Ferienjob: 600 Stunden Freizeit für Wanderwege

«Espresso Ferienjob»: Andreas Abegg opfert Sommer für Sommer eine Woche seiner Ferien, um für die Allgemeinheit Wanderwege zu flicken. Der Zusammenhalt mit den anderen «Wägbuiär Alpnach», und die eindrückliche Landschaft sind ihm Lohn genug.

Der Verein «Wägbuiär Alpnach» ist in diesem Jahr auf der Alp Ettlismatt oberhalb Alpnach im Kanton Obwalden im Einsatz. Die knapp 20 jungen Männer und Frauen machen unter anderem den Ettlismatter Chäswäg wieder begehbar.

«Hier ist die Brücke aus Holzstämmen langsam morsch und der Weg so nicht mehr sicher», erklärt Andreas Abegg, der dieses Jahr auch das Lager leitet. «Wenn diese Holzstämme durchbrechen oder sich das Geländer löst, kann das ganz schön gefährlich werden».

Trotz des regnerischen Tages, an dem wir Andreas Abegg und die rund 20 «Wägbuiär» besuchen, sind alle top motiviert. Alle geben freiwillig eine Woche ihrer Ferien her, um diese körperlich schwere Arbeit zu verrichten.

«Es ist einfach wunderbar, hier draussen zu sein: die Natur, die Aussicht», schwärmt Abegg. Und auch das Gesellschaftliche kommt während der Woche nicht zu kurz: «Am Abend spielen wir auf der Ettlismatt Alpen-Volleyball, oder trinken ein «Kaffee Schnaps» auf der Terrasse».

Keine Rekrutierungsprobleme

«Während der ganzen Woche kommen etwa 600 Stunden Freiwilligenarbeit zusammen», schätzt Andreas Abegg. Der Dachdecker und Ingenieurstudent ist hocherfreut, dass auch dieses Jahr wieder neue junge Leute motiviert werden konnten, um Wanderwege zu reparieren. «Es läuft über Mund-zu-Mund-Propaganda. Probleme, Neumitglieder für die «Wägbuiär» zu rekrutieren, kennen wir nicht.»

Für Arbeiten, wie beispielsweise Tannenfällen, haben die «Wägbuiär» auch die richtigen Leute. Dieses Jahr ist es ein junger Mann, der im zweiten Lehrjahr als Forstwart ist und sein Wissen einbringt.

«Aber selbst ein KV-Stift können wir hier brauchen», gibt sich Andreas Abegg überzeugt. Stolz scheint er auch zu sein, dass in diesem Lager zwei junge Frauen bei den Wegbuiär mitwirken und Hand anlegen.

Dankbarkeit aus der Bevölkerung

Welche Wege und Stellen zu reparieren sind, hat Abegg im Vorfeld mit dem verantwortlichen Forstwart besprochen. Und Konkurrenz zu anderen Vereinen, wie zum Obwaldner Wanderwegverein oder zu «Pro Pilatus», bestehe keine.

«Da ziehen wir gemeinsam am gleichen Strick», so Andreas Abegg. Auch aus der Bevölkerung spüre er immer wieder Dankbarkeit. Immer wieder würden Wanderer aus der Region auf ihn zukommen und sich für die geleistete Arbeit bedanken. «Das macht Freude.»

Steckbrief

Andreas Abegg

Bildlegende: Andreas Abegg. SRF

Name: Andreas Abegg
Alter: 25
Wohnort: Kerns OW
Beruf: Dachdecker & Ingenieurstudent
Ferienjob: Wanderwege reparieren
Motivation: Draussen in der Natur zu sein, ab von der Zivilisation das tut einfach gut. Und das Zusammensein mit den anderen Wägbuiär, das Gesellschaftliche macht Spass.

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Sommer-Serie

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«Espresso» stellt Menschen vor, welche die Sommerferien dazu nutzen, Arbeit in einem anderen Bereich zu verrichten. Das Dossier