Schifffahrten im Vergleich: Die Preisunterschiede sind gross

«Kassensturz» macht klar Schiff und stellt die zehn grössten Schifffahrtsunternehmen in der Schweiz gegenüber. Wo Sie am günstigsten reisen und am wenigsten für einen Snack zahlen, und wo die Chance auf einen Sonnendeck-Sitzplatz am grössten ist, erfahren Sie in diesem Vergleich.

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Schifffahrten im Vergleich: Die Preisunterschiede sind gross

12 min, aus Kassensturz vom 21.5.2013

Schifffahrten auf Schweizer Gewässern ziehen Ausflügler und Touristen in Scharen an: Über zwölf Millionen Passagiere befördern die Schifffahrtsgesellschaften pro Jahr. «Kassensturz» hat die zehn grössten Unternehmen miteinander verglichen. Fazit: Die Preisunterschiede sind enorm. So kostet die teuerste Tageskarte ohne Halbtax 53 Franken mehr als die günstigste.

Preis, Gastro und Sonnendeck

Für den Vergleich galten drei Kriterien: Der Preis für eine Tageskarte, der Preis für eine kleine Verpflegung sowie das Verhältnis zwischen Kapazität und Anzahl Aussensitzplätze: Wieviele Plätze auf dem Sonnendeck finden Passagiere bei maximaler Auslastung des Flaggschiffs?

Für den Vergleich der Bordgastronomie stellte «Kassensturz» die Preise derjenigen Getränke und Snacks einander gegenüber, die auf allen Flaggschiffen im Angebot stehen. Verglichen wurde eine kleine Verpflegung für eine vierköpfige Familie – bestehend aus zwei Kaffees, zwei Mineralwasser, zwei Bier, zwei Colas, vier Vanille-Cornets und vier Sandwiches.

Tageskarte: Teure Innerschweiz, günstiges Zürich

Auf dem letzten Rang stehen der Vierwaldstättersee sowie der Genfersee. Letzterer sei immerhin der grösste See im Vergleich, erklärt die zuständige «Compagnie Générale de Navigation sur le lac Léman» den Preis von 64 Franken für eine Tageskarte.

Das Unternehmen am Vierwaldstättersee zählt mit fast 2,5 Millionen Passagieren pro Jahr zur grössten Schifffahrtsgesellschaft in der Schweiz. Der Preis für eine Tageskarte ist mit 69 Franken hoch; eher teuer fällt auch das Gastroangebot aus. Vergleichweise gering ist zudem die Chance auf einen Aussensitzplatz.

Seine Firma komme ohne staatliche Subventionen aus, erklärt Stefan Schulthess, Direktor der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees. Ausserdem stehen auf dem Vierwaldstättersee fünf historische Raddampfer im Einsatz.

Diese zu betreiben brauche Mitarbeiter und koste deshalb mehr als eine Flotte bloss aus Motorschiffen. Die Preise in der Bordgastronomie würden sich laut Schulthess unter anderem durch das regionale Angebot etwa von Käse, Kaffee oder lokalem Bier rechtfertigen.

Am günstigsten reist man auf dem Zürichsee: Dort kostet die Tageskarte bloss 25 Franken. Der Grund: Die Gesellschaft ist komplett in den Zürcher Verkehrsverbund integriert und profitiert von den entsprechenden Tarifen. Zum Vergleich: Auf dem Bielersee kostet eine Tageskarte 78 Franken. Auch hier fehlt die staatliche Unterstützung: Die Kantone beteiligten sich nicht an den Betriebskosten, erklärt Thomas Erne, Geschäftsführer der Bielersee-Schiffahrtsgesellschaft.

Gastro: Stolze Preise auf dem Zürichsee

Für die kleine Verpflegung müssen die Passagiere auf dem Zürichsee am tiefsten ins Portemonnaie greifen. 95.80 Franken kostet hier ein Snack mit Getränken, Sandwichs und Cornets.

In dieser Sparte schneiden die Schifffahrtsgesellschaften im Tessin am besten ab: Auf dem Luganersee und dem Lago Maggiore isst und trinkt man am günstigsten.

56 Prozent Chance für einen Aussensitzplatz

Wer einmal an einem stahlblauen Sommertag eine Schifffahrt unternommen hat, kennt das Gerangel um die besten Plätze auf dem Sonnendeck. Die grösste Chance auf einen Aussensitzplatz bietet das Motorschiff «San Gottardo» auf dem Luganersee. Zwar fehlt hier der nostalgische Charme eines Dampfschiffes, doch bei maximaler Passagierzahl finden hier 56 Prozent der Gäste garantiert draussen einen Sitzplatz.

Auch auf dem Bodensee (51 Prozent auf der MS St. Gallen) sowie auf dem Bielersee (50 Prozent auf der MS Petersinsel) stehen die Chancen auf einen Aussensitzplatz gut.

Auf dem Aussendeck stehen müsse aber selten jemand, versichern alle Schifffahrtsgesellschaften, denn kaum jemals werde die maximale Passagierauslastung erreicht.