Zahnschmelzfresser: Süssgetränke im Säuretest

Früher warnten Zahnärzte vor Karies, nun vor Zahnerosion. Säurehaltige Getränke wie Energy-Drinks oder Cola greifen den Zahnschmelz an. Die verheerende Wirkung zeigt sich Jahre später. «Kassensturz» testete den Säuregehalt von Süssgetränken und nennt die grössten Zahnschmelzfresser.

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Zahnschmelzfresser: Süssgetränke im Säuretest

7:27 min, aus Kassensturz vom 7.4.2009

Energy-Drinks erleben einen Boom: Im letzten Jahr nahm der Verkauf um 15 Prozent zu. In der Schweiz werden jährlich 24 Millionen Liter Energy-Drinks verkauft – ein Trend, der Zahnärzten gar nicht gefällt. Heute leiden 15 Prozent der Schweizer Bevölkerung unter Zahnerosionen. Die abgetragene Zahnsubstanz geht für immer verloren. Das stete Nippen an den Energy-Drinks ist besonders schädlich. Doch gerade Energy-Drinks konsumieren die Jugendlichen Schluck für Schluck.

«Kassensturz» schickt deshalb die meistverkauften ins Labor. Wie sauer sind sie? Das Labor misst den Gesamtsäuregehalt. Die Gesamtsäure zeigt, wie viel schädliche Säure ein Energy-Drink enthält. Denn nicht alle Säuren sind für die Zähne gleich aggressiv. Und: Das Labor analysiert auch den pH-Wert. Je tiefer der pH-Wert, desto saurer das Getränk. Auffällig: Bei allen getesteten Energy-Drinks ist die Gesamtsäure sehr hoch – ein Zeichen, dass die Hersteller viel aggressive Zitronensäure beigemischt haben. Damit schmecken die Getränke im Mund länger sauer.

Im Säuretest sind auch drei beliebte Süssgetränke. Coca-Cola hat zwar einen sauren pH-Wert, aber der Speichel kann die beigemischte Phosphorsäure besser neutralisieren. Der Gesamtsäuregehalt liegt deshalb bei nur 0,9 Gramm pro Liter. Auch Rivella oder Nestea Lemon sind sauer, beinhalten aber viel weniger schädliche Säure als die Energy-Drinks.