fiel beim Falltest das Schutzgitter ab, die Elektrik war danach offen zugänglich. «So kann man unter Spannung stehende Teile berühren», sagt Testingenieur Wolfgang Herter vom Prüflabor PZT. «Das ist lebensgefährlich.» Dieser Mangel kostete den Braun-Haartrockner eine «gute» Gesamtnote.

«Kassensturz» hat die zwölf meistverkauften Haarföhne ausgewählt und im norddeutschen Labor PZT testen lassen. Nicht berücksichtigt in diesem Test wurden Reiseföhne. Die eingekauften Geräte kosten zwischen 29 und 129 Franken.

Lebensdauer vieler Modelle mässig

Grosse Unterschiede machte das Labor bei der Lebensdauer aus. Zwar überstanden alle Geräte die 200 Stunden Dauerlauf. Die nachfolgende Kontrolle der Kohlebürstchen zeigte jedoch, dass die meisten Geräte damit auch schon ihr Lebensende erreicht haben. Wenn nämlich das Kohlebürstchen des Elektromotors abgenutzt ist, kann man den Föhn wegwerfen.

Negativ fielen die Bürstchen der Haarföhne von Babyliss, Rotel und Remington auf. Fast wie neu auch nach dem Dauertest waren die Bürstchen bei den Haartrocknern von Philips, Solis und Rowenta. Diese Föhne haben einen stärkeren und robusteren «Profi-Motor», der mit Wechselstrom (AC) betrieben wird. Nachteil: Sie sind schwerer.

Ionsisierung: ein echtes Plus

8 der 12 Föhne im Test enthalten einen Ionengenerator. Er soll die Haare schneller trocknen und weniger stark aufladen. Bei den Haartrocknern von Rowenta, Solis und Remington ist die Funktion nicht abschaltbar.

Die Funktion ist nicht nur im Labor messbar. Die Probandinnen haben positive Auswirkungen der Ionisation wahrgenommen. «Die Haare waren weicher, die Aufladung ist weggefallen, und das ganze Föhnen ging auch viel schneller», sagt Eva Machill. Sie war im Prüflabor für den Praxistest zuständig.

Ärgernis Lautstärke

Es ist deshalb kein Zufall, dass 3 von 4 Haartrocknern ohne Ionisierung im Test nur mit Gesamturteil «genügend» abgeschnitten haben. Sie bekamen im Praxistest weniger gute Noten als die Föhne mit Ionisationsfunktion. Nur Mio Star Auckland war «gut».

Weil man beim Föhnen der Motor nahe an den Ohren hält, ist auch die Lautstärke ein wichtiges Thema. Überraschend ist, dass die Lautstärke nicht mit der Wattzahl gekoppelt ist. Am Lautesten waren die Marken Braun, Philips, Rotel und Remington, am leisesten Satrap und Valera.

Solis: geringster Stromverbrauch

Die angegebene Wattzahl gibt grob auch den Stromverbrauch wieder. Etwas tiefer liegt er bei Mio Star und Satrap, deutlich tiefer bei Solis Match Ion. Trotz nur 1200 Watt Leistung ist dieser Föhn das mit Abstand sparsamste Gerät im Test. Und im Praxistest hat sich gezeigt, dass er mit der Konkurrenz – meist 1800 bis 2200 Watt – gut mithalten kann.

So wurde getestet

  • Funktion: Fünf Probandinnen mit langen Haaren beurteilten die Trockendauer, die Temperatur und Gebläseleistung des Luftstroms in den verschiedenen Stufen, die Wirkung der Ionisierungsfunktion, das Föhnergebnis und das Haarvolumen.
  • Handhabung: Die Probandinnen bewerteten ebenfalls Handlichkeit, Bedienung der Schalter und Lautstärke.
  • Technische Messungen: Lautstärke im Abstand von 30 cm, Austrittstemperatur, Geschwindigkeit des Luftstroms, Ionisierungsleistung. Dauertest mit Laufzeit von 200 Stunden. Anschliessend Überprüfung der Kohlebürsten, Rückschluss auf Restbetriebsdauer.
  • Sicherheit: Können die Heizelemente berührt werden? Schaltet die Heizung ab, wenn die Ansaugöffnung verschlossen ist? Wie heiss wird der Föhn? Sind nach dem Falltest Teile berührbar, die unter Spannung stehen?