Hobby-Schatzsucher am Rande der Legalität

Ob römische Münze oder mittelalterliches Schwert: Wer historische Gegenstände findet oder mit einem Metalldetektor suchen will, meldet sich am besten gleich beim Kantonsarchäologen. Das Recht setzt Hobby-Schatzsuchern nämlich enge Grenzen.

Ein Metalldetektor

Bildlegende: Ein Metalldetektor «spürt» Gegenstände unter der Oberfläche. Colourbox

Geht es um Archäologie, ist der Kanton die erste Anlaufstelle: Ihm gehören laut Gesetz die gefundenen «Altertümer von wissenschaftlichem Wert», und er regelt die Suche nach solchen Gegenständen.

Von Kanton zu Kanton gibt es grosse Unterschiede, gerade im Umgang mit den umstrittenen Metalldetektoren: Einige Kantone verbieten die Suche mit solchen Geräten ganz, andere lediglich bei archäologischen Stätten.

Ziel: Einheitlichere Regeln

Beim kantonalen Amt für Archäologie erfahren Interessierte, welche Bestimmungen gelten und ob sie einen gefundenen Gegenstand behalten dürfen oder einen Finderlohn erhalten.

Was wo gilt, sei im Moment etwas unübersichtlich, räumt Jürg Manser ein, der Präsident der Kantonsarchäologen-Konferenz. Die Konferenz setzt sich für einheitlichere Regeln für private Sucher ein, im Herbst will sie dafür gemeinsame Leitlinien verabschieden.

Lizenz zum Suchen

Der Trend geht dahin, dass Kantone und Private zusammenarbeiten. Der Thurgau, zum Beispiel, tut das bereits. Gegen 40 Geschichts-Interessierte haben die offizielle Erlaubnis zum Suchen – auch mit Metalldetektoren.

Der Thurgauer Kantonsarchäologe Hansjörg Brem spricht von einer engen und erfolgreichen Zusammenarbeit. Diese ehrenamtlichen Mitarbeiter kämen so zu Hintergrundwissen, zu Suchtipps und zum Kontakt mit anderen Suchern.

Für den Kanton sind die Freiwilligen eine Unterstützung und auch ein Mittel im Kampf gegen illegale Sucher. Hansjörg Brem: «Die Absicht ist, dass unsere Freiwilligen auch mit Kollegen sprechen, die illegal suchen wollen. Dass sie sie auf Probleme hinweisen.»

Das Hauptproblem sei nämlich, dass illegale Sucher ihre Funde aus dem Zusammenhang reissen würden. Denn genau für die Zusammenhänge interessiert sich die Archäologie: Es gehe nicht um Einzelstücke, sagt Hansjörg Brem, sondern darum, so viele Spuren zu finden, dass ein Einblick in die Lebensweise früherer Menschen möglich sei.