Die Migros schludert bei «Suisse Mania»-Spiel

Die Schweiz spielerisch erkunden, Fragen zu Kultur und Geografie beantworten: So preist die Migros das Spiel «Suisse Mania», ihr aktuelles Marketing-Konzept. Nur nimmt es der Grossverteiler mit den Fakten zur Schweiz nicht ganz so genau.

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Schludrige Migros: Peinliche Fehler bei Suisse-Mania-Aktion

2:47 min, aus Kassensturz vom 13.10.2015

Regula Scherler und ihre Kinder staunten nicht schlecht, als sie das erste Mal das Spiel der Sammel-Aktion Suisse Mania spielten: Sie entdeckten einen Fehler nach dem anderen.

Auf dem Brettspiel steht beispielsweise der Gornergrat nicht in den Walliser-, sondern in den Berner Alpen. Ausserdem fehlen wichtige Seen. So zum Beispiel der Brienzer- und der Thunersee.

Kinder lernen falsche Dinge

Doch nicht nur auf dem Brettspiel entdeckt man Unerwartetes oder vermisse Wichtiges: Auch im Sammelalbum haben sich Fehler eingeschlichen.

Der 11-jährige Gianin war schon einige Male im Kanton Tessin und bemerkte darum sofort: «Das Tessiner Wappen ist eigentlich links rot und rechts blau.» Im Sammelalbum sei es jedoch verkehrt, stellt der Primarschüler fest: «Hier ist es oben rot und unten blau».

Bub

Bildlegende: Gianin Scherler. SRF

Schludrig arbeitet die Migros auch bei den Wissenskarten: «Ich habe gelernt, dass es einen Kanton Basel-Stadt und einen Kanton Basel-Landschaft gibt. Im Spiel reden Sie lediglich von einem Kanton Basel», bedauert Mutter Regular Scherler.

Auch die Rütliwiese wird beim Migros-Spiel zur Rütli-Bergwiese umgetauft. «Es ist schade, dass die Kinder so falsche Dinge lernen.»

Im Ausland produziert

Diese Wissenskarten liess die Migros mit dem dazugehörigen Brettspiel in Holland produzieren. Auch die anderen Komponenten wurden im Ausland hergestellt: Das Sammelalbum in Italien, in China die Sammelfiguren, welche man gratis bei jedem Einkauf erhält. Die Konzeption und Projektleitung der Suisse-Mania-Aktion lief über die Agentur Wirz Werbung.

Regula Scherler ist begeistert von der Idee, den Kindern spielerisch die Schweiz näher zu bringen. Umso mehr ist sie nun von der Umsetzung enttäuscht.

Migros gesteht Fehler

Zwei Tage nachdem «Kassensturz» die Migros auf die Fehler aufmerksam machte, stellt sie ein Korrigendum auf die Homepage von Suisse Mania. «Wir entschuldigen uns und werden zukünftig jeweils einen Sachverständigen für einen Kontrollblick beauftragen.»

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