Lehrlinge sollen sich per «Stop-Karte» wehren

Beinahe 25‘000 Lehrlinge verunfallen in der Schweiz jährlich. Damit diese Zahl zurückgeht, führt die Suva eine «Stop-Karte» ein. Diese sollen Lehrlinge ihren Lehrmeistern zeigen können.

Die Suva-Kampagne

Bildlegende: Die Suva-Kampagne. PD

Damit sollen die Lehrlinge sich getrauen, «Stop!» zu sagen, wenn sie sich in einer gefährlichen Situation befinden. Dies ist das erklärte Ziel einer neuen Kampagne der Schweizerischen Unfallversicherung Suva.

Lehrlinge seien noch unerfahren und getrauten sich häufig nicht, von sich aus die Arbeit zu unterbrechen oder zumindest nachzufragen, wenn ihnen etwas gefährlich erscheine, heisst es von Seiten der Suva.

Das Klima im Betrieb ist wichtig

«Der Lehrmeister ist gefordert», erklärt André Meier, Leiter Arbeitssicherheit bei der Suva. Es müsse ein Klima geschaffen werden, in welchem sich alle wohlfühlen und eben auch den Mut aufbringen, etwas nicht zu machen.

Die Gewerkschaft Unia sieht in der neuen «Stop-Karte» einen Schritt in die richtige Richtung. «Als Lehrling ist man aber oft im Konflikt und stellt sich die Frage: ‚Ist es mir wert, einen Konflikt mit dem Lehrmeister zu riskieren?‘», gibt Fabian Molina (Jugendsekretär der Unia) zu bedenken.

Gefährliches erstes Lehrjahr

Ein Blick in die Unfallstatistik der Versicherung zeigt: Häufig werden die Lehrlinge von Fremdkörpern getroffen, sie schneiden oder schürfen sich. Der Umgang mit Handwerkzeugen sei noch ungewohnt und führe deshalb zu Unfällen.

Diese Erkenntnis spiegelt sich auch darin, dass über 35% der Unfälle im ersten Lehrjahr passieren. Im vierten Lehrjahr sind es noch 10%.

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SUVA-Kampagne für Lehrlinge

2:42 min, aus Tagesschau vom 12.8.2013