Ferienschnäppchen mit teurem Transfer zum Hotel

Wer Pauschalreisen im Internet bucht, muss aufpassen, dass auch wirklich alles dabei ist. Seit einiger Zeit ist in diversen Billigangeboten zum Beispiel der Transfer vom Flughafen zum Hotel nicht mehr eingeschlossen. Dieser Transfer kann schnell einen grossen Teil der Reisekosten ausmachen.

Eine Woche Traumferien in einem All-inclusive-Hotel in der Türkei für nur 800 Franken. Eine «Espresso»-Hörerin hat beim Online-Angebot von Migros-Ferien sofort zugeschnappt. Sie realisierte erst beim Erhalt der Buchungsbestätigung per E-Mail, dass der Transfer vom Flughafen zum Hotel und zurück nicht dabei ist. Sie kontaktierte sofort die Hotline von Migros-Ferien. Man könne ihr den Transfer organisieren, erklärte man ihr. Für 160 Franken.

Pauschalreise ohne Transfer – Ein Kundenbedürfnis?

«Ich musste erst leer schlucken», sagt die Kundin gegenüber «Espresso». Dass zu ihrer Reise nochmals rund 20 Prozent der Reisekosten für den Transfer dazukommen, damit hatte sie beim Buchen nicht gerechnet. Sie hatte verschiedene Angebote von Reiseportalen verglichen. Mit insgesamt fast 1000 Franken ist ihre Reise in die Türkei nicht mehr das beste Angebot.

Bei fast allen Pauschalangeboten von Migros-Ferien sind die Transfers nicht dabei. Dies steht auch in einem kleinen Hinweis, den Kunden beim Buchen leicht übersehen können. Diese Regelung entspreche einem Kundenbedürfnis, erklärt Prisca Huguenin vom Reisekonzern Hotelplan, zu dem Migros-Ferien gehört. Viele Kunden würden den Transfer aus Kosten- oder Komfortgründen lieber selber organisieren.

Auch andere Anbieter schliessen den Transfer aus

Migros-Ferien ist mit der Praxis nicht alleine. Auch wer bei Hotelplan selber ein sogenanntes Flex-Angebot bucht, stösst auf den Hinweis «Exklusive Transfer». Und auch bei Konkurrent Kuoni müssen Kunden bei rund 10 Prozent der Pauschalreisen selber schauen, wie sie zum Hotel und zurück zum Flughafen gelangen. Dies vor allem bei Buchungen beim Veranstalter X-Helvetic Tours, der zu Kuoni gehört. Lediglich Tui Schweiz betont, dass bei den Pauschalangeboten grundsätzlich Transfers dabei seien.

Reiseombudsmann Franco Muff beobachtet den Trend. Dynamic Packaging, das individuelle Zusammenstellen von Reisen, habe in letzter Zeit auch Pauschalreisen erreicht, sagt Franco Muff. Wer sich im Internet nicht gut auskenne, laufe vielfach Gefahr, auf ein vermeintliches Schnäppchen hereinzufallen.

Bessere Preistransparenz beim Buchen

Im Fall von Migros-Ferien sei stossend, dass Kunden nicht von Anfang an die Wahl hätten, ob sie einen Transfer wünschen oder nicht. Statt des reinen Hinweises würde sich Franco Muff eine Lösung wünschen, wo dies während des Buchens festgelegt werden kann. So würden die Kunden wenigstens besser auf die Regelung aufmerksam gemacht.

Dass die jetzige Buchungspraxis wenig transparent ist, ist offenbar auch Migros-Ferien bewusst. Man arbeite an einer Lösung, dass bei einem Grossteil der Pauschalreisen Kunden die Wahl haben sollen, ob sie einen Transfer wünschen oder nicht. Zudem würden entsprechende Richtpreise aufgeführt, sagt Prisca Huguenin gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» auf Radio SRF 1.