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Geld Ferien-Ärger: Plötzlich blockt der Bancomat im Ausland

Gedacht ist es als Massnahme der Banken gegen Skimming-Betrüger: Der Geldbezug ausserhalb Europas ist nicht mehr möglich oder nur reduziert. Das Problem: Kunden wissen meist nichts davon - und stehen in den Ferien plötzlich ohne Bargeld da. «Espresso» gibt Tipps, damit dies nicht passiert.

Ein Kunde nimmt Euro aus dem Bancomat
Legende: Vorsicht in den Ferien: Die Kreditlimite kann schnell erreicht sein. Keystone

Ein böses Erwachen gab es für die Tochter einer «Espresso»-Hörerin in Mexiko. «Meine Tochter wollte Geld am Bankomaten beziehen. Obwohl sie die Kartenlimite noch nicht ausgeschöpft hatte, spuckte der Bankomat kein Geld mehr aus», erzählt die Mutter. Daraufhin schrieb die Tochter ein verzweifeltes Mail in die Schweiz. Die Mutter kontaktierte die Notfallhotline der Maestro-Karte. «Dort hatte man keine Ahnung, was das Problem sein könnte.»

Erst als sie am anderen Morgen bei der Bank vorbei ging, kam endlich Licht ins Dunkel: Die Bank hatte wegen der Bankomat-Betrugsfällen die Kartenlimite für Bezüge in Südamerika auf 500 Franken pro Tag und 1500 Franken pro Monat reduziert. Die Mutter: «Wir haben jedoch nie eine entsprechende Information erhalten.» Zu finden ist diese Information denn auch nur im Internet.

Geoblocking: Kein Geldbezug möglich

Darum heisst es aufpassen, wer in den Ferien nach Übersee, Afrika oder Asien reist. Die Bank der «Espresso»-Hörerin ist nämlich kein Einzelfall. Der Grossteil der Schweizer Banken hat entweder Limiten für den Bezug von Bargeld ausserhalb von Europa eingerichtet oder das sogenannte Geoblocking eingeführt. Beim Geoblocking werden Länder, die als unsicher eingestuft werden, für den Geldbezug mit der Maestro-Karte automatisch gesperrt.

Grund ist der Magnetstreifen auf der Karte. In den europäischen Ländern wurde dieser mittlerweile ersetzt durch einen um einiges sichereren Mikrochip. Aber solange Länder wie USA oder Russland diese Technik noch nicht anwenden, kann auf den Magnetstreifen nicht verzichtet werden.

Geldbezug im Ausland - ein kurzer Überblick

BankGeoblockingReduzierte Kartenlimite
UBSJaJa, für risikoreich geltende Länder.
RaiffeisenNeinJa
Credit SuisseJaJa, standardmässige (von der Bank empfohlene) Basisländereinstellungen.
KantonalbankenJe nach Kanton unterschiedlichJe nach Kanton unterschiedlich
PostFinanceJaNein

Detaillierte Informationen und weitere Finanzinstitute finden Sie in der Tabelle «Bargeldbezug in den Ferien» unter «Mehr zum Thema».

Limiten haben zum Beispiel die Raiffeisen, die Glarner Kantonalbank, die Luzerner, die St. Galler, die Thurgauer und die Zürcher Kantonalbank. Meist liegt die Limite bei 500 Franken pro Tag und 1500 Franken pro Monat. Diese können für die Ferien entsprechend erhöht werden.

Geoblocking gibt es unter anderem bei der Credit Suisse, der Appenzeller Kantonalbank, der Bündner, der Basellandschaftlichen, der Schwyzer und der Urner Kantonalbank. Auf Wunsch können auch Postfinance und UBS-Kunden ihre Maestro-Karte mittels Geoblocking schützen. «Geoblocking setzt die UBS nicht standardmässig ein. Wir wollen unsere Kunden so wenig wie möglich einschränken», sagt UBS-Sprecher Samuel Brandner. Zudem werde jeder Geldbezug automatisch auf Missbrauch überprüft. Je nach Finanzinstitut können die Ländereinstellungen über das E-Banking oder die Kundenhotline verändert werden.

Tipps für die Ferien:

  • Bei der Hausbank abklären, ob im Ferienland tiefere Limiten für den Bezug mit der Maestro-Karte gelten. Diese Limiten können meist vorübergehend erhöht werden. Eine Übersicht über das Angebot verschiedener grösserer Finanzinstitute finden Sie in der Tabelle in der grauen Box.
  • Wenn die Bank mit Geoblocking arbeitet, muss die Karte für die Ferien freigeschaltet werden. In vielen Fällen kann man das Geoblocking übers E-Banking selbständig verändern. In anderen Fällen hilft die Kundenhotline der Bank.
  • Zur Sicherheit neben der Maestro-Karte auch eine Kreditkarte mitnehmen. So hat man im Notfall ein zweites Zahlungsmittel zur Verfügung.
  • Wenn man erst in den Ferien merkt, dass der Geldbezug nicht möglich ist, kann man über die Kundenhotline der Bank das Ferienland freischalten lassen. Dies kann allerdings ein bis zwei Arbeitstage dauern. Es empfiehlt sich nicht vom Handy, sondern von einem Festnetzanschluss anzurufen. Je nach Hotline verbringt man einige Minuten in der Warteschlaufe, was schnell über 10 Franken kostet.

Scimming und Geoblocking

Unter Scimming versteht man die Manipulation von Bankautomaten und Lesegeräten, um an die Kartendaten zu gelangen. Diese werden oft ins Ausland übermittelt, wo das Konto geplündert wird. Deshalb sperren (Geoblocking) oder reduzieren verschiedene Banken den Geldbezug in unsicheren Ländern. Mehr dazu