Undurchsichtige Kita-Label

Eine gute Kindertagesstätte zu finden, ist für Eltern schwierig. Einige Kitas setzen deshalb auf Qualitätslabel. Nicht immer sind solche Label aber aussagekräftig.

Kinder in Krippe

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Undurchsichtige Kita-Label

3:50 min, aus Espresso vom 14.04.2016

Die Qualität einer Kindertagesstätte ist für Eltern oft schwierig abzuschätzen. Um diese Einschätzung zu erleichtern, hat der Verband Kinderbetreuung Schweiz vor einiger Zeit das sogenannte «Qualikita-Label» ins Leben gerufen. Dieses Label verspricht einen Standard, der über die Mindestvorgaben der Kantone hinausgeht. Das Qualikita-Label ist zwar noch immer im Aufbau, aber mittlerweile in mehreren Kantonen vertreten und basiert auf wissenschaftlichen Grundlagen.

Ein Beispiel aus dem Kanton Aargau zeigt aber, dass ein Label nicht gleich Qualität bedeutet. Aufgefallen dort ist nämlich eine Kindertagesstätte, die sich mit einem neuen Label schmückt. Jenem des Vereins «SQK Swiss Quality Kita». Pikant dabei: Der Vereinspräsident ist gleichzeitig auch der Geschäftsführer der ausgezeichneten Kita.

Von einem Label-Wildwuchs könne man dennoch nicht sprechen, erklärt Philipp Walker vom Forschungs- und Beratungsunternehmen Ecoplan, welches sich im Auftrag der Kantone mit der Qualität von Kitas befasst hat. Auch gibt Walker zu bedenken, dass die Labels heute noch keine grosse Bedeutung haben. Dies vor allem, weil die Nachfrage an Kitaplätzen nach wie vor grösser ist, als das Angebot. Für Eltern heisst dies, genau hinzuschauen. Auch wenn eine Kita sich mit einem Label schmückt, so ist das noch lange keine Garantie für Qualität.

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