Achtung: Der rettende Strom-Schutzschalter muss gewartet werden

Gegen Stromschläge zum Beispiel mit Föhns im feuchten Bad helfen sogenante Fehlerstrom-Schutzschalter. Sie stellen den Strom im Notfall innert Sekundenbruchteilen ab. Was wenige wissen: Sie müssen zwei Mal im Jahr gewartet werden. Sonst können sie nicht mehr funktionieren. Und das kann tödlich sein.

Sicherungen

Bildlegende: Zur Wartung zwei Mal im Jahr die T-Taste drücken (oval). SRF

Wer im Bad einen Föhn einsteckt, fragt sich oft, ob die Steckdose im Speigelkasten auch sicher ist. In der feuchten Umgebung ist Sicherheit umso wichtiger. Es gibt darum auch Steckdosen welche zusätzlich abgesichert sind.

Zu erkennen sind Fehlerstrom-Schutzschalter (auch: FI-Schalter) am kleinen, oft farbigen Test-Auslöseknopf. Dieser befindet sich bei älteren Bauten direkt an der Dose im Spiegelschrank, bei Neubauten im Sicherungskasten. Mit dem Knopf kann ein Fehlstrom simuliert werden, worauf der Strom innert Sekundenbruchteilen unterbrochen wird und die Sicherung herausspringt.

Unbedingt zwei Mal testen pro Jahr

Was viele nicht wissen und was unter Umständen lebensrettend sein kann: Die FI-Schalter müssen jährlich zwei Mal ausgelöst werden. Sonst kann es sein, dass sie nicht mehr funktionieren. «Die Hersteller empfehlen, diese Unterhaltsarbeiten mit der Sommer/Winter-Zeitumstellung zu kombinieren», erklärt Peter Bryner vom Verband für Elektro-, Energie- und Informationstechnik, Electrosuisse.

Wenn in der ganzen Wohnung die Uhren gestellt werden, rät Peter Bryner, gleich noch beim Strom-Sicherungskasten und allenfalls im Bad beim Spiegelschrank vorbei zu gehen. Dort sollte der kleine Test-Auslöseschalter gedrückt werden und dann die herausgesprungene Sicherung gleich wieder reingedrückt, bzw. der Sicherungsschalter auf «Ein» geschaltet werden.

Der Hintergrund: In den FI-Schaltern befindet sich ein kleines, sehr starkes Magnet. Dieses ist für die Auslösung des Schalters verantwortlich und funktioniert am besten, wenn die Umgebung des Schalters unmagnetisch ist. Weil das Magnet aber mit der Zeit seine Umgebung im Gehäuse mit-magnetisiert, funktioniert der Schalter immer schlechter. Ein manuelles Test-Auslösen des Schalters demagnetisiert die Umgebung wieder und das Magnet kann wieder gut ausgelöst werden.

FI-Schalter fehlen oft in Altbauwohnungen

Steckdose

Bildlegende: Einfach nachzurüsten: Eine Aufputz-Steckdose mit FI-Schalter. zvg

Seit dem Jahr 1980 musste in einem Neubau die Steckdose im Bad mit einem FI-Schalter ausgerüstet sein. Seit dem Jahr 2010 sogar jede zugängliche Steckdose in der ganzen Wohnung. Der FI-Schalter befindet sich dann zentral im Sicherungskasten.

Wer jedoch in einer Altbau-Wohnung wohnt, sollte die Steckdosen im Bad und den Sicherungskasten genau inspizieren. Wurde nie eine elektrische Installation renoviert, ist auch mit grosser Wahrscheinlichkeit auch kein FI-Schalter eingebaut.

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