So tricksen die Katzen-Gauner

Schweizer Rassetiere zu Schnäppchenpreisen. Das versprechen die Angebote auf der Ricardo-Tochter «tradus.ch», einer Online-Plattform für Gratisinserate. Dahinter stecken oftmals Kameruner Internetbetrüger. Mit abstrusen Geschichten und immer neuen Forderungen nehmen sie Tierliebhaber aus.

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So trickst eine Katzen-Gaunerbande

6:04 min, aus Kassensturz vom 26.4.2011

Durch die verschiedenen Angebote auf «tradus.ch» klicken sich jeden Tag 17'000 Interessenten. Die Tochterfirma von «Ricardo» ist eine stark wachsende Online-Plattform für Gratisinserate. Zum Verkauf steht alles: Immobilien, Autos, Handys und auch Tiere.

Prachthengst für 1000 Franken

Ein prächtiger irischer Tinkerhengst kostet 1000 Franken. Einen faltigen Shar-Pie-Welpen gibt es für 250 Franken und ein Bengal-Kätzchen mit Stammbaum für 125 Franken. Ein Schnäppchen – kosten doch Rassekatzen in der Schweiz um die 1500 Franken. Alle Inserate vermitteln den Eindruck, als kämen die Tiere aus der Schweiz.

Kameruner «Katzenfresser»

Interessenten bekommen blitzschnell Antwort per E-Mail. Meist aus Kamerun und in schlechtem Deutsch. Da schreibt etwa eine Patrizia Zurich: «Die Menschen hier sind nicht gut auf Katzen als Haustiere. Einige sogar essen, was schlecht ist. Wir suchen Häuser, die sehr gute Betreuung von ihnen zu nehmen.»

Immer wieder Geldforderungen

Wer ein Büsi vor der Bratpfanne retten will, zahlt rund 200 Euro über Western Union. Kurz darauf fordert eine angebliche Transportfirma Geld für eine Tierbox oder eine Tier-Lebensversicherung für den Transport. Geliefert wird das Tier nie. Sämtliche Zahlungen sind für die Katz.

Mausefalle im Internet

Mit falschen E-Mail-Adressen und Homepages entziehen sich die Betrüger aus Kamerun der Strafverfolgung. «tradus.ch» liess sie jahrelang gewähren und reagierte erst, als sich «Kassensturz» einschaltete. «Wir bedauern dass wir solche Betrüger auf ‚tradus.ch‘ hatten», sagt Geschäftsführerin Vanessa Delplace. «Wir haben nun verschiedene technische Sicherheitsmassnahmen getroffen und eine neue Person eingestellt, die täglich die Inserate prüft.» Eine 100-prozentige Garantie, dass «tradus.ch» alle Scheininserate entfernen könne, gäbe es allerdings nicht. Immerhin: Wird jetzt ein Inserat als «verdächtig» gemeldet, kommt es sofort zur Kontrolle vom Netz.

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