Die besten Tipps für die eigene Wetterprognose

Alle Wetter schicken ihre Zeichen voraus. Mario Slongo, der bekannte Wetterfrosch von Radio DRS1, verrät im «Kassensturz» ein paar einfache Tricks, mit denen man auch als Laie das Wetter voraussagen kann.

Fast ein Vierteljahrhundert lang schlüpfte Mario Slongo auf DRS1 in die Rolle des Wetterfroschs

Bildlegende: Fast ein Vierteljahrhundert lang schlüpfte Mario Slongo auf DRS1 in die Rolle des Wetterfroschs SRF

Fast ein Vierteljahrhundert lang analysierte der «Wetterfrosch» Mario Slongo auf DRS1 wöchentlich die aktuelle Wetterlage. Nun geht er in Pension. Für «Kassensturz» hat er einige Wetterregeln zusammengefasst, denen Erfahrung und wissenschaftliche Erkenntnisse zugrunde liegen. Slongo betont aber: «Diese Regeln haben niemals die Gültigkeit von Gesetzen, sondern bestenfalls eine hohe Trefferwahrscheinlichkeit.»

Wetterverschlechterung

WOLKENBEOBACHTUNGEN

  • Aufzug einer Warmfront: Es bilden sich zuerst hakenförmige Federwolken (Cirren). Sie kommen dabei eindeutig aus einer Richtung und lösen sich nicht mehr auf. Im Gegenteil, sie verdichten sich in einer Zeit von drei bis fünf Stunden zu einer Schicht. Es bilden sich «Halo-Ringe» und «Höfe» um Sonne oder Mond. Danach folgen hohe Schäfchenwolken. Die Schichtwolken kommen immer tiefer herab. Ein klares Zeichen für Regen, der sich als anhaltender Landregen einstellt.
  • Bei Gewitter können ebenfalls hohe Schleierwolken direkt der eigentlichen Gewitterfront (Wolkenwand) vorausgehen. Der nachfolgende Regen ist  schauerartig und von Gewittern begleitet.
  • Schäfchenwolken nach längerer Schönwetterperiode deuten auf Schlechtwetter am nächsten Tag, vor allem wenn sie aus Westen aufziehen.
  • Thermische Gewitter entstehen, wenn am Himmel Streifenwolken erscheinen, die mit Wolkentürmchen (Cumulus castellanus) besetzt sind, oder wenn einzelne zerrissenen Wolken aufziehen, die wie Watteflocken aussehen. Gewitter stellen sich meist innerhalb von 6-12 Stunden ein. Es kann vorher durchaus nochmals aufklaren.
  • Sich auftürmende Quellwolken bei sonnigem Wetter am Vormittag, bringen am Nachmittag meistens Regenschauer und Gewitter.
  • Gewitter stehen unmittelbar bevor, wenn aufgetürmte Quellwolken (Blumenkohlwolken) am oberen Rand plötzlich ausfransen und einen ambossartigen Schirm bilden.
  • Gewitter zwischen Mitternacht und Mittag sind Schlechtwetterboten.
  • Wenn sich nach einer Regenschauer in den Bergen Nebel bildet, der an Felswänden oder Hügeln aufsteigt, dann sind weitere Regenfälle zu  erwarten.
  • Mit anhaltendem Regen ist zu rechnen, wenn unter einer geschlossenen Wolkendecke Wolkenfetzen an Baumspitzen und Felsen hängen bleiben.
  • Zigarrenförmige Wolken in Gebirgsnähe deuten auf Föhn hin (Föhnfische) und damit auf eine Wetterverschlechterung.

SICHTVERÄNDERUNGEN

  • Eine schnelle Sichtverschlechterung im Sommer in den Bergen kündigt Wolken mit Regenschauer und Gewitter an. Es fängt meistens mit einem rasch zunehmenden Dunst an. Vorsicht ist geboten, der Wettersturz kann sehr schnell gehen.
  • Ein Regenzeichen ist es, wenn ferne Berge scheinbar näher rücken und dabei eine blauschwärzliche Färbung annehmen.
  • Hebt sich der Morgennebel und  bleibt dabei eine Wolkendecke, kann es am Nachmittag zu Niederschlägen kommen.

FARBVERÄNDERUNGEN 

  • Wenn der Wald dunkelgrün erscheint ist ein Regen oder ein Gewitter bevorstehend.
  • Gelbes oder violettes Abendrot ist ein Schlechtwetterbote.
  • Morgenrot mit nachfolgendem Wolkenaufzug. Schlechtwetterbote.
  • Gelbgrüne Dämmerung ist ein Zeichen für Wetterumschlag.
  • Bleigraue Verfärbung des blauen Himmels deutet auf Wetterwechsel.

WINDBEOBACHTUNGEN

  • Aussetzen des Berg- und Talwindes.
  • Über Nacht auffrischende Winde.
  • Wind weht den aufziehenden Wolken entgegen.
  • Nordalpen: starker böiger Wind aus West oder Nordwest.
  • Südalpen: starker böiger Wind aus Süd bis Südwest.
  • Zieht der Höhenwind von links über den Bodenwind hinweg, kann mit der Annäherung eines Tiefruckgebietes gerechnet werden.
  • Nordalpen: Wind aus West bis Südwest mit fallendem Luftdruck.
  • Südalpen: Wind aus Ost bis Südost bei fallendem Luftdruck.
  • Windstille bei Niederschlag deutet auf anhaltendes Schlechtwetter.

BEOBACHTUNG DES LUFTDRUCKES

  • Nordalpen: Druckfall mit Wolken aus West bis Südwest. Druckanstieg bei Wolken aus Nordwest (Nordstaulage)
  • Südalpen: Druckfall mit Wolken aus Süd bis Südwest.
  • Steigt der Luftdruck nach einer Kaltfront nur unwesentlich an und bleibt oder fällt erneut, dann ist mit einem Trog zu rechnen, der sogar Stürme bringen kann.
  • Stürmisches Wetter ist ebenfalls zu erwarten, wenn der Luftdruck rasch fällt (3-5 hpa pro Stunde).
  • Anhaltender tiefer Luftdruck bedeutet anhaltende Schlechtwetterlage.

VERSCHIEDENE ZEICHEN

  • Schlägt der Rauch aus einem Kamin zu Boden, ist die Luft feucht. Es kann Wetterumschlag geben.
  • Gerüche von Jauchegruben und WCs oder Fischgeruch an Seen sind Schlechtwetterboten.
  • Intensive Gerüche von Bierbrauereien (Hopfen) oder Fabriken.
  • Geräusche von Kirchenglocken aus Westen oder Südwesten.
  • Kein Tau auf dem Gras am Morgen deutet mit Wolken zusammen auf Wetterumschlag hin.
  • Langanhaltende Kondensstreifen hinter einem Flugzeug: Luftfeuchtigkeit in grosser Höhe nimmt zu.

Wetterverbesserung

WOLKENBEOBACHTUNGEN

  • Wenn sich eine Schichtwolkendecke langsam verdünnt und auflöst, nähert sich ein Hochdruckgebiet. (Absinkbewegung und Komprimierung = Erwärmung der Luft)^.
  • Vereinzelte glatt- und scharfrandige hellweisse Quellwolken vor klarem blauen Himmel sind ein Schönwetterzeichen.
  • Entstehende und gleich wieder sich auflösende Haufenwolken.
  • Quellwolken, die sich auftürmen, aber oben «umfallen».
  • Haufenwolken, die am Abend abflachen und sich an den Rändern auflösen, zeigen am Folgetag schönes Wetter an.
  • Im Winterhalbjahr Nebel- oder Hochnebeldecke, die sich nicht auflöst. Darüber herrliches Hochdruckwetter (Inversionslage).

SICHTVERÄNDERUNGEN

  • Zunehmende Fernsicht in den Bergen, bei gleichzeitigem Luftdruckanstieg.(Absinkbewegung in einem Hoch und Austrocknung der Luft).
  • Täler im Dunst und Höhen klar, Zeichen für beständiges Wetter. Sind aber Schleierwolkenfelder da stimmt, diese Regel nicht mehr.  Am Nachmittag wandert der Dunst bei Erwärmung in etwas höhere Lagen und steigt am Abend nach Sonnenuntergang wieder hinunter. In kalten Jahreszeiten bleibt er im Tal.
  • Löst sich Morgennebel auf und verschwindet, bleibt das Wetter schön oder wird schön.
  • Klarer sehr kalter Morgen ist ebenfalls ein Schönwetterzeichen.

FARBVERÄNDERUNGEN

  • Orangefarbiges Abendrot: Die Strahlen der untergehenden Sonne kommen nur dann zu uns, wenn es im Westen trocken wird. Dann können die langwelligen roten Sonnenstrahlen die Luftschicht durchdringen. Die kurzwelligen blauen Strahlen werden gebrochen, reflektiert und gestreut. Diese trockene Luft bringt uns am anderen Tag sonniges Wetter.
  • Unmittelbar vor Sonnenaufgang zeigen sich im Gebirge wechselnde Farbtönungen des Lichtes von Blau über Grün zu Rot und Gelb.
  • Ein hellgrüner Tannenwald ist ein Schönwetterzeichen. Nadeln zeigen sich von der Unterseite, wo sie heller grün sind als von der Oberseite. Frage der Luftfeuchtigkeit.

WINDBEOBACHTUNGEN

  • Abflauender Wind, der von Nordwest über Nord nach Nordost (Bise) dreht.
  • Für Südalpenraum Wind aus Nordwest und Nord
  • Schwache Winde bei Schönwetter sind besonders im Gebirge ein Zeichen für Beständigkeit der Wetterlage.
  • Föhn im Nordalpenraum, aber nur vorübergehende, nicht beständige Schönwetterlage.

BEOBACHTUNGEN DES LUFTDRUCKES 

  • Schneller Anstieg des Luftdruckes: Zeichen eines Zwischenhochs.
  • Langsamer Anstieg des Luftdruckes: beständiges Schönwetter. Hochdrucklage. Aufheiterung setzt im Gebirge rascher ein als im Flachland.
  • Achtung: steigt der Luftdruck nach langem Tiefstand plötzlich kräftig an, so kann das auch als Folge eines Kaltluftstaus an den Nordalpen passieren. Nordstaulage. Erst bei längerem Druckaufbau nach zwei, drei Tagen, setzt sich dann Schönwetter durch.
  • Steigender Luftdruck südlich der Alpen bringt dort Wetterbesserung mit Nordföhn.
  • Leichter Druckfall am Nachmittag ist thermisch bedingt und kein Schlechtwetterzeichen. Tägliche Schwankungsbreite.

VERSCHIEDENE BEOBACHTUNGEN

  • Abendrot: Siehe Kapitel «Farben».
  • Tau am Morgen auf dem Gras: Durch nächtliche Abkühlung und Kondensation des Wasserdampfes aus der Luft entstanden.
  • Senkrecht aufsteigender Rauch = Schönwetterzeichen.
  • Keine Gerüche und schwitzende Wasserröhren und –leitungen.
  • Hochfliegende Schwalben.
  • Kirchenglocken und andere Geräusche aus Richtung Nordost bis Ost.
  • Kurze Kondensstreifen am Himmel: die Kondensstreifen lösen sich hinter dem Flugzeug sofort wieder auf, d.h. die Luft in dieser Höhe ist sehr trocken.

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