Velopneu-Test: Pannenfrei über Glas und Dornen

Welcher Velopneu ist der Beste? «Kassensturz» testete zusammen mit «K-Tipp» und dem «Velojournal» elf vielverkaufte Pneus für Alltags- und Tourenvelos. Die Reifen wurden mit Nägeln, Scherben sowie Dornen malträtiert. Resultat: Nur wenige haben die Prüfung bestanden.

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Velopneu-Test: Pannenfrei über Glas und Dornen

6:29 min, aus Kassensturz vom 19.5.2009

Um die Abriebfestigkeit des Gummis zu prüfen, hat Testleiter Marius Graber ein spezielles Gefährt entwickelt. Er zieht damit die Pneustücke zehn Kilometer lang langsam über verschiedene Bodenbeläge. So simuliert er eine etwa 5000 Kilometer lange Velofahrt. Schon nach einer kurzen Strecke sieht man klare Unterschiede bei der Gummiqualität.

Zäher Schutz

Drei Reifen schnitten mit dem Gesamturteil «ungenügend» ab: Coop Fortune, mit 10 Franken der günstigste Reifen im Test – Note 3,4. Hutchinson Globetrotter ProtectAir aus dem Fachhandel bekommt die Note 3,5 und Bike Equipment Scylla, für 14.90 Franken gekauft in der Migros, Note 3,6. Bei allen drei Pneus wird der Gummi zu schnell abgerieben. Coop will sein Sortiment nun optimieren, ebenso der Anbieter von Hutchinson. Migros wird die Ergebnisse überprüfen und die Qualität des Pneus allenfalls verbessern.

Lohnt es sich, für einen Pneu mit speziellem Pannenschutz viel Geld auszugeben? Vier Eindringlinge simulieren Scherben, Dornen und Nägel. Marius Graber testet, bei welcher Fallhöhe sie den Pneu durchstechen. Testsieger mit Bewertung «sehr gut» ist der Pneu von Vittoria: Randonneur Cross für 33.90 Franken, erhältlich im Fachhandel. Er lässt weder Dornen, Scherben noch Nägel durch. Marius Graber: «Mit dem kann man davon ausgehen, dass man keinen Platten hat.» Der Pannenschutz sei nicht dick, aber sehr zäh.

Hart pumpen

Fazit: Es lohnt sich, in einen guten Pneu etwas Geld zu investieren. Ob und welcher Pannenschutz eingebaut ist, lässt sich von aussen jedoch nicht immer eruieren. Bei einem Stadtvelo ist das Profil nicht wichtig. Pneus mit wenig Profil haben in der Regel einen dickeren Gummi. Wichtig ist, dass man den Pneu immer hart pumpt – gemäss den Angaben auf dem Reifen. Sonst kann der Schlauch beim Überfahren von Randsteinen zwischen Pneu und Felge gequetscht und beschädigt werden.

Dann sollte man nach einem Platten das Felgenband kontrollieren und beim Montieren den Schlauch mit Talkpuder einreiben. Und: Wenn man einen Platten hat, muss man den Pneu auf Fremdkörper kontrollieren und diese entfernen, bevor man einen neuen Schlauch einsetzt.