«Comparis» -Dienst kämpft mit Problemen

Die Internetplattform «Comparis» bietet seit einem Jahr einen Vergleichsdienst für Hypotheken an. Es ist der erste Dienst, der kostenpflichtig ist. Ausgerechnet dieser enttäuscht aber seine Kunden immer wieder. Auch «Comparis» ärgert sich und schliesst nicht aus, den Dienst einzustellen.

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Bildlegende: Auf der «Comparis»-Webseite müssen Interessierte ihre Daten eingeben. SRF

Die Idee ist gut: Wer ein Haus kaufen will und auf der Suche ist nach einer Finanzierung bei der Bank, der zahlt für den Hypotheken-Vergleich einen Betrag von 148.-Franken, füllt das Formular mit allen nötigen Angaben aus, und wartet auf verbindliche Offerten der Finanzinstitute.

Auch einem «Espresso»-Hörer hat die Idee zugesagt, er hat sich angemeldet. Er erhielt aber lediglich zwei Offerten, und zwar völlig unverbindliche.

«Dieser Dienst hat mir überhaupt nichts gebracht»

Verständlich deshalb seine Reaktion: «Ich war enttäuscht und verlangte von «Comparis» mein Geld zurück». Die Internetplattform gab dem verärgerten Kunden dann auch sofort das Geld zurück.

Möglicherweise sei er ein zu kleiner Fisch für die Banken, heisst es von Seiten «Comparis». Es könne aber in seinem Fall auch daran liegen, dass seine Liegenschaft auf dem Land sei und deshalb als Objekt zu wenig interessant für die Banken.

Banken sind nicht zu Offerten verpflichtet

Wie Felix Schneuwly vom Vergleichsdienst «Comparis» erklärt, sind es rund 180 User pro Monat, die die Hypotheken-Börse nutzen und dafür bezahlen. «Es kommt aber auch jeden Monat vor, dass eine Handvoll Kunden ihr Geld zurückerhalten, weil der Dienst in ihrem Fall nicht funktioniert.»

Man habe Banken vertraglich zwar dazu verpflichten können, dass sie verbindliche Offerten machen. Allerdings seien die Anbieter nicht dazu gezwungen, in jedem Fall eine Offerte zu machen. Insgesamt habe man zurzeit 27 Banken und Versicherungen unter Vertrag.

«Wir beobachten die Entwicklung»

«Comparis» verspricht, dass jeder Kunde, der nur eine Offerte erhält, sofort sein Geld zurückerhält. Weiter sagt Felix Schneuwly vom Vergleichsdienst: «Wenn ein Kunde nur sehr wenige Angebote erhält, dann soll er sich an uns wenden. Und wenn wir zum Schluss kommen, dass der Dienst versagt hat, werden wir auch diesem Kunden den Betrag zurückzahlen.»

Im Übrigen habe man ein spezielles Auge auf die Hypotheken-Börse. Sollten sich die Klagen mehren, wolle man über die Bücher gehen und auch ein Abschalten des Diensts in Betracht ziehen.