Zum Inhalt springen

Geld Anlegen und gleichzeitig spenden

Anlagefonds sind weit verbreitet und bekannt, Geldspenden erst recht. Die Kombination von beidem ist in der Schweiz noch selten anzutreffen: Spendenfonds. Wer in sie investiert, überlässt die Erträge ganz oder zum Teil einem Hilfswerk.

Spende
Legende: Colourbox

Gleich wie herkömmliche Anlagefonds investieren Spendenfonds (Charity Funds) in Aktien, Obligationen und zum Teil noch in weitere Anlagen. Wie hoch die Erträge – und damit die automatischen Spenden an das Hilfswerk – sind, hängt also ganz von der wirtschaftlichen Entwicklung ab.

Für die betreffenden Hilfswerke ist das kein Problem. Beat Wagner, Sprecher des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) sagt: «Sogar 2009/10, als das Zinsniveau tief war, erhielten wir aus unserem Spendenfonds jeweils etwa 830‘000 Franken pro Jahr.» Im letzten Geschäftsjahr seien es 880‘000 Franken gewesen. Das mache etwa 3 Prozent der SRK-Privatspenden aus.

Drei Schweizer Fonds

Das Schweizerische Rote Kreuz erhält aus dem «Swisscanto Swiss Red Cross Charity Fund» die Hälfte der Erträge sowie die Hälfte der Verwaltungsgebühr. Gleich hoch ist der Spenden-Anteil beim gemeinsamen Fonds der Krebsliga und der  Krebsforschung Schweiz, dem «Cancer Charity Support Fund».

Beim dritten Schweizer Spendenfonds, dem «UBS Strategy Balanced P-C-dist Fund»,  gehen die gesamten Ausschüttungen, aber auch die Jahresgebühr und die Ausgabekommission an die UBS Optimus Foundation. Diese Stiftung fördert Projekte für benachteiligte Kinder.

Für die Krebsforschung Schweiz sei der Spendenfonds «eine Erfolgsgeschichte», sagt Markus Diener, Delegierter des Präsidiums. Der Ertrag sei im Verhältnis zum ganzen Spendenvolumen zwar relativ bescheiden, aber: «Ohne grossen Aufwand für uns kommt einfach immer Geld herein.»

Ziehen andere nach?

Wenn es so einfach ist: Weshalb bieten nicht noch weitere Spendenorganisationen Fonds an? Zuerst ist natürlich die Zusammenarbeit mit einer Bank die Voraussetzung für einen Fonds. Hier müssen sich also zwei Partner finden, die zusammenspannen wollen – wobei es für beide Seiten auch um Imagefragen geht.

 Die Spendenorganisationen Caritas und Terre des hommes sagen auf Anfrage von «Espresso», sie hätten lieber den direkten Kontakt zu ihren Spenderinnen und Spendern.