Online-Sprachportale: Fast so gut wie Präsenzkurse

Viele lernen heute Fremdsprachen im Internet. Das deutsche Magazin «Stiftung Warentest» hat fünf solcher Lern-Portale untersucht: Fazit: Einige davon sind sehr hilfreich und können fast mit einem Präsenzkurs mithalten.

Eine Frau sitzt mit Headset vor einem Laptop

Bildlegende: Die moderne Sprachschule: Nutzer lernen via Internet-Chat. Englishtown

Der Vorteil der Online-Lernportale liegt auf der Hand: Jeder kann zu Hause für sich üben und ist trotzdem nicht alleine. Die Online-Sprachschulen bieten Übungen aus Bild-, Audio- und Videomaterial, die der Schüler alleine absolviert. Zusätzlich gibt es aber auch eine Community, in der die Lernenden in Kontakt stehen, zum Beispiel über einen Chat. Auf manchen Seiten begleitet zudem ein Lehrer die Lektionen.

Aber kann man so eine Sprache lernen? Das wollte «Stiftung Warentest» wissen und hat Testpersonen auf verschiedenen Englisch-Portalen angemeldet.

So wurde getestet

Fünf Englisch-Schüler und Fachgutachter haben sich im Zeitraum von Februar bis Mai 2013 verdeckt auf fünf Englisch-Lernportalen angemeldet und das Angebot getestet. Ausserdem wurden die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von einem Gutachter untersucht.

Folgende Kriterien beeinflussten die Bewertung:

  • Inhalt 40% (Sprechen/Schreiben, Hörverständnis/Leseverständnis, Grammatik/Wortschatztraining, Kulturelle Aspekte)
  • Didaktik 40%
  • Bedienbarkeit 10%
  • Kundeninformation 10%
  • Mängel in den AGB 0%

Der Testsieger

Mit Abstand am besten wurde das Lernportal «EF Englishtown» bewertet. Mit 49 Euro pro Monat ist es zwar weitaus am teuersten, ist laut den Testern aber sein Geld wert. Dieses Portal trainiert Schreiben, Sprechen, Lesen und Hören effektiv. Ausserdem können sich die Schüler untereinander austauschen, es gibt Übungen und einen virtuellen Unterricht mit Lehrer.

Wer weniger bezahlen möchte, kann beispielsweise mit der zweitplatzierten Plattform «Babbel» an gutem Grammatik- und sehr gutem Vokalbeltraining teilnehmen.

Besonders aufgefallen ist auch das Portal «busuu.com». Es schnitt den Test am schlechtesten ab. Dies vor allem, weil die AGB erhebliche Mängel aufweisen und den Abonnenten «in unzulässiger Weise benachteiligen».

Die getesteten Plattformen

EF Englishtown
Prei: 49 Euro
Testurteil: Gut (Note 1,6) *

Babbel
Preis: 10 Euro
Testurteil: Befriedigend (Note 2,8) *

Livemocha
Prei: 10 Euro
Testurteil: Befriedigend (Note 2,9) *

Rosetta Stone Englisch Totale Onlinekurs
Preis: 25 Euro
Testurteil: Befriedigend (Note 3,1) *

Busuu.com
Preis: 15 Euro
Testurteil: Ausreichend (Note 3,7) *

Die Grundsatzfrage: Kann man Online eine Sprache lernen?

Was die Eignung von Online-Portalen betrifft, fällte «Stiftung Warentest» ein klares Urteil: Auf diese Weise lässt sich eine Sprache flexibel und günstig trainieren. Die Portale sind vor allem für Erwachsene geeignet, die sich beim Lernen selbst organisieren können und einen Hang zu sozialen Netzwerken haben.

In Kombination mit anderen Lernformen sind diese Sprachprotale allemal zu empfehlen. Mit Schülern aus aller Welt und Lehrern, die während der Lektionen aktiv unterrichten, kann ein Lernportal sogar fast mit einem Präsenzkurs mithalten. Und: Man kann so neue Kontakte rund um den Erdball knüpfen.

* Deutsches Benotungssystem (0 = sehr gut / 5,5 = mangelhaft).
Quelle: «Stiftung Warentest» Ausgabe August 2013.

Dieser Test mit ausführlicher Vergleichs-Tabelle kann für 1,50 Euro online bezogen werden bei Test.de.

Rubrik «Testsieger»

In «Testsieger» informiert «Kassensturz» über Tests von anderen Konsumenten-Magazinen und -sendungen im In- und Ausland.