Kellogg’s-Werbeaktion: Auch «gratis» kostet

Die Werbung auf den Müesli-Packungen von Kellogg’s klingt gut: «7 Tage Hotel gratis». Wer fünf Packungen Kellogg’s kauft, darf mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern eine Woche gratis ins Hotel. Diese Gratis-Woche kostet den Konsumenten aber durchaus etwas.

Gratis sind bei dieser Werbeaktion nur die reinen Hotelübernachtungen. Die Verpflegung bezahlt der Kellogg’s-Kunde selber. Unter dem Strich kostet dies eine vierköpfige Familie einen Drittel bis die Hälfte einer normalen Buchung inklusive Übernachtungen im entsprechenden Hotel.

Bei den sieben Gratis-Übernachtungen kann es auch ziemlich eng werden. In den Wettbewerbsbedingungen steht: «Für 2 Personen und 2 eigene Kinder unter 18 Jahren sind 7 Übernachtungen in einem Doppelzimmer völlig kostenlos.»

Gratis ist nur EIN Doppelzimmer

Gemeint ist eben wirklich nur EIN Doppelzimmer, welches mit Zustellbetten ergänzt wird. Braucht jemand ein Familienzimmer, bezahlt er je nachdem einen Aufpreis. Ebenso für ein zweites Doppelzimmer.

Die sieben Gratis-Übernachtungen aus der Kellogg’s-Aktion können auch nicht nach Belieben eingelöst werden: Die Firma «Wunschurlaub», welche die Aktion für den Müesli-Konzern durchführt, hat in den Hotels bestimmte Kontingente zur Verfügung. So kann je nach Hotel nur zu bestimmten Zeiten gebucht werden.

Essen wird immer verrechnet

Es ist auch nicht überall möglich, die sieben Übernachtungen ganz ohne Verpflegung im Hotel oder nur mit Frühstück zu buchen. Testanrufe von «Espresso» ergaben: Einige Hotels wissen gar nicht, dass «Wunschurlaub» dort Gratisübernachtungen anbietet. Die Firma bucht dort über Drittfirmen.

Gutscheine für Gratis-Übernachtungen, bei denen im Hotel nur die Verpflegung bezahlt werden muss, gibt es nicht nur in Wettbewerben oder Werbeaktionen wie derjenigen von Kellogg’s.

Das ist auch ein Geschäftsmodell: Hotels bieten über Partner solche Gutscheine an, um umsatzschwache Zeiten zu überbrücken oder Werbung zu machen. Deshalb bieten Firmen wie «Wunschurlaub» solche Gutscheine für Gratis-Übernachtungen während des ganzen Jahres im Internet an.

Fazit: «7 Tage Gratis Hotel» tönt besser, als es ist. Es gelten einmal mehr zwei alte Konsumenten-Weisheiten: Den Haken an einer Sache findet man im Kleingedruckten. Und keine Firma will jemandem selbstlos etwas schenken. Irgendwer verdient immer daran.

Auch Pepsi machte absurden Wettbewerb: Wer gewinnt muss zahlen

«Kassensturz» berichtete letztes Jahr von einem fragwürdigen Wettbewerb des Getränkeherstellers Pepsi. Wochenlang rührte der Grosskonzern die Werbetrommel für einen Wettbewerb. Zu gewinnen: Zwei Flüge in eine europäische Stadt. Doch wer gewann, musste erst einmal das Portemonnaie zücken. Zum Artikel

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Absurder Pepsi-Wettbewerb: Wer gewinnt muss zahlen

3:24 min, aus Kassensturz vom 9.4.2013