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Kassensturz-Tests Sieger und Verlierer: Neue Skimodelle im Test

Zum Auftakt der Skisaison hat «Kassensturz» insgesamt 24 neue Unisex- und Damenskimodelle der bekanntesten Anbieter testen lassen. Im Labor schnitten viele Skis gut ab. Doch der Praxistest auf der Piste ergab beim Fahrverhalten deutliche Unterschiede. Ex-Ski-Star Karin Roten gibt Tipps.

Hobbyskifahrer sind vielseitig. Besonders gefragt sind deshalb Allroundski. Im Test: 24 Unisex- und Damenmodelle der gängigsten Marken. Sie eignen sich für durchschnittliche Fahrer und kosten ohne Bindung zwischen 600 und 900 Franken.

Drei Spitzenreiter

Die Kriterien des Labortests: Wie belastbar sind Ski und Kanten? Ist der Belag eben? Fast alle Skis erhielten hier gute Noten. Grosse Unterschiede hingegen im Praxistest: Wie gut greifen die Kanten? Wieviel Kraft braucht es, um Schwünge auszulösen? Wie stabil sind die Skis auf einer Schussfahrt?

Die Resultate der Unisex-Modelle: «Sehr gut» im Gesamturteil sind Head und Völkl. Vor allem im Praxistest überzeugen sie die Testfahrer. Die einzige ungenügende Einzelnote bei den Unisex-Modellen geht an Dynastar: Die Kantenhöhe ist zu knapp. Auf dem letzten Platz mit einem «genügend»: das Unisex-Modell von Kneissl. Der Ski hat die erfahrenen Testfahrer nicht überzeugt.

Der Schweizer Vertreiber von Kneissl sagt: «Jeder Ski wird nochmals neu präpariert bevor er in der Schweiz verkauft wird. Im letzten Frühling haben alle Kneissl-Modelle im Test der Schweizer Sportcentervereinigung sehr gut abgeschnitten.» Und Dynastar teilt mit, solche Tests seien immer sehr subjektiv. Am besten solle der Skifahrer den Ski selber ausprobieren, bevor er ihn kauft.

Bei den Damenskis oben ausgeschwungen hat Völk. Das Modell Attiva SOL erhält «sehr gut» im Gesamturteil. (Alle Resultate siehe untenstehende Tabelle).

Eigenes Können prüfen

Karin Roten weiss, worauf es bei der Skiauswahl ankommt. Die 32-Jährige feierte schon jung grosse Erfolge. Zweimal wurde sie Vize-Weltmeisterin im Riesenslalom. Der Ex-Skistar empfiehlt, vor dem Skikauf zuerst das eigene Können und Fahrverhalten zu überprüfen. Denn nicht jeder Skityp eignet sich auch für jeden Skifahrer.

Karin Roten: «Light-Carver sind sehr weich und einfach zu drehen.» Allerdings: «Wenn man viel fährt, ist der Verschleiss gross.» Im Mittel- und Allround-Carvingbereich sei das Material stabiler, aber immer noch relativ weich. «Diese kann man für alles einsetzen, auch für den Puvlerschnee», erklärt Roten. Den Race-Carving-Ski, der deutlich härter ist, empfiehlt Roten hingegen nur sehr guten Skifahrern.

Bindung kontrollieren

Unerlässlich für den vollkommenen Fahrgenuss ist nicht nur der richtige Ski. Karin Roten: «Ganz wichtig ist, dass die Bindung immer gut eingestellt ist. Damit sie aufgeht, wenn man fällt – und eben nicht aufgeht, wenn sie nicht aufgehen sollte.»

Zudem rät Roten, die Skis ein bis zwei Mal im Jahr in den Service zu geben. Der Belag müsse schwarz und plan sein. Auch abstehende Kanten machen keinen Spass: «Weil es einem fast aus dem Skischuh schmeisst», weiss Roten.