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Familie und Freizeit Kaufen statt Depot: Heimlicher Aufschlag bei Ski-Tickets?

Acht Skigebiete in der Schweiz haben das Depot für die Ticket-Karten abgeschafft. Stattdessen verkaufen sie diese Karten für fünf Franken. Der Gast bezahlt also mehr. Allerdings ist das Depotsystem deswegen nicht gerechter.

Vier Skifahrer auf einem Sessellift.
Legende: Um die Bahnen nutzen zu können, müssen viele Skifahrer eine Keycard kaufen. Keystone

Zu den Skigebieten, welche die Grundkarte für ihre Billette nur noch verkaufen, gehören auch grosse Gebiete wie Davos-Klosters, Laax, das Saastal oder Crans Montana. Auf Anfrage begründen einige davon diesen Schritt mit den zusätzlichen Möglichkeiten, welche die neuen Karten böten: Sie können auch übers Internet aufgeladen werden. Zudem könnten sie in verschiedenen Skigebieten verwendet werden.

Diese Vorteile bieten allerdings auch Skigebiete mit Depot-Karten. Jasmin Schläpfer, Marketingverantwortliche des Skigebiets Elm GL sagt gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1: «Auch unsere Karten kann man übers Internet aufladen.» Dies sei auch mit Karten aus anderen Skiregionen möglich. Allerdings akzeptieren rund zehn Schweizer Skigebiete mit Depot-System keine Karten aus anderen Skiregionen.

Skigebiete mit Depot-System verrechnen Karten-Kosten ebenfalls

Stellt ein Skigebiet neu auf Kauf-Karten um, so entspricht dies für die Gäste einem Preisaufschlag. Ausser, es reduziert gleichzeitig die Ticketpreise. Das Argument, die Skigebiete sollten daher lieber ehrlich sein und gleich die Tickets verteuern, lässt Frédéric Petignat vom Skigebiet Davos-Klosters nicht gelten. Die meisten Gäste kämen bereits mit einer eigenen Karte, die sie aufladen: «Es wäre unfair, wenn wir diesen Gästen zusätzlich den Preis für die Karte verrechnen würden.» Pech haben allerdings diejenigen Skifahrer, die ihre Skikarten zuhause vergessen haben. Diese müssen nochmals eine neue kaufen.

Der Schluss, dass Skigebiete mit Depot-System deshalb günstiger oder fairer sind, trügt aber: Diese haben ihre Kosten für Beschaffung, Rücknahme und Reinigung der Depotkarten mit Sicherheit im Ticketpreis verrechnet. Alles andere macht wirtschaftlich keinen Sinn. Und diese Kosten bezahlt auch, wer seine eigene Karte mitbringt und aufladen lässt.

So ist es in Ihrem Skigebiet:

So ist es in Ihrem Skigebiet:

«Espresso» hat bei den Schweizer Skigebieten nachgefragt. Hier die Übersicht nach Kantonen.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Eugen Kälin, 8108 Dällikon
    Warum immer diese Polemik? Seid doch fair und vergleicht gleiches mit gleichem. Es gibt bei uns sicher Nachholbedarf in verschiedenen Bereichen, auch beim Winterturismus. Ich denke dass die vielen Auslandreisenden gar nicht wissen, wie die Standards bei uns sind! Wir stellen in unserem Land sehr hohe Ansprüche an die Infrastruktur der Skigebiete. Messen wir das Ausland mit dem gleichen Massrab? Die schlechte Eigenschaft der Schweizer, immer nur kritisieren im eigenen Land, im Ausland ist es gut!
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  • Kommentar von Eugen Kälin, 8108Dällikon
    Es ist ganz klar unfair gegenüber dem Konsument, was da mit den Karten abgeht. Bevor ich aber eine ganze Serie Karten kaufe schaue ich, welche wo gültig ist, auch der Konsument sollte etwas mit denken. Übrigens ist es mit dem Suisse Pass nicht das erste Mal, dass die SBB etwas einführt, ohne mit den Benutzern abzusprechen. Wann lernt man das in der Schweiz, dass es zusammen besser geht als gegeneinander. Die Anbieter sind doch auf die Konsumenten angewiesen und gute Lösungen sind gefragt.
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  • Kommentar von Rolph Mueller, Vechigen
    Es gibt durchaus noch Skigebiete welche anständiges Marketing machen und innovativer sind als die Genannten. In Meiringen-Hasliberg erhält man ber der Rückgabe der Skikarte entweder CHF 5.- zurück oder 5 Tafeln Ovo-Schoggi resp. auf Wunsch auch einen einheimischen Käse. Auch in Elsigen-Metsch funktioniert das so. This is marketing - das andere ist Abzocke. Niemand lagert seinen Skipass fürs nächste Jahr.
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