Zum Inhalt springen

Geld Tausende von «verschollenen» Einzahlungen

Jeden Monat kommen über 16'000 Zahlungen im ersten Anlauf nicht beim Empfänger an. Dies zeigt eine Umfrage von «Espresso» bei Schweizer Banken. Die Banken müssen diese dann mit Nachforschungen aufspüren.

Postfinance
Legende: Bei Überweisungen werden auch Fehler gemacht. SRF

Mit Abstand am meisten Nachforschungen nach fehlgeleiteten oder «verschwundenen» Zahlungen stellt die PostFinance an: durchschnittlich 14'000 pro Monat. Der Grund: Die meisten Zahlungen laufen in der Schweiz über PostFinance.

Die anderen Banken reden auf Anfrage von «Espresso» von 100 bis 800 Nachforschungen pro Monat. UBS und Credit Suisse machen keine Angaben.

Fehler von Absendern und Empfängern

Die Gründe sind vielfältig, weshalb eine Zahlung einen Irrweg nehmen kann: Häufig passieren Fehler beim Schreiben von Kontonummern und Adressen. Beispielsweise können Nullen und grosse «O» verwechselt werden.

Bei von Hand ausgefüllten Einzahlungsscheinen kann es sein, dass die Angaben von Maschinen und Menschen nicht entziffert werden können.

Auch auf Seite des Empfängers können Fehler passieren: Dazu gehören Rechnungen und Einzahlungsscheine mit falschen Daten. Laut PostFinance kommt es auch immer wieder vor, dass der Empfänger den Zahlungseingang übersieht und eine Nachforschung einleitet.

Teilweise suchen die Empfänger auch nach dem falschen Betrag. Dies kann passieren, wenn die Empfängerbank vom ursprünglichen Betrag noch Spesen abzieht.

Banken verrechnen oft nicht alle Kosten

Die Kosten für Nachforschungen können stark variieren. Die meisten sind in 15 bis 30 Minuten erledigt und kosten dann zwischen 30 und 50 Franken. Oft sind sie auch gratis. Bei aufwendigen Nachforschungen können die Banken aber auch Kosten von 120 Franken und mehr pro Arbeitsstunde verrechnen (siehe Tabelle).

Die Kundenberater haben bei Nachforschungen oft Spielraum und dürfen den Kunden bei der Verrechnung der Kosten entgegenkommen. Liegt der Fehler bei der Bank, werden keine Kosten verrechnet. Auf jeden Fall lohnt es sich, nach den Kosten zu fragen, bevor man eine Nachforschung in Auftrag gibt.

Tipps, damit Zahlungen sich nicht verirren:

  • Daten sorgfältig und vollständig ausfüllen.
  • Bei Überweisungen ins Ausland nach Möglichkeit BIC (Banken-Identifikations-Code) und IBAN (internationale Kontonummer) angeben.
  • Elektronische Zahlungen sind häufig weniger anfällig auf Fehler, da in den Systemen automatische Kontrollen eingebaut sind.
  • Bei Unklarheiten Kontodaten und Adressen überprüfen. Besonders bei Zahlungen ins Ausland.
  • Private und Firmen können Einzahlungsscheine vor dem Druck bei PostFinance kostenlos überprüfen lassen.

Nachforschungen von Banken

Bank Zahl pro Monat Kosten*
PostFinance 14‘000 Bis
15 Min.: Inland
Fr. 15.-, Ausland
Fr. 30.-. Jede
weitere 15 Min.: dito
Berner
Kantonalbank
850 Pauschal
30.-
Basler
Kantonalbank
400-500 Oft
Pauschale von Fr. 30.-. Aufwendige
Fälle 180 Fr./h
ZKB 100 Pauschal: Inland
Fr. 30.- , Ausland
Fr. 50.-. Zusatzleistungen: 120
Fr./h (mind. Fr. 50.-).
Raiffeisen 100 Oft
Pauschale. Aufwendige
Fälle: 120 Fr./h.
Credit Suisse keine
Angaben, «Einzelfälle»
Im
Normalfall keine. Aufwendige
Fälle: 120 Fr./h
UBS keine
Angaben, «nimmt
ab»
In
der Regel keine – sofern begünstigte Bank nichts verrechnet. Aufwendige
Fälle: 120 Fr./h

* Liegt der Fehler nicht beim Kunden, übernimmt die Bank in der Regel die Kosten.
Oft dürfen die Kundenberater dem Kunden bei der Verrechnung entgegenkommen.

5 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Teilen Sie Ihre Meinung... anwählen um einen Kommentar zu schreiben

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

Bitte beachten Sie unsere Netiquette verfügbar sind noch 500 Zeichen

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von Hans Muster, Bern
    und warum werden fehlgeleitete Einzahlungen nicht einfach rückvergütet? Das würde auch bei Bareinzahlungen klappen, die Post kann sogar die Spesen für Baranweisungen verrechnen. Aber nein, man hofft wohl, das Geld für sich behalten zu können. Falls nicht, sind teuere Nachforschungen fällig!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von der zukünftige aufstand, biel
      genau wie ich vor 3 Wochen eine Zahlung in die UK gemacht habe, die nie angekommen ist und nun wollen sie dass ich 30.- bezahle insofern ich wissen möchte wo es klemmt - das englische handy abgestellt/bloockiert und der post ist s egal, hauptsache ich drück nochmals geld ab - für geld von mir was sie schon verloren haben - statt mich zu kontaktieren....tha fuck?!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Karl Huber, Feusisberg
    Zahlung an Bank: IBAN-Nr. + korrekter Name/Adresse. Nichts kann schiefgehen, wenn man es hinkriegt, die 26 Zeichen korrekt abzutippen! Bei alten Einzahlungsscheinen soltle man beim Begünstigten nachfragen, ob das Konto noch existiert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von Alexander moser, Interlaken
      Und wenn man die 26 Zeichen im Ebanking erfasst, wird die IBAN-Nr. anhand der Prüfziffer auch noch kontrolliert - und es kann so gut wie gar nichts schief gehen! Abgesehen davon können die Banken/Postfinance, wenn sie nicht fahrlässig handeln und den Einzahler/Absender klar identifizieren, das Geld einfach zurückweisen...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Roger Reber, Uznach
      Die meisten Fehler passieren bei Auslandüberweisungen. In den wenigsten Länder der Welt gibt es IBAN-Nrn. Bei den Namen werden kleinste Abweichungen schon nicht akzeptiert. und die Kosten sind auch viel höher. Mir wurde tatsächlich über CHF 300 verrechnet (obschon der Fehler eindeutig bei der Bank war, was die jedoch nicht zugibt, trotz erdrückender Beweise! Sorry, der Zahlungsverkehr der Banken ist bullshit. Tipp: Gleich von Anfang an Zahlungen bei der Postfinance aufgeben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen