Kontaktlos bezahlen mit Portemonnaie – ab zwei Karten blockiert

Mit Plastikgeld kann man ohne Eingabe eines PIN-Codes sekundenschnell Beträge bis 40 Franken bezahlen. Sobald mehrere solche Karten im Portemonnaie sind, funktioniert das kontaktlose Zahlen aber nicht mehr.

In Einkaufszentren, Kantinen und an Kiosken zeigt sich immer häufiger das Bild eines neuen Schweizer Volkssports: Beim Bezahlen wird nur noch lässig das Portemonnaie gezückt und an das Bezahl-Terminal gehalten.
Ein kurzes Piepsen – und die Rechnung ist bezahlt.

Doch diese saloppe Bezahlart hat einen Haken: Sobald zwei oder mehr Plastikkarten mit Kontaktlos-Funktion im Portemonnaie liegen, stellt das Gerät für die Geld-Transaktion den Dienst ein. Jürg Schneider, Mediensprecher der Six, die solche Geräte auf den Markt bringt: «Ab zwei Contactless-Karten sendet das Terminal eine Fehlermeldung, weil es dann nicht weiss, auf welche Karte es zugreifen soll.» Dies geschehe vor allem zum Schutz des Karteninhabers, damit der Betrag nicht auf zwei Karten abgebucht wird.

Banken rüsten auf

Das kontaktlose Bezahlen wird in der Schweiz immer beliebter. Nach den Kreditkarteninstituten rüsten nun die Banken auch ihre Debitkarten mit dieser Funktion aus. Rund zehn Millionen Debitkarten sind in der Schweiz im Umlauf. Mit ihnen werden deutlich mehr Zahlungen vorgenommen als mit Kreditkarten. Postfinance hat die Karten bereits mit einem Kontaktlos-Chip ausgerüstet, nächstes Jahr ziehen einige grosse Bankhäuser nach, darunter Raiffeisen und die Zürcher Kantonalbank.

Deaktivieren geht nicht (überall)

Der Erfolg des kontaktlosen Bezahlens bedeutet, dass die meisten Konsumenten bald mehr als eine Karte mit dieser Technik im Portemonnaie haben. Dann ist es vorbei mit dem schnellen Bezahlen des Kaugummipäcklis am Kiosk, ohne das Portemonnaie zu öffnen. Wem das wichtig ist, kann diesen Dienst deaktivieren. Aber nicht überall. Besitzer von Postfinance-Debitkarten können das beispielsweise tun, auf Kreditkarten ist eine solche Sperre aber grundsätzlich nicht möglich.