Schweizer Biere im Test: Mit gutem Hopfen an die WM

«Kassensturz» lässt elf regionale Schweizer Biere auf Aussehen, Nase, Antrunk und Nachtrunk von einer professionellen Jury testen. Wie bei der WM gibt es auch beim Bier Aussenseiter, teuer Eingekaufte, kleine und grosse Player – wer holt sich den Titel des «Schweizer Meisters»?

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Schweizer Biere im Test: Mit gutem Hopfen an die WM

8:25 min, aus Kassensturz vom 17.6.2014

Die Schweizer trinken am häufigsten Lagerbier. Und das ist gut so, vor allem jetzt, in der heissen Jahreszeit und während der Fussball-Weltmeisterschaft, wo gerne ein Bierchen über den Durst getrunken wird.

Denn Lager ist weniger stark gebraut und hat einen tieferen Alkoholgehalt als das am zweithäufigsten getrunkene Spezialbier. Es hat weniger Kalorien als Milch und ist deshalb ein guter Durstlöscher.

Test ohne Schein-Lokalbiere

Schweizer zeigen eine ausgeprägte Markentreue: Viele Bierliebhaber schwören auf ihre Brauerei und bevorzugen regionale Biere. «Kassensturz» wollte wissen, welches der regionalen Biere auch gesamtschweizerisch überzeugt und schickte elf Biermarken in die Degustation.

Nicht berücksichtigt hat «Kassensturz» Lagerbiere, die nur noch dem Schein nach aus der Region stammen. Zum Beispiel wird das Zürcher Hürlimann schon lange nicht mehr in Zürich gebraut sondern bei Feldschlösschen in Rheinfelden AG. Dort braut der Carlsberg-Konzern auch das ehemals Freiburger Cardinal und das ehemals Basler Warteck.

Genau 9 Grad warm

Mit Bier sind viele Emotionen verknüpft und die Degustation eine entsprechend heikle Sache. Kassensturz hat die Degustation deshalb im Brauhaus Sternen bei bierwürdigen Bedingungen durchgeführt: Klimatisierter Raum, präzise bei 9 Grad unmittelbar vor der Degustation in garantiert geschmacksfreien Gläsern serviert und streng überwacht vom bekannten Sensoriker Patrick Zbinden.

Der Geschmackstest beginnt morgens um zehn Uhr. Dann schmecken und riechen Gaumen und Nase besonders gut allfällige Unterschiede heraus.

Kein Bier schmeckt schlecht

Als Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter der Degustation amtet auf Geschmack sensibilisierte Bier-Sommeliers. Diese Bier-Berater wissen nicht, welche Biere sie vor die Nase gesetzt erhalten. Sie verkosten jedes Bier nach fünf verschiedenen Punkten: Geruch, Geschmack, Konsistenz, Harmonie und Abgang.

Die gute Nachricht vorweg: Alle Biere schmecken gut. Die Sommeliers bewerten sie mit mindestens «genügend». Aber vier Biere heben sich ab und erhalten die Note «gut». Am besten schmeckte den Degustaroren das Lagerbier «Blond Premium» der vergleichsweise kleinen Zürcher Brauerei Wädi-Bräu. Mit 1.90 Franken die 33cl-Flasche ist es allerdings das teuerste Bier in dieser Degustation.

Vier Biere mit Testergebnis «gut»

Auf den zweiten Platz kommt das Bier aus Graubünden, Calanda. Calanda gehört zum Bier-Giganten Heineken, wird aber nach wie vor in Chur gebraut. An dritter Stelle folgen die Luzerner mit ihrem Eichhof Lager. Auch Eichhof braut in der Innerschweiz, obwohl es ebenfalls zum internationalen Konzern Heineken gehört.

Rang vier und das letzte Lagerbier mit der Note «gut» erzielt das Müller-Bräu von der Brauerei Müller in Baden AG (siehe Test-Resultate).

Diverse Brauereien kritisieren die Degustation. Rugenbräu ist erstaunt vom Ergebnis. «Denn dieses entspricht nicht unserer letzten Laborwerten.» Schützengarten schreibt: «Wir sind davon überzeugt, dass wir Spitzenqualität herstellen.» Dies sei wiederholt bei strengen Tests bestätigt worden.

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Die Resultate

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