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Familie und Freizeit Warum die Kindesschutz-Behörde mit Problemen kämpft

Die Kindes- und Erwachsenenschutz-Behörde KESB wurde letztes Jahr reorganisiert. Die Bilanz nach 15 Monaten ist jedoch ernüchternd. Betroffene berichten von Inkompetenz und Chaos. Professor Christoph Häfeli analysiert die Situation und das neue Gesetz.

Professor Christoph Häfeli.
Legende: Professor Christoph Häfeli. SRF

Wie kam es zu Problemen bei der Umstellung bei dieser Behörde?

Christoph Häfeli: Es ist klar, dass ein solcher Wechsel mit Anfangsschwierigkeiten verbunden ist. Es braucht drei bis vier Jahre, bis die Abläufe stimmen. Die Aufgaben dieser Behörde sind zudem vielfältiger und anspruchsvoller geworden. All das führt zu einer Holperstrecke.

Wie wird mit dem neuen Gesetz ein Beistand ausgewählt?

Häfeli: Bestimmt wird der Beistand von der Behörde. Das neue Gesetz nennt aber zwei Bedingungen: Die betroffene Person muss gefragt werden, ob sie einen Vorschlag habe für einen Beistand. Zweitens müssen die Wünsche der Angehörigen angehört werden.

Was ist sonst noch Pflicht im neuen Gesetz?

Häfeli: Wenn zu einer Beistandschaft zusätzlich die Vermögensverwaltung kommt, muss zwingend ein Inventar aller Vermögenswerte aufgenommen werden. Da gibt es klare Standards: Das Inventar muss vom Beistand zusammen mit der betroffenen Person und den Angehörigen gemacht werden. Es wird eine Liste erstellt, welche von den Behörden genehmigt werden muss. Danach wird die Liste der Person zugestellt.

Was können Angehörige tun, wenn von der Inventarliste etwas fehlt?

Häfeli: Dann können Angehörige eine Rüge bei der Behörde machen. Diese muss dem nachgehen.

Können Angehörige den Beistand auswechseln lassen/ selber stellen?

Häfeli: Nein. Sind Angehörige mit dem Beistand unzufrieden, können sie bei der Behörde Beschwerde einlegen. Sie können beantragen, dass der Beistand ausgewechselt wird. Die Behörde muss prüfen, ob der Beistand die Pflichten erfüllt. Es braucht aber viel, dass das Mandat dem Beistand entzogen wird.

Haben Angehörige Recht auf Akteneinsicht bei Beistandschaft?

Häfeli: Nein. Der Beistand ist den Behörden Rechenschaft schuldig. Er schreibt dazu Berichte. Dritte – auch die Angehörigen – haben kein Anspruch auf Akteneinsicht während des Mandats. Es steht dem Beistand frei, trotzdem Informationen weiter zu geben.

18 Kommentare

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  • Kommentar von Hajo Fieles, 4451 Wintersingen
    Der Beistand meiner Tochter oder besser Die letzten 3 ! haben so viel Zeit ins Land ziehen lassen das ich nun meine Tochter nur noch aller 8 Wochen für 4 Stunden sehen darf! Der Gerichtsbeschluss jedoch besagt aller 2 Wochen vom Fr. Abend bis Sonntag Abend! WAS SOLL DAS!!!
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  • Kommentar von Röne Stäheli Hungerbühler, Zürich
    Trotz aller Schwierigkeiten (wenig Personal, hohe Fallzahlen und hohe Anforderungen) machen die meisten KESB und die professionellen Mandatsträger einen guten Job. Wie gut sie Ihre Aufgabe erledigen können hängt grundlegend von der Politik ab, welche das Geld für die nötigen Ressourcen spricht. Und wer in der Politik das sagen hat, darüber entscheidet schliesslich das Volk. Wenn das Volk nicht willens ist für Soziale Arbeit mehr Geld zu sprechen, muss es auch mit den Konsequenzen leben können.
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    1. Antwort von Regina Moser, Zürich
      Da haben Sie Recht, Herr Stäheli. Die KESB und ihre BeiständInnen würden viel gewinnen ihren Handlungsrahmen transparent zu machen. Transparenz in der Kommunikation und gleichzeitig ein solides Verständnis von Datenschutz wäre eine professionelle Kombination, die nicht mehr Ressourcen benötigt und viel Schaden verhindern kann.
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  • Kommentar von jacqueline lüthi, fehren
    ich muess hier auch mein ärger rauslassen über die kesp.ich bin muetter von einem 13 jungen den ich nur all 2 wochen besuchen darf und das nur mit aufsicht .ich hatte meinem jungen nie etwas getan .ich fühle mich wie eine verbrecherin die etwas getan hat aber nie etwas war.die kesp in laufen macht mir das leben jetzt zur hölle,sie sagten mir auch ich soll mich in wald erhängen das finde ich eine bodelose frechheit.habe .
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