«Kaufen Sie Laufschuhe am Abend»

Beim Laufschuh-Kauf sollten Äusserlichkeiten keine Rolle spielen: Sportmediziner Martin Narozny empfiehlt, Laufschuhe im Fachgeschäft zu kaufen. Es sei wichtig, dass man die Schuhe testen könne. Ausserdem könne der Fachmann Schuhe empfehlen, die zum Lauftyp passen.

Dass sich Läufer nicht von Werbung blenden lassen, hat das «Espresso» am Pfingstlauf in Wohlen schnell gemerkt: Keiner der gefragten Läuferinnen und Läufer hat die Laufschuhe aufgrund von Werbung gekauft. Die meisten liessen sich im Fachgeschäft beraten – und sie taten gut daran, meint Martin Narozny von «Medbase».

Der Sportmediziner betreut für den Schweizer Leichtathletikverband Swiss Athletics die Sportlerinnen und Sportler im Raum Zürich. Für ihn gibt es vier wichtige Punkte für den Laufschuh-Kauf:

  1. Einsatzbereich
    «Überlegen Sie sich, wo und wozu Sie den Schuh einsetzen möchten. Benötigen Sie ihn für das Training oder für den Wettkampf? Wettkampfschuhe sollten etwas leichter sein. Oder wollen Sie damit im Gelände laufen gehen? Dann sollten die Schuhe eine etwas gröbere Sohle haben und etwas stabiler sein. Wichtig: Nicht jeder braucht einen High-Tech-Schuh. Sobald Sie sich aber bestimmte Ziele setzen und vielleicht beim einen oder anderen Lauf mitmachen möchten, sollten Sie unbedingt auf Beratung zählen.»
  2. Lauftyp
    «Die meisten von uns knicken beim Laufen mit dem Fuss leicht nach innen. Das ist ganz normal. Allerdings wird dieses Einknicken durch die Ermüdung beim Training verstärkt. In diesem Fall benötigt man einen Laufschuh, der innen gestützt ist. Der Verkäufer im Fachgeschäft kann am besten beurteilen, wie stark Sie einknicken und wie sehr eine solche Stütze nötig ist.»
  3. Zeitpunkt des Kaufs
    «Kaufen Sie Ihre Laufschuhe am Nachmittag oder Abend. Sie verhindern damit, dass Sie einen zu engen Schuh kaufen. Die Füsse sind gegen Abend nämlich leicht angeschwollen, so wie das auch beim Laufen passiert, weil die Füsse stärker durchblutet werden.»
  4. Raum lassen
    «Im Zehenbereich sollten Sie etwa einen Daumen breit Platz lassen. Dies ebenfalls wegen dem Aufschwellen der Füsse. Ausserdem vermeiden Sie beim Bergabrennen, dass Sie schwarze Zehennägel bekommen.»

Das ganze Interview mit Martin Narozny hören Sie oben.