Fettnäpfchen rund um die Welt

Schweizer treten ab und zu mal ins Fettnäpfchen, wenn sie ausserhalb der gewohnten Umgebungen ihre Ferien verbringen. «Kassensturz» zeigt drei typische Fettnäpfchen im Ausland und sucht Ihre ganz persönlichen Erinnerungen an einen peinlichen Moment auf Reisen.

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Fettnäpfchen in den Ferien: So blamieren Sie sich nicht

4:17 min, aus Kassensturz vom 24.6.2014

Fremde Sprache, fremde Kulturen. Fettnäpfchen lauern überall auf der Welt. «Kassensturz» stellt drei typische Situationen vor, in denen sich Reisende im Ausland so richtig blamieren können:

Thailand: Vorsicht mit den Füssen

In Thailand wird der Kopf als positiver Körperteil betrachtet, darum mögen die Thailänder es nicht, wenn man den Kopf anfasst. Die Füsse oder die Fusssohlen hingegen gelten als negativster Körperteil. Es gilt als Beleidigung, bei einer Unterhaltung im Sitzen die Schuhsohlen dem Gegenüber zu zeigen. Das sei respektlos, sagt man in Thailand. Auch soll man nicht mit den Schuhspitze auf jemanden zeigen, am wenigsten auf eine Buddha-Figur oder auf Mönche. Das gleiche gilt, wenn man über andere Menschen steigen muss. In Thailand ein Tabu.

Mit dem Fuss auf einen Geldschein zu treten, könnte in Thailand sogar schon mal die Polizei auf den Platz rufen, denn auf jedem Geldschein ist der Thailändische König abgebildet, Tritt man auf sein Abbild, begeht man Majestätsbeleidigung.

Türkei: Komplimente mit Folgen

Besonders ausserhalb der grossen türkischen Städte sind die Bewohner äusserst gastfreundlich. Darum sollte der Tourist seine Komplimente für die Einrichtungsgegenstände des Gastgebers in Grenzen halten. Dieser kann sich bei zu viel Bewunderung nämlich verpflichtet fühlen, den Gegenstand dem Gast zu überlassen. So kann es gut sein, dass man die bewunderte Vase oder Tischdecke gleich geschenkt bekommt. Unter Umständen kann es schwierig werden, dieses Geschenk abzulehnen.

Kleinere Aufmerksamkeiten lehnt man aber besser nicht ab: Speisen oder Tee sollte der Gast unbedingte probieren. Ansonsten beleidigt er den Gastgeber.

Irland: Auf den Handrücken kommt es an

Die gespreizten Zeige- und Mittelfinger sind allgemein bekannt für «V» wie «Victory» das englische Wort für Sieg. Doch das Handzeichen ist auch praktisch, wenn man im lärmerfüllten irischen Pub zwei Bier bestellen will.

Als Ausländer sollte man jedoch genau darauf achten, dass man dabei nicht im «Handumdrehen» einen grossen Fehler begeht: Beim «V»-Zeichen muss der Handrücken nämlich dem eigenen Gesicht zugewendet sein. Umgekehrt wird die Geste für die Iren zu einer schweren Beleidigung, die dem deutschen «Stinkefinger» nahe kommt.

Die Geschichte dahinter: Während des hundertjährigen Krieges waren die Bogenschützen die englische Wunderwaffe gegen die zahlenmässig weit überlegenen Ritterheere Frankreichs. Jedes englische Schulkind lernt, wie die Schlachten von Agincourt und Crecy durch den Pfeilhagel der langen Bogen entschieden wurden.

Dies entnervte die Franzosen so sehr, dass ihr Befehlshaber anordnete, den gefangenen englischen Bogenschützen den Zeige- und Mittelfinger abzuschneiden, damit sie den Bogen nicht mehr spannen konnten. Die Engländer konterten damit, dass vor jeder Schlacht die Bogenschützen den Franzosen ihre zwei intakten Finger zeigten, was heute noch das Symbol für äußerste Verachtung ist. In den meisten Commonwealth-Staaten und in den von Grossbritannien geprägten Ländern gilt dieses Handzeichen immer noch als beleidigend.

Fettnapf gesucht

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Wir suchen Fettnapf-Geschichten aus erster Hand: In welchem Land und in welcher Situation haben Sie sich auf Reisen blamiert? Wo gab es witzige Missverständnisse? Wo sollten sich Touristen vor peinlichen Situationen in Acht nehmen? Erzählen Sie uns hier Ihre Geschichte.

Warum «Fettnäpfchen»?

Früher stand neben der Tür jeweils ein Napf mit Stiefelfett. Wer aus Versehen hineintrat, verursachte Flecken auf dem Boden und wenig Freude bei der Hausfrau (gemäss Duden).