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Teure FFP2-Masken: Tipps für Gesundheit und Portemonnaie
Aus Kassensturz vom 02.02.2021.
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Grosse Nachfrage Teure FFP2-Masken: Tipps für Gesundheit und Portemonnaie

Allein die Apotheken sprechen von einer Verfünffachung der Verkäufe. Tatsächlich filtern FFP2-Masken noch kleinere Partikel als Hygienemasken. Allerdings sind sie auch deutlich teurer. «Kassensturz» zeigt, wann solche Masken Sinn machen und wie man bei richtiger Verwendung viel Geld sparen kann.

Sogenannte FFP2-Masken erleben derzeit einen Verkaufsboom: Onlinehändler wie Digitec-Galaxus verkauften im Januar zwanzig Mal mehr solcher Masken als im Dezember. Auch Migros und Coop berichten über eine sehr starke Zunahme der Nachfrage. FFP2-Masken gehen aber ordentlich ins Geld: Ein Exemplar kostet je nach Anbieter zwischen 2 und 5 Franken das Stück; ein Vielfaches im Vergleich zu Hygienemasken für rund 30 Rappen.

Experte Prof. Michael Riediker beantwortet Ihre Fragen zu FFP2

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Experte Prof. Michael Riediker beantwortet Ihre Fragen zu FFP2

Maskentragen:

  • Ist zu lange Tragedauer ungesund? Es wird empfohlen, die FFP Masken nicht länger als zwei Stunden am Stück zu tragen. Dies sowohl aus Gründen des Tragkomforts als auch weil es ermüdend ist, gegen einen hohen Widerstand zu atmen. Es gibt moderne FFP2-Masken, die haben einen sehr tiefen Widerstand. Das sollte dann eigentlich zu weniger Ermüdung führen.
  • Weshalb habe ich das Gefühl, dass der Widerstand beim Atmen durch die Maske zunimmt? Das ist nicht nur ein Gefühl, das trifft oft tatsächlich zu. Ein Problem langer Tragedauern ist die Kondensation von Wasserdampf im Maskengewebe, welches den Atemwiderstand erhöht. Nicht alle Masken haben dieses Problem, aber wenn der Widerstand zunimmt, sollten sie die Maske wechseln.
  • Ich kriege beim Atmen durch die Maske zu wenig Sauerstoff. Die Bedenken vieler Leute hier sind, das man zu wenig Sauerstoff einatme. Das ist aber in normalen Höhenlagen unbegründet. Unser Hämoglobin ist extrem gut, so dass die Sättigung nicht von Masken beeinträchtigt wird. In der Ausatmungsluft hat es ja auch genug Sauerstoff, um eine andere Person zu beatmen.
  • Ich atmet zu viel Kohlendioxid ein und werde daher müde! CO2 ist der wesentliche Treiber unserer Atemregulation. Die Befürchtung, dass die Maske einen Raum schaffe, in dem sich die Ausatmungsluft ansammele ist nicht total unbegründet. Ja, es ist wichtig, dass genug frische (CO2-arme) Luft in die Gasaustauschregionen der Lunge gelang. Es stimmt, dass das Atmen von hohen CO2-Konzentrationen müde macht. Laut den Studien zu Masken, die ich gesichtet habe, ist der Effekt auf verschiedenste Blutwerte aber je nach Studie entweder sehr gering oder nicht vorhanden. Daher zurück zu Punkt 1. Wenn man müde wird, dann eher wegen dem Atemwiderstand.

Virenabtöten:

  • Schadet es der Maske, wenn etwas Desinfektionsmittel auf die Maske gelangt? Nein. Etwas Desinfektionsmittel auf die Maske macht nichts aus. Es geht beim Abraten davon darum, dass Desinfektionsmittel im Hausgebrauch nur die Oberflächen erreichen und gerade in Falten und im Innern keine komplette Virenabtötung erreicht wird. Mit Peroxid-Desinfektionsdampf würde es klappen, doch das ist hochgefährlich (Explosions- und Verätzungsgefahr) und darf nur von Profis gemacht werden.
  • Könnten beim Raumtrocknen während der sieben Tage Viren von der Maske abfallen und über Luft eingatmet werden? Viren kommen zusammen mit Lungenflüssigkeit in die Luft. Die darin enthaltenen Proteine, Zucker etc. stellen beim Trocknen einen guten Leim dar, so dass Sie keine Sorgen wegen Resuspension durch leichte Windstösse haben müssen.
  • Ich föhne jeweils meine Masken, um sie zu trocknen. Ist das ok? Ihre Prozedure sollte unproblematisch sein. Allerdings haben Sie mit dem Föhn keine gute Kontrolle über die Temperatur. Ich würde also nicht darauf vertrauen, dass die Maske nach der Behandlung bereits virenfrei ist. Doch das Trocknen bewirkt immerhin, dass sie sich keine grossen Sorgen ums Wachstum von Bakterien machen müssen.
  • Kommt es darauf an, wieviele Masken ich pro Mal in den Ofen lege? Solange der Ofen die empfohlene Temperatur erreicht, kommt es nicht auf die Anzahl Masken darin an. Schauen Sie einfach dazu, dass sie die Stoppuhr erst beim Erreichen der Temperatur starten.

Das Kürzel FFP steht für «Face Filtering Piece». Die Zahl «2» informiert über die Filtereffizienz. FFP2-Masken müssen viel kleinere Partikel filtern können als etwa Hygienemasken, betont Margrit Widmann, Dozentin für Qualitätsmanagement für Medizinprodukte an der Hochschule Luzern: «FFP2-Masken müssen Prüf-Aerosole in der Grössenordnung von 0,6 Mikrometern filtern können, also Partikel in der Grösse der Viren. Medizinische Gesichtsmasken sind für Bakterienfilterleistung konzipiert, filtern also fünf Mal grössere Partikel.» Und die Expertin betont: «Beide Maskentypen, die Atemschutzmasken und medizinische Gesichtsmasken, tragen richtig angewendet zu einem Schutz vor Infektionen bei.»

Regeln zur FFP2-Maske (Dr. Margit Widmann)

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Regeln zur FFP2-Maske (Dr. Margit Widmann)

Lernen Sie die AHA-L-Regeln im Umgang mit der Schutzmaske kennen.

BAG: Hygienemasken genügen im Alltag

Das Bundesamt für Gesundheit empfehlt für den Alltag nach wie vor Hygienemasken und das Beachten der Hygiene- und Abstandsregeln.

Und die richtige Chirurgenmaske bietet auch guten Schutz. Laut Norm müssen diese Einwegmasken Partikel von 3 Mikrometern filtern. Im «Kassensturz»-Test hat sich gezeigt: Einige Produkte halten weit kleinere Partikel zurück.

Für alle, die dennoch eine FFP2-Maske kaufen möchten heisst es aufgepasst: Nicht alle Produkte sind ihr Geld wert. Kaufen Sie nur FFP2-Masken, welche mit dem europäischen CE-Logo bedruckt sind, gefolgt von einer vierstelligen Zahl, sowie mit der Prüfnorm EN 149. Nur Masken mit diesem Aufdruck sind von einem zertifizierten Labor geprüft worden.

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Michael Riediker, SCOEH: «Die FFP2-Maske schützt andere und mich selbst. Wichtig ist aber, dass sie richtig sitzt.»
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Tipps für die Wiederverwendung

FFP2-Masken müssen enganliegend getragen werden. Nur schon der kleinste Luftraum zwischen Maskenrand und Haut mache die Schutzwirkung zunichte, betont Michael Riediker vom Zentrum für Arbeits- und Umweltgesundheit SCOEH: «Schon nur ein Dreitagebart mindert die Schutzwirkung».

Eigentlich sind FFP2-Masken für den Einmalgebrauch gedacht. Wer sie nur kurz im Zug oder beim Einkaufen getragen hat, kann die Maske aber auch wiederverwenden. Das belegen Studien im Auftrag des deutschen Bundesamts für Arzneimittel und Medizinprodukte:

  • Am besten sollte eine getragene Maske mindestens sieben Tage an einem trockenen Ort auslüften. So wird die Virenbelastung deutlich reduziert. Empfohlen werden sieben Haken für die Woche: Die Montagsmaske könnte man dann nach einer Woche wiederverwenden. Insgesamt darf der Zyklus aber nicht mehr als fünf Mal wiederholt werden.
Sieben Haken mit Masken.
Legende: Montag bis Sonntag: So kann jede Maske sauber auslüften. SRF
  • Eine Reinigung im Kochtopf, in der Mikrowelle, Waschmaschine, im Geschirrspüler oder auch mit Desinfektionsmitteln ist keine gute Idee. Die Maske kann beschädigt werden, und funktioniert dann nicht mehr.
  • Eine Ausnahme gibt es, den Backofen: Eine Stunde Ober- und Unterhitze und genau 80 Grad, lautet hier das richtige Rezept. Bei 70 Grad können Keime überleben, bei 90 Grad und mehr verformt sich die Maske und die Filterleistung lässt nach.

Die wichtigsten Informationen zum Coronavirus:

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Die wichtigsten Informationen zum Coronavirus:

Kassensturz, 02.02.2021, 21:05 Uhr

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Anton Reiter  (Contribution)
    Die Behauptung, dass man mit FFP2-Masken mit einer Filterwirkung von 0,6 Mikrometer Coronaviren filtern kann ist nicht korrekt. Coronaviren lassen sich weder mit FFP2- noch FFP3-Masken filtern, da deren Grösse 0,12 Mikrometer beträgt.
    Coronaviren können also von solchen Masken nur gefiltert werden, wenn sie an Partikeln grösser als 0,6 Mikrometer haften.
    FFP-2/3 Masken filtern somit nur 5mal grössere Partikel als Coronaviren (um beim im Artikel angeführten Vergleich zu bleiben).
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    1. Antwort von Thomas Schaffner  (Giftzwerg)
      Soviel ich weiss wurden Testpartikel von 0.6 Mikrometer als Testpartikel geprüft. FFP2 Masken eliminieren aber auch deutlich kleinere Partikel sehr effizient. Diese werden an den Polypropylenefasern der Mittelschichr gebunden. Weil ein einzelner Virus kaum in der Lage ist zu infizieren, sind ohnehin nur grössere Partikel mit vermutlich hunderten Viren infektiös.
  • Kommentar von Thomas Schaffner  (Giftzwerg)
    Die Hersteller beschränken die Lagertemperatur von FFP2 Masken auf 70 oder sog. nur 50 Grad. Deshalb hat die Gruppe von Greg Blonder vorgeschlagen Masken mit nur 50 Grad für eine Dauer von 12 Std zu dekontaminieren, das geht z,B. mit einem Dörrapparat. Coronaviren wurden so praktisch eliminiert, die 7 Tage Trocknung reduzierte Coronaviren um einen Faktor 1000. Backen bei 70 Grad hat den Vorteil andere Keime abzutöten (nicht Sporen), die Keimen aber nicht, wenn die Maske trocken ist.
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  • Kommentar von Thomas Hartl  (Thomas.)
    Ich frage mich, wie viele FFP2 Masken geleichzeitig im Backofen aufbereitet werden müssen, damit diese Aktion nicht zu einem energetischen Blödsinn ausartet.
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