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Geld Politiker gegen zweifelhafte Inkasso-Praktiken

Keine Drohungen mehr und keine Gebühren: Ein Postulat fordert vom Bundesrat, dass er zweifelhafte Praktiken der Inkassobüros stoppen soll.

Inkasso-Opfer
Legende: SRF

Inkassofirmen schüchtern Schuldner mit Drohungen ein, fichieren säumige Zahler, geben diese Daten an Dritte weiter - Und verlangen dafür noch happige Gebühren. Für viele Konsumenten sind das zweifelhafte Praktiken.

Doch es gibt vereinzelt Vorstösse im Parlament. Im Moment überprüft der Bundesrat ein Postulat des Neuenburger Ständerats Raphaël Comte. Dieser fordert klare Bestimmungen bei der Zulassung von Inkassobüros. Es soll vorgeschrieben werden, was ein Inkassobüro genau darf und mit welchen Methoden. Gängige Praktiken, wie zum Beispiel Drohungen, sollen verboten werden. 

Es gibt Inkassobüros, die Schuldner am Telefon, per SMS oder E-Mail belästigen. Andere schicken Drohbriefe. Einzelne sollen nicht davon zurückschrecken, ihre Schuldner am Arbeitsplatz zu besuchen.

«Verzugsschaden ist unsinnig»

Drohungen sind das eine Problem. Viele «Espresso»-Hörer beklagen sich über die hohen Gebühren, die Inkassobüros verlangen.

Auch bei diesen will der Ständerat Raphaël Comte klare Regeln. Die meisten Inkassofimen schlagen auf den Grundschuldbetrag noch Gebühren drauf. Zum Teil happige Beträge. Auf der Rechnung sind diese zum Beispiel als  «Verzugsschaden nach Obligationerecht 106» ausgewiesen, oder als «Dossier-Eröffnungs-» oder «Bonitätsprüfungs-Gebühren».

Auftraggeber soll Inkasso selbst bezahlen

Es sei unsinnig, Inkasso-Kosten auf die Schuldner abzuwälzen, sagt Raphaël Comte. Ein Gläubiger - meistens eine Firma - beauftragt ein Inkassobüro freiwillig mit dem Eintreiben der Schulden. Die damit verbundenen Kosten müssten also nicht von den Schuldnern bezahlt werden. Ständerat Comte will ein Verbot der Verwaltungsgebühren.

Es braucht klare Regelungen der Methoden der Inkassobüros. Doch was für eine Chance hat dieser Vorstoss politisch?

Gewerbeverband will nur Zulassungs-Regeln

Bei Gewerbler kommt eine Einschränkung der Mittel nicht gut an. Der Schweizer Gewerbeverband ist ein wichtiger Kunde der Inkassobüros. Viele Gewerbler lassen ausstehende Schulden von Inkassobüros einziehen. Darum unterstützen sie den Vorstoss vom FDP-Ständerat Comte nicht - zumindenst nicht ganz.

Der Direktor des Schweizer Gewerbverbands, Hans-Ulrich Bigler, sagt, es sei wichtig für Inkassobüros Zulassungs-Vorraussetzungen zu schaffen. Der Gewerbeverband will aber nicht, dass den Inkassobüros verboten wird, die Verwaltungsgebühren auf die Schuldner abzuwälzen.

14 Kommentare

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  • Kommentar von Jan G.E. Beugels (John Paradise)
    Würde gerne eine Volksinitiative lancieren gegen diese Inkassobüros und Ihr ungesetzliches Vorgehen, besonders betreffende "Verzugsschaden" Müsste aber mit Kosten von mindestens Fr. 150.000 rechnen, die ich nicht habe. (Direkte Demokratie, aber leider nur wenn man genug Geld hat) Bin offen für jeden Lösungsvorschlag! (jan. beugels@gmx.ch)
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  • Kommentar von Jan G.E. Beugels (John Paradise)
    Auch in diesem Jahr werden die "lieben" Inkassobüros wieder Millionen ERGAUNERN von ahnungslosen Bürgern. Und wahrscheinlich auch einige Beamteli in Bundesbern. Ansonsten kann ich mich nicht erklären, wieso Niemand die illegalen Praktiken dieser Büros anprangert. Wir haben doch Betreibungsämter; dass sollte genügen, PIRATEN brauchen wir nicht in diesem Land.
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  • Kommentar von Matze, Heiman
    Ich finde viel schlimmer, das die Inkassounternehmen ne klare Taktik haben: Sie schüchtern die Schuldner ein! Ratenvorschläge werden nicht angenommen, weil sie als zu klein angesehen werden! Dem Schuldner bleibt nichts andere übrig als auf Forderungen nicht zu reagieren, wenn er das Geld nicht aufbringen kann! Somit treibt man die Kosten in die Höhe! Schulden sind natürlich nicht in Ordnung. Aber in der heutgen Zeit keine Seltenheit mehr, bei den Voraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt!
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