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Geld Hohe Preise bleiben 2016 ein Thema

Der starke Franken hat das Konsumentenjahr 2015 geprägt. Hohe Preise in der Schweiz, Einkaufstourismus und der Druck auf das Schweizer Gewerbe waren ständige Themen. Und die Hochpreisinsel Schweiz wird ein Thema bleiben.

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Legende: Um den starken Franken auszugleichen, geben viele Verkäufer Rabatt. Keystone

In einer Bilanz zur Aufhebung des Euro-Mindestkurses loben die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), das Konsumentenforum (KF) und der Preisüberwacher gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso», dass die Wirtschaft schnell mit Preissenkungen reagiert habe.

Im Vergleich zu 2011, als der Franken auch sehr stark war, habe er weniger intervenieren müssen, sagt beispielsweise Preisüberwacher Stefan Meierhans. Es gebe aber auch schwarze Schafe: «Bei den Zeitungs- und Zeitschriftenpreisen ist bis auf wenige Ausnahmen sehr wenig gegangen.» Hier werde er dranbleiben.

Weitere Preissenkungen sind umstritten

Die Konsumenten hätten aber auch gemerkt, dass sie eine gewisse Macht hätten, um Preissenkungen durchzusetzen. Zu den Druckmitteln zählt Meierhans auch den Einkaufstourismus. Genau dieser bereitet dem Präsidenten des Schweizer Gewerbeverbands, Hans-Ulrich Bigler, Sorgen: «Für den Detailhandel, vor allem auch im grenznahen Raum, ist dies eine schwierige Situation. Sie ist auch schwer zu kontern.»

Als politische Reaktion möchte Hans-Ulrich Bigler den Freibetrag bei der Mehrwertsteuer auf ausländische Einkäufe senken.

Die Präsidentin des Konsumentenforums, Babette Sigg, mahnt, dass Einkaufstourismus Arbeitsplätze in der Schweiz vernichte. Der Kostendruck auf das Schweizer Gewerbe sei enorm: «Meines Erachtens ist die Schmerzgrenze für das Gewerbe bald einmal erreicht und wir Konsumenten können nicht gross auf weitere Preissenkungen hoffen.»

Kampf gegen Schweiz-Zuschlag

Die Stiftung für Konsumentenschutz sieht dagegen bei den Preisen noch Spielraum nach unten. Politik und Gewerbe müssten dafür kämpfen, dass Schweizer Händler bei Grosskonzernen gleiche Bedingungen erhielten, wie die Konkurrenz im Ausland. SKS-Präsidentin Sara Stalder: «Es geht rein darum, dass Grosskonzerne bei uns mit diesem unsäglichen Schweiz-Zuschlag abschöpfen.» Gegen diese Abzockerei wolle die SKS im Jahr 2016 weiter Druck machen.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Rita Schmutz, 5103 Möriken
    Teure Schweiz!! Gestern bezahlte ich für 200ml Echinaforce (Sonnenhutextrakt gelöst in Alkohol) Fr. 49.60!!! Die Firma Bioforce in 9325 lässt sich fürstlich bezahlen! Ein Liter Appenzeller auch Pflanzenextrakt in Alkohol kostet ca. die Hälfte.
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  • Kommentar von Manuel, Sempach
    Der Hauptgrund für die hohen schweizer Preise sind die hohen Löhne. Nun haben wir ein unhaltbares Durcheinander: hohen schweizer Lohn einkassieren aber billig einkaufen passt nicht zusammen! Entweder EU Lohn und EU Preise oder Schweizer Lohn und wohl bessere ist, vermag wohl kaum jemand wirklich zu wissen.
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  • Kommentar von M. Hess, Sils
    Eine Frage bleibt. Warum kosten Schweizerprodukte, made in Switzerland, im EU-Raum teilweise erheblich weniger? z.B. Möbel, Kosmetika? In diesen Fällen ist es doch verständlich, dass die Schweizer nicht in der Schweiz einkaufen sondern in Nachbarländern.
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    1. Antwort von fritz meier, zürich
      M.Hess Warum verdient der durchschnitts CH Bürger 3-4mal soviel wie ein D Facharbeiter? Also EU Mindestlohn von 8.50 Fr einführen und alle Probleme lösen sich von selber
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    2. Antwort von Heinz Hostettler, Schwarzenburg
      Um den Preis eines Produktes zu senken, z.B. Wegen der Konkurrenz, muss eine grössere Menge hergestellt werden. Um die grössere Menge zu verkaufen exportiert man weil der CH- Markt nicht oder zuwenig wächst. Um aber das in der teuren Schweiz hergestellte Produkt im Ausland verkaufen zu können darf es nur einen bestimmten Preis haben. Für den Hersteller muss die Misxhrechnung stimmen. Dadurch zahlen wir zwar mehr als andere Länder aber immer noch weniger als wenn kleine Mengen hergestellt werden
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    3. Antwort von Nicolas Dudle, Küssnacht
      @HH: Das ist betriebswirtschaftlich korrekt hergeleitet, verzichtet aber auf die absehbare Zukunft. Um Marktanteile zu sichern wird sich der Konzentrationsprozess der Firmen fortsetzen. Auch da kommt eine Mischrechnung zum Tragen: Zunehmend kommen auch Hersteller von Nischenprodukten unter Druck, weil es sich Giganten leisten können, unter anfänglichen Verlusten in diese Märkte vorzustossen und Kleinere zu vernichten oder sich einzuverleiben. In der langfristigen Mischrechnung zahlt sich das aus
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    4. Antwort von Heinz Hostettler, Schwarzenburg
      N. Dudle, nur bedingt richtig, ich weiss aus eigener Erfahrung dass bei Grossbetrieben das Teuer entwickelte Standardprodukt forciert wird und Nischenprodukte den kleinen überlaassen werden. Zum Glück, die vielen CH-KMU haben profitiert und beliefern die grossen Konzerne. Viele meiner Kunden waren auch irgendwie Konkurrenten und ich durfte liefern was nicht 0815 war. Ich habe aber meine obenstehende Antwort nicht unnötig verlängern wollen um nicht zu kompliziert zu werden
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