Lohn: Frauen von Anfang an benachteiligt

Eine grossangelegte Studie zeigt erstmals, dass Frauen bereits bei Berufseinstieg weniger verdienen als Männer. Arbeitgeber sagen: Die Frauen sind an diesem Umstand zum Teil selbst schuld.

Kellner

Bildlegende: Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Kellnerin und ein Kellner den gleichen Lohn bekommen. Colourbox

Wissenschaftler werteten während 13 Jahren Daten von rund 6000 Jugendlichen aus. Nun zeigt sich: Bereits beim Einstiegslohn verdienen Frauen 7 Prozent weniger als Männer.

Der Ökonom und Autor der Studie Michael Marti sieht verschiedene Möglichkeiten, um diesen Zustand zu ändern.

Zum Beispiel könne mehr Transparenz beim Lohn helfen, die Unterschiede überhaupt aufzudecken, sagt er im Interview mit der Konsumentensendung «Espresso» von Radio SRF1 Und dann gäbe es auch die Möglichkeit, einen Elternurlaub nach skandinavischem Vorbild einzuführen.

Gespräch gut vorbereiten

«Bei diesem Modell wird der Mutterschaftsurlaub quasi aufgeteilt», erklärt Marti. So sei nicht ausschliesslich die Mutter nach der Geburt abwesend und dadurch lohnmässig benachteiligt, sondern auch der Vater. «Doch solche Änderungen brauchen Zeit.»

Gemäss Arbeitgeber braucht es solche Massnahmen gar nicht unbedingt. Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Gewerbeverbands, sieht anderen Handlungsbedarf: «Frauen sollen in Verhandlungen selbstbewusst auftreten und Lohngleichheit fordern. Das bedingt, dass man sich links und rechts informiert und dann nicht gleich die erste Offerte akzeptiert.»

Einen ähnlichen Tipp gibt auch Thomas Eichenberger, Vorstandsmitglied bei der Konferenz der kantonalen Berufsberatungen. «Fordern Sie ein Gespräch über die Problematik, aber bereiten Sie sich gut vor.»

Hierzu seien die Möglichkeiten verschieden: Bundesamt für Statistik, Lohnrechner, Verbandsempfehlungen oder Gewerkschaften.

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