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Gesundheit Jeder zweite Kinderschuh enthält gesundheitsschädliche Stoffe

Bei einer Untersuchung Deutschland wurde in vielen Kinder- und Baby-Schuhen gesundheitsschädliches Chromat gefunden. Einige Produkte wurde deshalb zurückgezogen – auch in der Schweiz. Konsumentenschützer verlangen bessere Kontrollen.

Legende: Audio «Jeder zweite Kinderschuh enthält gesundheitsschädliche Stoffe» abspielen. Laufzeit 4:36 Minuten.
4:36 min, aus Espresso vom 01.05.2014.

Schlecht gegerbtes Leder kann Chromat enthalten. Der stark gesundheitsschädliche Stoff ist bei einer Untersuchung im deutschen Bundesland Baden Württemberg in vielen Kinder- und Baby-Schuhen gefunden worden. Lediglich die Hälfte der untersuchten Produkte war frei von Chromat, jedes vierte Paar ist wegen überschrittenem Grenzwert beanstandet worden.

Der Stoff kann – vor allem bei Allergikern – zu Hautausschlägen führen. Zudem steht er unter dem Verdacht, krebserregend zu sein.

In Deutschland wurden daraufhin einige Kinderschuh-Modelle aus den Läden entfernt und zurückgerufen. Die Schuhkette Reno hat die Bioline-Kinder-Pantolette auch aus den Schweizer Filialen verschwinden lassen.

Auch in der Schweiz regelmässig Beanstandungen

Chromat entsteht, wenn bei der Ledergerbung nicht sauber oder mit veralteter Technik gearbeitet wird. Häufig werden bei Kontrollen Schuhe aus Billigproduktionsländern wie Bangladesch oder China beanstandet. Das Aargauer Amt für Verbraucherschutz kontrolliert auch in der Schweiz regelmässig Schuhe auf Chromat-Rückstände. Bei diesen Stichproben müsse man jeweils gegen 40 Prozent beanstanden, bestätigt Sektionsleitern Pia Blaser gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» auf Radio SRF 1.

Vor allem Billigschuhe betroffen

Konsumentenschützer fordern von der Schuhbranche, dass sie ihrer Sorgfaltspflicht nachkommt und durch Eigenkontrollen dafür sorgt, dass nur noch einwandfreie Lederwaren auf den Markt kommen. Das aber sei gar nicht so einfach, gibt Dieter Spiess, der Zentralpräsident des Schweizerischen Schuhhändlerverbands, zu bedenken.

Eine Kontrolle vor Ort sei für einen Schuhhändler kaum durchführbar, auch wenn sie wünschbar wäre, sagt Dieter Spiess. Zudem würde dies die Schuhe verteuern. Bezüglich des Preises von Kinderschuhen nimmt der Zentralpräsident aber auch die Konsumenten in die Pflicht. Chromat finde man nämlich vor allem in Billigschuhen.

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