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Geld Schweizer zahlen immer noch lieber mit Bargeld

Die Kreditkarte und das Smartphone haben in Schweden das Portemonnaie schon weitgehend verdrängt. Der Staat unterstützt den Wandel in eine bargeldlose Gesellschaft. Die Schweiz ist davon noch weit entfernt.

Legende: Audio Die Schweiz setzt noch auf Nötli und Münz abspielen. Laufzeit 6:35 Minuten.
6:35 min, aus Espresso vom 21.04.2015.

Das Ziel der schwedischen Regierung ist, in den nächsten 15 Jahren ganz aus dem Bargeld auszusteigen. In Schweden ist heute fünf Mal weniger Bargeld im Umlauf als vor zehn Jahren.

SRF-Nordeuropa-Korrespondent Bruno Kaufmann nennt Beispiele aus dem schwedischen Alltag: «Für den Besuch eines öffentlichen WCs in einem abgelegenen Bahnhof muss ein kostenpflichtiger SMS-Code bestellt werden.

Die Kollekte in der Kirche wird per elektronischen Zahlungsterminal entgegengenommen, nicht mehr mit einem Opfersäckchen. Sogar das Sackgeld für die Kinder wird in Schweden ganz selbstverständlich elektronisch ausbezahlt.»

Bargeldlose Schweiz? Noch lange nicht

Zwar steigt der Anteil des Kartengelds gegenüber dem Bargeld auch in der Schweiz ständig an. Von Zuständen wie in Schweden sind wir aber noch weit entfernt. Ein paar Zahlen dazu:

60 Prozent beträgt der Anteil an Bargeld in der Schweiz. 1990 war es noch 90 Prozent.

2.5 Milliarden Mal wird an Verkaufsstellen in der Schweiz pro Jahr mit Bargeld bezahlt und 183 Millionen Mal mit einer Debit/Kreditkarte.

2.5 Milliarden So viele Franken kostet das Bargeld jährlich. (Produktion, Transport, Aufbewahrung, Bewachung, Versicherung etc.)

Rund 6000 Bank-Automaten gibt es in der Schweiz. Sie haben sich in den 1980er Jahren durchgesetzt. Erste Versuche gab es schon früher.

40 Rappen kostet eine Bargeldtransaktion

36 Rappen kostet eine Debit-Transaktion

1000 Die Schweizer Tausendernote ist die wertvollste Banknote der Welt. Dies, nachdem die Zentralbank von Singapur die Herausgabe des 10‘000-Singapur-Dollarscheins (CHF 7200) stoppte. Nachbarländer verlangten diesen Schritt wegen der Angst, dass diese wertvolle Banknote gerne für die Geldwäscherei verwendet wird.

36 Millionen Tausendernoten werden von Schweizern zuhause gebunkert. Weil die Banken keine Zinsen mehr bezahlen und weil seit der Bankenkrise viele Bürger den Tresor zuhause entdeckt haben.

(Quellen: Studie Uni SG/HTW Chur, SRF3 «Input», Handelszeitung, Internet)

Der erste Bankomat in der Schweiz

Im Jahr 1967 berichtete das Schweizer Fernsehen über den ersten Automaten, der an der Bahnhofstrasse automatisch Geld ausgab.

Risiko beim kontaktlos Zahlen

Risiko beim kontaktlos Zahlen

Ohne Pincode und Unterschrift: Die meisten Kreditkarten haben heute die Kontaktlos-Funktion. Das System sei sicher, erklären Kreditkartenfirmen. «Kassensturz» zeigt: Ein Dieb machte mit einer gestohlenen Karte ungehindert über ein Dutzend Einkäufe.
Heute, 21:05 Uhr SRF 1

35 Kommentare

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  • Kommentar von schwedenerleben, Stockholm
    Kleine Korrektur zum Artikel: Kartenterminals in schwedischen Kirchen sind verbreitet und werden genutzt selbst für Kaffee und Gipfeli nach dem Gottesdienst; das Opfersäckchen gibt es aber häufig weiterhin. In Schweden populär ist die Überweisung per Smartphone ohne Kontonummer (Swish): man gibt in der App - PIN-geschützt - Betrag und Mobilfunknummer des Empfängers an, die mit dessen Konto verknüpft ist - und schon ist das Geld beim Empfänger. So werden mittlerweise auch Rechnungen bezahlt.
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  • Kommentar von Ruben V, Kreuzlingen
    Alles hat seine Vorteile und Nachteile. Bargeld kann gefälscht werden und somit eigentlich Wertlos. Aber es kann dafür überall eingesetzt werden man weiss sofort wie viel man noch übrig hat auf dem Konto beim abheben. Bei Elektronischem Geld kann es sein das Schadsoftware auf dem PC die Eingaben überwacht. Vorteil ist jedoch, man muss nicht ein schweres Portemonnaie rumschleppen. Eine Ultimative Lösung für die Probleme der beiden Zahlungsarten gibt es nicht, ausser wir zahlen nichts mehr. ;)
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  • Kommentar von Kai Wernli, St. Gallen
    Interessant. Ich selbst bezahle seit fast einem Jahr ausschliesslich mit Karte ... davon über 99% mit Kreditkarte. Es fehlt nur noch ein Gesetz, dass zu Kartenakzeptanz in jedem Laden zu jedem Betrag verpflichtet. Schliesslich soll es jedem Bürger selbst überlassen sein, wie er bezahlen möchte.
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    1. Antwort von Ruedi, Stäfa
      Die Läden, die Kartenverträge haben sind grundsätzlich verpflichtet, Karten für jeden Betrag zu akzeptieren. Viele halten sich schlicht nicht daran.
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    2. Antwort von Kai Wernli, St. Gallen
      Hallo Ruedi, stimmt! Nur erkläre einer Kassiererin, dass sie im Unrecht ist. Ich kenne einige Läden in der Schweiz, wo die Kartenzahlung wegen Mindestbetrag (unter 10 Franken) abgelehnt wurde. Aber es wäre schon toll, dass es Gesetzlich verankert wird, Kredit- und Debitkarten akzeptieren zu müssen. Schliesslich gibt es auch eine gesetzliche Verpflichtung 1000 Fr.-Noten anzunehmen und dafür sind die Gebühren für die Läden sicher höher...
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